Polyamorie und Polygamie

Wusste gar ned das zwischen Polyamorie und Polygamie einen Unterschied gibt.

27. November 2008
Polyamorie und Polygamie

Wusste gar ned das zwischen Polyamorie und Polygamie einen Unterschied gibt.

Dachte es ist ein und das selbe nur verschiedene Begriffe dazu.

Wie ist es dann, der wo nach Polyamorie lebt ist polygam
und wie sind dann die die nach Polygamie leben ? Auch polygam ?

Wenn man von Poly spicht welches ist dann gemeint ?

Oder ist doch alles das selbe.

Wer kann die unterschiede der Begriffe verdeutlichen ?

Danke
27. November 2008
Begrifflichkeiten

Hi Fetischlord,

dazu würde ich dir die gute alte Wikipedia empfehlen - ist da (gerade) recht gut beschrieben.

Menschen, die in diesem Bereich nicht viel differenzieren, könnten beide Begriffe synomym gebrauchen, aber eigentlich meint Gamos die Ehe und Amorie kommt von amor und meint Liebe. Poly heißt in beiden Worten Viel.

Also ist das eine eine Viel-Ehe und das andere eine Viel-Liebe... ich denke, das ist ein Unterschied oder?

Vielehe ist in Deutschland und vielen anderen Ländern strafbar, denn die gesetzliche Heirat ist eben staatlich abgesegnet und wird ja z.B. im Steuerrecht oder beim Nachnamen berücksichtigt - Vielliebe wird sicherlich von vielen als liederlich angesehen, erfüllt aber keinen Straftatbestand, da Liebe (GOTT SEI DANK!!!) keine "Rechtsform" ist oder hat... aber vielleicht kommt das ja noch auf uns zu.
*umpf*

Im muslimischem "Gottesstaat" - was immer das sein soll (Allah bilir!), ist es vermutlich genau andersrum - ein Kerl der viele Frauen hat ist hoch angesehen (solange er sie materiell versorgen kann), wer aber ohne Legitimation von Oben einfach so drauflosliebt, der bekommt schon mal den ein oder anderen Stein zugeworfen (sorry für den Sarkasmus).

Unvorstellbar wäre es dort natürlich, dass eine Frau mehrere Männer hat. Is ja klar... is ja wider die Natur oder so...

Ich schätze mal, wenn in DIESEM Club jemand Poly sagt, meint er nicht, dass er in einer rechtlich abgesegneten, illegalen Viel-Ehe lebt, sondern dass er sich in einer emotional gesegneten, verboten guten (?) Viel-Liebe mit mehr als einem Partner befindet oder dies zumindest als Option im Kopf hat.

Und dass die meisten Polys Wert darauf legen, dass es wirklich um LIEBE zu mehreren Menschen geht und nicht nur um Sex mit möglichst vielen tollen Körpern (was vielleicht auch schön ist, aber als Wunschvorstellung vermutlich eher weiter verbreitet), das ist denke ich auch logisch - schon vom Begriff her.

Also - alle Klarheiten wechdoziaht?

Na dann...

Alle(s) Liebe!!!
27. November 2008
Glaube auch, das...

.. es in der Polygamy eher um:..... die gehören alle mir, egal ob ich sie liebe oder nicht geht.
Polyamory ist für mich die gleichen Empfindungen für mehr als einen Patner haben zu dürfen, ohne es verheimlichen zu müssen, zumindestens meinem "Hauptpatner" gegenüber. Also offen und ehrlich.
LG YOYO
27. November 2008
der Unterschied ...

.... der ist hier in den beiden letzten Eintragen ja sehr schön erklärt !

Manofmind : ich wüßte dm nichts mehr hinzuzufügen em ist nichts ...

Sehr schön zu hören, das man wirklich nicht alleine ist mit seinen Gedanken und Gefühlen !

Schönen Tag euch allen !

LG Larissa
27. November 2008
Nanana,Yoyo...

Wer sagt denn, dass zB ein mormonischer Patriarch oder muslemischer Harems-Mann oder eine Neu-Guinesische oder Kongolesische Frau nicht ebenfalls seine Frauen bzw. ihre Männer liebt? Er bzw sie sollte es zumindest per Definition.
Obwohl das natürlich nicht unbedingt der Fall sein muss, aber dann eben vom Ideal einer Polygamie abweicht wie es auch in einer monogamen Ehe vorkommen kann und dann eigentlich deren neuzeitliche Defintion 'pervertiert'.

Im Idealfall beinhaltet eben die Polygamie die Polyamorie.

Wie eben auch die Monoamorie Bestandteil bzw Grundlage der Monogamie sein sollte.

Und Polyamorie bleibt Polyamorie, egal ob Du sie heimlich oder offen lebst bzw. leben kannst. Denn nicht die (Nicht-)Öffentlichkeit ist begriffsbestimmend sondern allein die Existenz mehrer paraleller Lieben.
27. November 2008
der Unterschied ..

(da habe ich mich im 2. Satz aber wieder mal gründlich vertippt.. aber ich denke, der Sinn kam rüber !?)

Promisc: das nenne ich Haarspalterei was Du hier ausführst ..... Du könntest damit eine endlose Diskussion lostreten ......

Also ich finde die Frage ist per Definition perfekt beantwortet ....
27. November 2008

Das ist keine Haarspalterei, Larissa:

Im Idealfall ist die Mehrfach-Ehe nichts anderes als der gesellschaftlich legitimierte Rahmen der Mehrfach-Liebe.

So wie die Einzel-Ehe im Idealfall nichts anderes ist als der gesellschaftlich legitimierte Rahmen einer Einzel-Liebe.
27. November 2008
Schon gut,

wollte Dich nicht reizen ......

have a nice day !
27. November 2008
*lach*

Wirke ich irgendwie gereizt? -schmunzel-

Dir auch einen schönen Tag -zwinker-
27. November 2008
...Doch noch einen drauf setzt....

.... ich habe von offen und ehrlich gesprochen und zwar meinen Patnern gegenüber. Zumindest die in meinem "Geflecht" (Blödes Wort) müssen um die "Tatsache" wissen, wie es mit meinen Gefühlen um sie bestellt ist.
Das heißt noch lange nicht, daß ich meiner Mutter erzählen würde, dass ich zwei Männer gleichwertig liebe. Erstens würde sie es nicht verstehen.
Zweitens hat sie mich anders erzogen, und drittens möchte ich nicht, daß meine Mutter wegen mir ein "schlechtes Gewissen" bekommt bzw, meine Lebenseinstellung ihr in irgendeiner Form Schaden zu führen könnte. Hier auf dem flachen land ist das leider so.
Ich habe auch nie behauptet das es bei allen Polygamien so ist, aber ich bezweifel die wirklich gleichwertige liebe zu allen Patnern.
Allerdings ist es wie gesagt nur ein Zweifel.
Ich selber hab bis vor etwas mehr als einem Jahr auch nicht gedacht, das es so etwas gibt.
Nun ist es so, und so schwer es auch ist, fühlt es sich gut an.

Oh und noch was....
ist mir eingefallen..... (bzw. an den Haaren herbeigezogen lach)

Menofminde hat aus dem Latein übersetzt, ich machs mal aus dem englischen.
Polygamie = YOYOs Übersetzung= Mehrfachspiel
und mit gefühlen zu spielen ist etwas was mir persönlich ganz ganz fern liegt.

*blumenschenk* YOYO
27. November 2008
Definition

ich denke auch, das es so viele Facetten von polymerer Liebe gibt wie bei einer Zweierbeziehung - nur die Grundidee ist festlegbar. Ohne Wissen und Einverständnis aller Beteiligten ist es lediglich ein fremdgehen ..... oder mu´auf längere Sicht scheitern.

Aber ich denke, das ist an anderer Stelle schon ausführlichst diskutiert worden.

Auch bei mir haben die Erziehungsversuche meiner Eltern und der Kirche nichts "genutzt" - ich habe es geschafft!
Habe den weg dazu gefunden und - aller Unkerei meiner Eingeweihten zum Trotz - geht es mir sowas von gut dabei !

Das kann nicht verkehrt sein ..... und hat mit dem bekannteren Begriff "Polygamie" überhaupt nix zu tun ........
27. November 2008
Poly...

Polyamorie steht für mich völlig unabhängig von gesellschaftlich und rechtlich legitimierten und konventionalisierten Beziehungsformen.

Sie findet auf der ebene der Liebe statt.

Sie kann, muß aber nicht zwangsläufig in Zusammenhang mit polygamen Lebensformen gesehen werden.

Polyamorie ist für mich eine rein subjektive Ausrichtung.

Wer polyamor empfindet, kann auch monogam leben, aber er kann auch polygam leben. Eine zwingende Verknüpfung gibt es für mich da nicht.

Ich bin mir nicht sicher ob ich jemals polygam i. E. leben möchte (achtung : meint polygame Lebenspartnerschaft).
Aber ich werde wohl immer polyamor emmpfinden und leben.
Polyamorie schließt Liebesbeziehungen ( auch aber nicht nur sexueller Art) zu verschiedenen Personen ein. Aber sie ist auch eine innere Haltung, die eben Liebe NICHT von einer bestimmten Beziehungsform abhängig macht. Für sie hat Liebe etwas absolutes.

Im Widerspruch steht sie eigentlich NUR zu dem Typ der seriellen Monogamie , die an das "serielle Lieben" geknüpft ist.

Polyanorie steht für mich für den Fortbestand von Liebe, unabhängig und jenseits von lebenspraktischen Beziehungsformen, aber auch INNERHALB einer jeden beziehungsform.
Polygamie und Monogamie repräsentieren eine formale gesellschaftlich/soziale Ebene.
PolyAMORIE ("poly-amores denken") oder MonoAMORIE (die dann mono-normatives denken nach sich zieht) repräsentieren eine emotionale Ebene.
Daß viele den begrifflichen Unterschied zwischen den Begriffen Polyamorie und Polygamie nicht sehen , stelle ich zu meinem Bedauern immer wieder fest. Ein Quell vieler Vorurteile und falscher Annahmen.... :-



Für mich eindeutig Begriffe unterschiedlicher KATEGORIEN.

--> Ein Vergleich - neun nicht Äpfeln mit Birnen - sondern von Äpfeln mit Kirschen. Ich kann beide mögen aber Äpfel bleiben Kernobst und Kirschen bleiben Steinobst. Spitzfindigkkeiten? klar! Ein Obstsalat aus beidem kann extrem lecker schmecken und macht dise Kategorien unwichtig. Aber zu sagen Äpfel und Kirschen - alles nur irgendwie Obst , wäre falsch. Eine Frage des differenzierten "GeschmacksEMPFINDENS" - nicht wahr??


Liebe Grüße von der Tif, die es manchmal recht genau nimmt, aber gleichzeitig nicht alles nur bierernst nehmen will. *gg*

Wünschen allen fruchtige Erlebnisse.
(ist nicht bald Romtopf-Zeit ? *zwinker*)

Lasst uns unser Leben genießen wie es uns passiert...
*wink*
27. November 2008
Individuum und Gesellschaft

N'abend nochmal,

ich denke auch, dass in den beiden Begriffen eine gesellschaftliche-normative Ebene und eine rein individuelle (auch ein Paar ist in gewissem Sinne ein Individuum - sogar "unabhängig" von den PartnerInnen!) zum Ausdruck kommen.

Gesellschaften sind (zu einem gewissen Grad) immer an Stabilität interessiert und versuchen deshalb in dem ein oder anderen Modell menschliche Beziehungen zu verwalten. Die Ehe war jahrhundertelang NICHT als Liebes-, sondern als Produktionsgemeinschaft gedacht und gemeint. Es war völlig üblich, dass beide Eheleute nebenbei ihre Amouren hatten, denn Liebe war eine völlig andere Baustelle.

Liebe gab, gibt und wird es immer geben - und sie ist schlichtweg anarchistisch!

Die Frage, welche Freiräume es innerhalb einer Gesellschaft zu ihrer Verwirklichung gibt, ist dann eben sehr von der Ebene der Gesetze abhängig. Wir haben hierzulande schon ein sehr großes Maß an Freiheit diesbezüglich - um das mal wertzuschätzen.

Und ganz ehrlich - bei "unserem bunten Haufen" - wer will DA denn noch durchblicken??? So kunterbunt wie das polyamore Liebes- und Beziehungsleben ist, wären Gesetzesentwürfe für entsprechende Lebensgemeinschaften doch gleich für den berühmten A....

Um zu den Äpfel, Kirschen und Birnen Tifis eine weitere Metapher zu gesellen:
Wer die unendliche Geschichte kennt (und bemerkt hat, was für ein tiefsinniges Buch das ist!), der erinnert sich an die letzte Szene des ersten Teils, in dem die kindliche Kaiserin (das schöpferische Prinzip des Lebens?) den alten vom wandernden Berg aufsucht (das "verwaltende" oder ordnend-beschreibende Prinzip... die Vergangenheit... vielleicht der Tod?). Als sich beide Treffen, beginnt sich alles in einem sinnlosen Kreis zu drehen, bis Bastian völlig irre wird und den Bann von Außen durchbrechen muss...

Was lernen wir daraus?

Wer sich mit Gesetzgebern an einen Tisch setzen würde, um gesellschaftlich verwaltbare und klar zu beschreibende Beziehungsmodelle zu erarbeiten, in denen alle möglichen Liebesformen berücksichtigt werden... der kann schon mal die Jungs mit dem engen Jäckchen rufen lassen!
*sternchen*

Und ganz ehrlich - ich finde das wunderbar so. Erinnert mich an den Spruch: Leben ist was passiert, während du dasitzt und Pläne schmiedest.

Lasst uns leben!

(Punktabzug für den deutlich zu pathetischen Abgang - ach ne... hat ja die liebe Tifi auch so gemacht - puh!!!)

*grins*

Alle(s) Liebe!!!
27. November 2008
Ganz ehrlich ..

... ich hatte immer shcon heftige Schwierigkeiten mit dem staatlich überwachten und gefördertem Ehegedings.

Warum? Im Endeffekt geht es um Macht und Besitz. Staatlich (und/oder kirchlich je nach Staatsform..) abgesicherte, beurkundete und geschützte Ehen waren immer dazu da, Besitzstände zu wahren, da ging es darum, festzustellen wer legintimer Nachkome und damit Erbe ist. In diesem Sinne auch immer ein männlicher Wunsch .. die Mutterschaft ist ja nur in seltenen Ausnahmefällen strittig, die Vaterschaft per se immer.

Seit der Gleichstellung ehelich legitimer und ausserehelicher Kinder in Erbschaftsfragen sehe ich den verfassungsrechtlich festgeschriebenen Vorzug von Ehe und Familie als völlig verfehlt an .. an sich dürfte nur profitieren, wer sich die Mühe macht Kinder groß zu ziehen und zu versorgen.

Um den Bogen halbwegs zurück zu schlagen ... Polyamorie sollte verfassungrechtlich besonders geschützt werden .. angesichts aktueller Scheidungszahlen einer der wenigen Lebensentwürfe, der Kindern mit größerer Wahrscheinlichkeit ein geborgenes Aufwachsen sichert. Mehrfach geknüft hält besser *zwinker*

Würzige Grüße mit heute mal weitausholenden Gedanken
Marion
27. November 2008
Leider wird in Polygam auch oft was falsches ..

... interpretiert, nähmlich das polygame nur mit viel Sex wollen und kein Herz und Gefühl dabei sein soll.

Aber dies ist ja falsch weil dies sonst eine Ehe ohne Gefühl nur mit Sex wäre.

Also Liebe und Gefühl ist bei beiden Begriffen vorhanden.

Nur das Polygamie eine Ehe mit einem Mann und mit vielen Frauen ist.
So wie es im Islam teilweise so ist.

Wie ist es, geht das ?
Mit einer Frau fest verheiratet zu sein und mit anderen Frauen eine polymore Beziehungsform zu haben ?
Wer hat mit sowas schon Erfahrungen gemacht ?

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