![]() | 28. August 2011 Kritische Gedanken zur Polyamorie Neulich kam ja diese "tolle" 37°-Sendung über Polyamorie. Obwohl die ganze Sendung im Grundton äußerst positiv war, kann man beim genauen Hinhören bei beiden Beispielen feststellen, dass das Bedürfnis nach Polyamorie eher vom Mann ausgeht und die Frau mehr oder weniger ihm zuliebe "mitmacht". Diese Beobachtung deckt sich auch mit eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Damit erhält das neue "revolutionäre" Konzept der Polyamorie eine Nuance, die zu einem sehr überkommenen Beziehungsmodell gehört, dass nämlich die Frau Dinge (mit-)macht, die sie selbst nicht unbedingt wählen würde. Rein biologisch gesehen gibt es ja genug Hinweise dafür, dass der Mann eher zur polygamen und die Frau eher zur monogamen Lebensweise tendiert. Es kann durchaus sein, dass eine Frau die biologische und gesellschaftliche Konditionierung überwindet und ganz frei und freilassend mit ihrem (Haupt-) Partner polyamor leben kann. Ich habe aber da meine Zweifel, dass das der Regelfall ist. Selbst beim Fremdgehen vermute ich, dass Frauen und Männer das tendenziell aus unterschiedlichen Motiven machen, Männer eher aus einem polyamoren Bedürfnis nach Abwechslung und Frauen eher, weil sie sich vernachlässigt fühlen. Und so stellen sich für mich viele Beziehungen - ob mono oder poly - so dar, dass der Mann seine Poly-Tendenz zurückstellt, heimlich oder offen lebt bzw. einen Kompromiss sucht und die Frau sich eigentlich einen "treuen" Partner wünscht, der immer für sie da ist, die Poly-Tendenzen des Partners mehr oder weniger toleriert, weil sie ihn liebt und nicht verlieren will und selbst nur nach anderen Männern schaut, wenn der Partner das auch tut oder ihr zu wenig Aufmerksamkeit gibt. Ich will hier nicht die Polyamorie schlechtreden, denn ich selbst fühle schon immer polyamor, aber ich möchte auch die Gefühle der Mensch respektieren, die mir nahe stehen. |
![]() | 28. August 2011 hm..wie kommst du zu deinen Vermutungen? liebe grüße fly |
![]() | 28. August 2011 @ mwalimu Da mir anderweitig die Möglichkeit fehlt... stimme ich dir auf diesem Wege zu. |
![]() | 28. August 2011 @fly_for_elle ... hautsächlich durch meine eigenen Erfahrungen. Schon meine erste richtige (relativ späte) Beziehungserfahrung war, dass ich mich gleichzeitig in zwei Frauen verliebte und das ganz normal fand. Weil ich noch so unerfahren war, habe ich viel zu spät registriert, dass die Frauen ganz anders fühlten,und es gab ein Desaster, das sich Jahre später in einer anderen Konstellation wiederholte. Inzwischen bin ich durch viele Jahre Beziehung und viele Begegnungen mit Frauen im Rahmen von Tantra etwas sensibler geworden. Eine Erfahrung die ich machte war, dass besonders Frauen durchaus eine Zeitlang offen für mehrere Beziehungen waren und auch ihre Partner freiließen, dann aber kam eine besondere Art des "Verliebens" und aus wars mit Poly. Dass sogar von den beiden Poly-Protagonisten Silvio und Mara die ich schon im Nachtcafe und bei Maischberger gesehen habe, in der erwähnten 37°-Sendung ebenfalls Aussagen in der Richtung kamen, das der Poly-Gedanke eher vom Mann ausgeht, hat meine Vermutung bestärkt. |
![]() | 28. August 2011 Rein biologisch gesehen gibt es ja genug Hinweise dafür, dass der Mann eher zur polygamen und die Frau eher zur monogamen Lebensweise tendiert. Ja?Welche Hinweise? OK, wir leben in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft, die sich durch die Christianisierung (auch der Islam ist vom AT und NT geprägt) eine deutliche "Vorherrschaft" geschaffen hat. Und dennoch gibt es ebenso martiarchalische Gesellschaften und soziale Gefüge ohne eine geschlechtliche Präferenz. Es kann durchaus sein, dass eine Frau die biologische und gesellschaftliche Konditionierung überwindet und ganz frei und freilassend mit ihrem (Haupt-) Partner polyamor leben kann. Ich habe aber da meine Zweifel, dass das der Regelfall ist. Es gibt keine biologische Konditionierung der Frau auf eine monoamore Lebensweise. Dies ist in meinen Augen nur eine konstruierte Begründung für das Patriarchat.Selbst beim Fremdgehen vermute ich, dass Frauen und Männer das tendenziell aus unterschiedlichen Motiven machen, Männer eher aus einem polyamoren Bedürfnis nach Abwechslung und Frauen eher, weil sie sich vernachlässigt fühlen. Da steckt vermutlich das (dein?) Problem drin:Ein Bedürfnis nach Abwechlung (beim Sex) hat nichts polyamores, und dieser Wunsch ist bestimmt auch nicht nur den Männern vorbehalten Abwechslung beim Sex (verschiedene Partner) und auch die Flucht aus einer (sexuellen) Vernachlässigung in der Beziehung drückt sich eher in einer promisken Lebensweise aus, die durchaus mit einer polyamoren einher gehen kann. Aber sie ist nicht der tiefere Grund für ein polyamores Empfinden, sondern erst einmal nur für das Fremdgehen oder auch im besseren Fall für sexuell offene Beziehungen. Polyamory hat eine völlig andere Ursache - es geht um Liebe, um die Möglichkeit, dieses Gefühl mehreren Menschen gegenüber gleichzeitig entgegen zu bringen. Diese Liebe kann natürlich auch durch entsprechende sexuelle Beziehungen ergänzt werden, aber das Sexuelle ist nicht der Antrieb dafür. |
![]() | 28. August 2011 Eine Erfahrung die ich machte war, dass besonders Frauen durchaus eine Zeitlang offen für mehrere Beziehungen waren und auch ihre Partner freiließen, dann aber kam eine besondere Art des "Verliebens" und aus wars mit Poly. Aber ist nicht gerade diese "besondere Art des Verliebens" das Hauptmerkmal einer polyamoren Beziehungsstruktur und die Unterscheidung und Abgrenzung zur "(nur) sexuell offenen Beziehung"?In der klassischen "offenen Beziehung" wird die tiefe Liebe zu einer weiteren Person oft zu einem großen Problem, an dem diese Art der Beziehung zerbrechen kann - trotz aller Offenheit und Ehrlichkeit. Und das sowohl beim Mann wie bei der Frau. Polyamor zu leben heißt, diese weitere tiefe Liebe zu einer weiteren Person als etwas völlig normales, als emotionale Erweiterung und Ergänzung der Beziehung zu sehen - egal, ob mit oder ohne Sex zu diesen weiteren Partnern. |
![]() | 28. August 2011 @ mwalimu ich sehe das nicht so wie du. bei polyamorie geht es um liebe. man liebt jemanden, weil man ihn gut kennt, wertschätzt, sich hingezogen fühlt, begehrt, usw. ... und dieses gefühl der liebe kann unanbängig voneinander zu mehreren personen entstehen. da sehe ich keine unterschiede zwischen männern und frauen. ohne es je verifiziert zu haben, glaube ich genau so viele frauen wie männer zu kennen, die z.b. schon einmal in der klassischen situation waren zwei personen gleichzeitig zu lieben und es als tragischen konflikt empfanden, weil sie glaubten sich für eine person entscheiden zu müssen ...da ihnen eine lösung bei der alle beteiligten miteinander klar kommen, aufgrund gesellschaftlichen konventionen, erziehung, wertesystem, etc., gar nicht in den sinn kam. |
![]() | 28. August 2011 @mwalimu danke dir für deine erläuterungen. so ganz verstehe ich immer noch nicht, was du mit "besonder verliebtheit" meinst. ich persönlich habe lange zeit mit mir (und ich bin ne frau!!!) gehadert, weil ich mich immer wieder während meienr langjährigen beziehung und ehe verliebt habe. und ich habe das recht schnell gemacht. ich habe anfangs gedacht, das mir vielleicht etwas bei meinem partner fehlt, wenn ich aber in mich hineingehorcht habe, dann bin ich immer auf meinen wunsch gekommen, sowohl meinen mann, als auch den mann, in den ich mich verliebt habe, lieben zu dürfen. aber ich lebte in einer völlig monogamen beziehung und habe diesen wunsch meines mannes auch respektiert und bin nicht mal fremdgegangen. aber verliebt war ich immer wieder und habe sehr gelitten. gelitten habe ich unter anderem deswegen, weil ich mich selbst für "unnormal" gehalten habe, mit meinem wunsch, mehr als einen menschen zu lieben. und darunter, das nicht ausleben zu können. erst sehr viel später habe ich das wort polyamorie kennengelernt und endlich verstanden, das es auch anderen mesnchen so geht, das es ein lebensmodel ist und das ich überhaupt endlich sehen konnte, das er eben nicht "unnormal" ist, dieser wunsch in mir. soviel ersteinmal zum wunsch poly zu leben und zu lieben. hm..und wenn du nun so schreibst, das es eine unterschiedliche biologie bei männern und frauen gibt, dann frage ich mich gerade, bin ich evtl. gar keine biologische frau? nun, ich kenne die evotionsbiologische sicht und ich kenne auch das (für mich) bestehende vorurteil, das männer und frauen biologisch nicht gleich sind. und ich selbst widerspreche diesen thesen. ich glaube (und da schreibe ich definitiv ich glaube, weil wir es leider nicht wirklich wissen, denn wir wissen von der mesnchwerdung nur durch die geschichtswissenschaften und die wenigen geschichtlichen schreibungen und artefakte. es fehlen einfach zu viele details und vieles steckt einfach im nebel der vergangenheit) das menschen immer schon polyamor gelebt haben und das es völlig andere soziale gefüge gab, die über jahrtausende funktionierten. ich glaube allerdings auch, das es eine entsprechende sozialisation gab und auch heute noch gibt, die unsere gesellschaftlichen zwänge und unser verhalten prägen und das eben weitaus mehr, als die biologie und die evolutionstheorie uns erklären könnte. ich will biologische fakten damit nicht von der hand weisen und auch die evolution ist ein wichtiger faktor. aber sie erklären nicht alles, was zwischenmenschlich und in uns selbst von statten geht. frauen sind über jahrtausende innerhalb des patriarchats (und das sehe ich ohne wertung, weil ich weder eine feministin bin, noch eine verfechterin des matriarchats) durch verschiedene bedingungen dazu konditioniert, auf eine bestimmte art und weise zu fühlen und zu leben. vielfach wird angegeben, männer wollen ihren samen möglichst weit verbreiten und frauen wollen den möglichst zu ihnen und ihren genen passendsten erzeuger haben, den mit dem größten status und der garantie, das sie ihren nachwuchs am sichersten und fördersten großziehen können. mag alles sein, aber das ist mir zu eindimensional. dann fehlt mir bei diser these das, was uns als menschen ausmacht. das wir fühlen und denken und wählen können. und mir fehlt der aspekt, das frauen und männer rein biologisch mit einigen anatomischen unterschieden gleich sind. ich glaube eher, das konstrukt monogamie, das definitiv eine männliche sichtweise hat, weil es etwas ist, was männer bis weit in unser letztes jahrhundert verfochten haben, ein rein gedankliches konstrukt ist. eines was auf besitzdenken und machtanspruch basiert. und das dem biologischen gedanken, der mann will seinen samen weit verbreiten völlig entgegen steht. über jahrtausende und jahrhunderte zurück wurden menschen auf monogamie konditioniert. lediglich der gedanke der polygynie wurde historisch und gesellschaftlich akzeptiert und wird auch in weiten teilen der welt immer noch akzeptiert. und aus meienr sicht nicht aus dem grunde, das da mehrere liebesbeziehungen akzeptiert werden, sondern völlig andere wünsche hinter stehen. frauen ist es so lange verboten gewesen, überhaupt sexuell eigenständige wesen zu sein und erst innerhalb weniger jahrzehnte hat sich da in vielen teilen der welt etwas geändert. heute ist auch bei den meisten menschen die monogamie das ziel und das ist für mich auch völlig richtig so, weil alte konditionierungen wirken. und das sicherlich am meisten bei frauen. aber ich unterscheide ganz klar zwischen monogam, fremdficken wollen und polyamor. für mich ist polyamorie ein lebensmodell, das meinem eigenem inneren fühlen am nähesten kommt und ich bin froh darum, das ich das heute auch so leben darf, für mich eine errungenschaft dieses jahrhunderts. nicht die olyamorie, sondern das ich mich von den konventionen der moral und der gesellschaft lösen kann. zumal ich denke, männer, die das ausleben wollen werden innerhalb unserer gesellschaft damit eher akzeptiert, als frauen. was ich auch als einen grund ansehe, warum frauen sich da vielleicht eher bedeckt geben. hat ein mann mehrere frauen, dann ist das immer noch etwas anderes, als eine frau mit mehreren männern. der verdacht dann eine schlampe zu sein liegt doch nahe?!? 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![]() | 28. August 2011 @mwalimu jetzt habe ich so viel geschrieben, warum ich denke, das polyamorie bei frauen eher noch die ausnahme ist, aus meiner sicht. aber beim lesen habe ich noch andere aspekte gefunden, die mir aufgefallen sind. für mich gibt es tatsächlich einen großen unterschied, ob ein mensch promisk ist in seinem sexualverhalten oder ob er polyamor ist und damit eben auch zwei oder mehr menschen mit tiefe und innigkeit lieben kann. wenn ich lediglich offene beziehung lebe, damit eben neben einer/m frau /mann noch andere sexuelle kontakte habe, auch wenn sie längerfristig angelegt sind, dann wird da eher weniger die tiefe zum anderen entstehen, die liebe ausmacht. dann bezieht sich das, was an gemeinsamen ist eben in der regel auch nur auf die gemeinsam erlebte sexualität. lebe ich polyamor, dann gibt es für mich (und da spreche ich nur für mich) keinen unterschied in der wertigkeit einer liebesbeziehung. dann kann es mal vorkommen, das ich mich einem mann näher fühle und später einem anderen und auch mal mehr zeit mit dem einen oder anderem verbringe, weil es sich so ergibt, aber generell sollte das eine sache der absprache untereinander sein. für mich als frau bedeutet polyamor zu leben auch, wesentlich mehr energie und zeit in beziehungsarbeit zu legen. wobei ich denke, das ist eben auch kein typisch weibliches ding, sondern eine sozialisationsfrage. ich mache da nämlich auch keinen unterschied bei der fähigkeit von männern und frauen zu empfinden und beziehungsarbeit zu leisten. die ist bei beiden geschlechtern gleich und auch hier ist vielleicht eine sozialisation in richtung, dass das eher frauen zugeschoben wird, aufzulösen. für mich kommt es darauf an, wie reif und entwicklungsfähig ein mensch ist und wie weit er gewillt ist, diesen weg zu gehen. sich mit sich und dem oder den anderen auseinander zusetzen. für mich ist es wesentlich einfacher, zu akzeptieren, ein mann oder eine frau hat neben mir noch andere meschen, die er liebt oder mit denen er auch nur sexuelle kontakte pflegt. da empfinde ich keine eifersucht. anders sieht es innerhalb einer triade aus, mit eienr weiteren frau, da kommen dann schon auch empfindungen in mir hoch, die ich mir genau anschauen will und muss, soll es gelingen so zu leben. aber meine erfahrung ist einfach auch, das nicht jeder mit der gleichen reife und dem gleichen wunsch an auseinandersetzung mit sich und den anderen an die sache heran geht. und das unterscheidliche wünsche eben auch zu unterschiedlich erfolgreichen versuchen führen können. somit heißt beziehungsarbeit für mich dabei noch mehr reden..reden..reden, als in einer zweierbeziehung. will ich das schöne haben, muss ich auch in den sauren apfel beissen und die weniger schönen seiten miteinbeziehen. poly fühlen heißt noch lange nicht poly auch leben zu können. und ich persönlich finde es schade, das sich viele menschen das sehr einfach machen, und die biologie als erklärung wählen, das männer und frauen nicht gleich sind, meiner meinung nach bestehen wir aus mehr als unserer biologie und haben nicht nur die fähigkeit unseren verstand für neue errungenschaften einzusetzen, sondern auch unser gefühl und unseren verstand, den wir dazu benutzen können, dinge verstehen zu lernen und sie dann auch leben zu können. liebe grüße fly |
![]() | 28. August 2011 fly_for_elle, ich gehe mit dir völlig konform. In der Biologie gibt es keine Notwendigkeit für die Frau monoamor zu leben. Dafür gibt es viele Beispiele. Diese "Notwendigkeit" ergab sich erst durch die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frau im Patriarchat. Sie wurde gezwungen, dem Mann, von dem sie wirtschaftlich abhängig war, zu garantieren, dass ihre Kinder auch seine waren. Und so durfte zwar ein Mann unter Umständen sogar mehrere Frauen haben, aber eine Frau nicht mehrere Männer. Aus dieser gesellschaftlichen "Norm" resultiert heute noch dieses Vorurteil, die Männer können halt nicht anders und die Frauen seien "von Natur aus" nur an einem Mann interessiert. |
![]() | 28. August 2011 für mich gibt es tatsächlich einen großen unterschied, ob ein mensch promisk ist in seinem sexualverhalten oder ob er polyamor ist und damit eben auch zwei oder mehr menschen mit tiefe und innigkeit lieben kann. ich finde, die übergänge dazwischen sind in der realität fließend - sowohl in der eigenerlebten als auch in der, die mir aus berichten meiner polylebenden freunde entgegentreten. (das macht einen teil des problems aus, mit dem polys sich manchmal herumschlagen. ich halte nix von schubladendenken - weder in die eine noch in die andere richtung.) aber ich bin mir sicher, daß polyamorie keine typisch männliche oder weibliche 'veranlagung' ist. sie ist einstellung, herzenssache, bedürfnis und gehört damit m.e. zu den sozialen konditionierungen. allerdings lockern sich diese seit einigen jahrzehnten. wir müssen nicht immer unsere eigenen hemmschwellen als soziale konditionierung anprangern. so gesehen, bin ich eine begeisterte schlampe... und zuguterletzt: ich meine in etwa gleich viel polyamore frauen wie männer zu kennen.... |
![]() | 28. August 2011 poly fühlen heißt noch lange nicht poly auch leben zu können. und das ist meist eine umfelderfahrung.... oder persönliche unreife? |
![]() | 28. August 2011 ich finde, die übergänge dazwischen sind in der realität fließend - sowohl in der eigenerlebten als auch in der, die mir aus berichten meiner polylebenden freunde entgegentreten. Natürlich gibt es hier kein Entweder-Oder.(das macht einen teil des problems aus, mit dem polys sich manchmal herumschlagen. ich halte nix von schubladendenken - weder in die eine noch in die andere richtung.) Polyamory und Promiskuität sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, aber natürlich treffen sie oft auch aufeinander und beides kann sehr schön sein (auch in der Verbindung). Ist so ähnlich wie mit BDSM und Poly oder Tantra und Poly oder auch Motorradfahren und Poly Allerdings sehe ich keine direkte Korrelation zwischen beiden. |
![]() | 28. August 2011 @zerbinetta poly fühlen heißt noch lange nicht poly auch leben zu können. und das ist meist eine umfelderfahrung.... oder persönliche unreife? ich kann da ja nur für mich sprechen, aber bei mir ist es beides. die gemachten erfahrungen und eine teilweise fehlende emotioanle reife, mit bestimmten dingen die z. b. eine triade begleiten. klar zu kommen. wobei ich so ein erklärungssuch- junkie bin aber jeder geht damit anders um, denke ich und das ist eben auch gut so. mit der obigen aussage meinte ich auch eher, poly fühlen kann ja schon längere zeit bestehen, als ausgangsvoraussetzung vielleicht und dann kommen erst die schritte des erlebens. und letztlich wird es auch viele geben, die es andersherum erlebt haben, die in eine solche situation geschliddert sind und dann erst gespürt haben, das es schon in ihnen wohnte. und eben auch die menschen, die es ausprobieren, weil die situation sich so ergibt und merken, nee..das ist so gar nichts für mich. ich gehe aber immer davon aus, das die menschen, die poly leben, das auch aus ihrem eigenem willen und der eigenen entscheidung heraus tun. allerdings lockern sich diese seit einigen jahrzehnten. wir müssen nicht immer unsere eigenen hemmschwellen als soziale konditionierung anprangern. da hast du recht, nicht zumindestens, wenn wir diese sozialen konditionierungen als fakt bestehen lassen und nicht erkennen, das wir huete in der glücklichen lage sind, uns davon zu lösen und die eigene verantwortung für unsere zufriedenheit übernehmen. ich kenne nur wenige frauen, die polyamor leben in meinem umfeld, dafür aber ne menge männer, die manchmal eben lieber die schokoladenseite nehmen und ja..ich bin auch sehr gerne in diesem zusammenhang eine schlampe |
![]() | 28. August 2011 Ich habe mir diese Doku (37 Grad) genau aus dem Grund nicht angeschaut: ich habe hier schon gelesen, dass die Berichterstattung etwas einseitig war. Bzw. so rüberkam (zumindest bei Nicht-Polys). Es kam so rüber, dass ein Partner nur wegen dem anderen mitmacht und dass es meist die Frauen waren, die mitgemacht haben. Bei uns z.B. ist es umgekehrt: in meinen Beziehungen bin ich Poly. Mein Mann will nur eine normale offene Beziehung (Sex ohne Beziehung und Verpflichtungen, allerdings schon langfristige "Affären"). Er toleriert aber, dass ich mehrere Beziehungen führen will. Mein Zweitpartner ist komplett monogam und hat ein großes Problem mit meinem Poly-Sein. Mit meinem Mann hat er sich arrangiert bzw. kannte er mich nie als Single, aber er kann mich sonst mit keinem teilen. Ich dagegen könnte es mir schon vorstellen, dass ich parallel Gefühle für einen dritten Mann empfinden könnte. |