Ist das Liebe "opfern"?

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15. Nov 15

viel Bedenkenswertes!
Danke DolceAmara - ich teile Deine Skepsis zur oft zitierten Entwicklung in einem bestimmten Sinn.

Natürlich: Ich habe mich weiterentwickelt, in allen Phasen und Zeiten meines Lebens.
Ein sehr privater Prozess ist das jeweils. Und er hat viel, fast ausschließlich, mit mir zu tun.
Langsam geht das und schrittweise sowieso.
Schön finde ich, dass ich solche Prozesse auch bei meinem Mann und in der Ferne immer such bei meinen Kindern sehe. Sogar meine 88-jährige Mutter kennt noch Veränderungen und freut sich darüber.

Mit Verbesserung hat das nur am Rande zu tun, mit Aufstieg oder Karriere auch eher wenig.
Mich entwickeln können ist eine Qualität für mich und mein eigenes Leben und Überleben - das ist lebendig.

Schönen Sonntag!
 
 
15. Nov 15

Guten Abend in die Runde,

das erste, das mir ins Auge gesprungen ist, war die Verknüpfung zwischen "einander lieben" und "einander brauchen"! Und ich kann mich deiner (schnuff1978) Einstellung nur anschließen. Ich wünsche mir meine Liebe(n) auch dergestalt, dass man Wege miteinander geht, aber frei von Abhängigkeiten.

Diese Form der Ich-brauche-dich-Liebe halte ich für ganz schwierig und nicht wohltuend. Auch wenn ich selbst immer mal wieder in diese Falle tappe ... "Ich brauche dich" heißt doch letztlich "Ich habe bestimmte Bedürfnisse, und du - lieber Partner - bist dafür zuständig, sie zu erfüllen". Damit schiebe ich doch die Verantwortung für mein eigenes Wohlbefinden auf den anderen ab, und das will und kann ich für mich nicht wollen!

Im gleichen Zusammenhang sind mir die Beiträge aufgefallen, in denen Schnuff eine "ich ich ich" Haltung vorgeworfen wird und dass es ihm in erster Linie um ihn selbst und nicht um seine Frau ginge. Hallo? Natürlich tut es das! Wenn ich liebe, dann ist hat das doch verdammt wenig mit Altruismus zu tun. Es geht mir doch um MEIN Wohlbefinden. ICH fühle mich wohl, wenn ich mit der geliebten Person zusammen bin und all die liebevollen Dinge, die ich für das geliebte Wesen tue, tue ich doch nur, weil sie auch MEIN Wohlbefinden verstärken und mehren.

Und selbst all die Beziehungsarbeit, das Aufeinanderzugehen in Konflikten, auch die Kompromisse, dienen doch dazu, dass ICH mich mit der Beziehung a) wohl fühle und sie b) aufrecht erhalte. Das ist doch per se egoistisch und ich sehe überhaupt keinen Anlass für einen Vorwurf.

Schwierig finde ich allerdings das Vorhaben, den unwilligen Partner von den "Vorteilen" der Polyamorie zu überzeugen. Da fände ich es besser und aufrichtiger, bei sich selbst zu bleiben und einfach nur zu sagen "Das ist es, was ich möchte. Und ich wünsche mir, dass wir eine Möglichkeit finden, um unseren Weg (trotzdem) gemeinsam weiterzugehen". Man kann einen Partner nun einmal nicht überreden, etwas gut zu finden, nur weil das einen selbst entlasten würde. Aber man kann versuchen, gemeinsam herauszufinden, wo und wie und wie weit man aufeinander zugehen kann.
 
 
15. Nov 15

Lene
Danke! Danke! Danke!

Liebe F.F.,
Ich habe vor Jahren Lene gelesen und die, ohne zu ende zu kommen in meinem letzten Umzug verloren.
Ich suche die seit Jahren in Internet als "Lena". Jetzt weiß ich warum ohne Erfolg!

So weit ich gelesen hatte passt zu die Beziehung die ich heute habe. Allerdings ich und meine Frau sehen wir uns selbst als Familie aber nicht als Paar. Und ich spreche immer über meine ex-Frau. Aber anderes Eindruck hatte ich auch nicht von Lene und ihre Mann. Genau wie die beiden, leben wir im familien und sprechen mit einandere über unsere Gefühle. Ihre Freund kommt oft für mehrere Tage zu uns und ich habe in den Jahren auch ein paar beziehungen gehabt.

Aber... ich muss jetzt den Buch noch weiter lesen *g*

Übrigens meine Frau war ganz gegen Jede sorte von nicht monogamische exclusive Beziehung, hatte sogar gesagt es kann nicht sein dass ich ihr liebe wenn ich nicht eifersüchtig bin. Jetzt ist sie auf eigene Füße in polyamory gegangen.
Das gleiche hat passiert mit meine ex-freundin. Leider beide ohne mich *schiefguck* ... komisches Welt! *ggg*

Ich habe die Eindruck, das das erstes mal die sie mit das konfrontiert müssten, zu hart ist. Und bei den zweites Mensch die den das vorschlägt, es ist viel einfacher sie sich zu offen.

Hat sie die Möglichkeit auszutauschen mit leute die poli leben? Hat sie selbst Lene gelesen?

Liebe Grüße und viel Glück ihr beiden.
Marbore
 
 
15. Nov 15

Buch Lene
*offtopic*

Kann bitte jemand das Buch Lene kurz genauer posten. Autor + Titel + Verlag?
DANKE.
 
Themenersteller
 Themenersteller
16. Nov 15

Danke.
Ich war/bin überwältigt ob der vielen konstruktiven, kritischen, unterstützenden Gedanken, an denen Ihr mich auf diese Art teilhaben lasst.
Dafür möchte ich mich ersteinmal bedanken.
Es ist eine Menge Input, der mir die Möglichkeit gibt altes zu überdenken und neue Perspektiven einzunehmen.
Wohin das führen wird, weiß ich, glücklicherweise, nicht. Das es am Ende das richtige und gute ist, davon bin ich allerdings überzeugt.

Es ist schön zu erfahren das man mit dieser Problematik nicht alleine steht und es ist gut kritische Kommentare zu erlesen, die für die Selbstreflexion (zwar nicht schön :)) sehr wertvoll und zielführend sind.

Und dann geschieht es, dass ein Beitragender in Worte kleidet was mir nicht gelang, obwohl ich es genau so empfinde.
Das hat Serendipitous getan der ich auf diesem Wege meine Dankbarkeit ausdrücke.
Du hast, perfekt, verbalisiert was ich, ebenfalls, empfinde.

Ich bin gespannt wie es weitergeht und werde dem Forum treu bleiben.

Der F.F.
 
 
16. Nov 15

Verlustangst
Ich habe Angst das sie mich verlässt.

Der Satz des TE und verschiedene Beiträge dazu, besonders Serendipitous', veranlassen mich, nach 8 Polyjahren, das Thema grundlegend zu betrachten. Ich habe erst vor ein paar Monaten erkannt, dass ich damit etwas zu habe...*lol*

Wenn ich Angst habe, etwas zu verlieren, glaube, ich etwas zu sein oder zu haben, das mir wert, lieb oder wichtig ist und durch eine Wahrnehmung im Außen genährt wird.
So wie ich Liebe empfinde, ist sie ein Gefühl, ein Geschenk, das durch innere, positive Resonanz mit meiner Wahrnehmung eines äußeren Phänomens entsteht. Wie für alle Gefühle, bin ich dafür verantwortlich und ursächlich durch mein Sein; das Äußere ist lediglich wie ein Reiz, ein Ton, der etwas in mir zum Klingen bringt. Liebe kann die Resonanz als Reaktion sein. Wenn ich Angst fühle, kann mein Resonanzkörper nicht oder nur in gebrochenem Klang schwingen. Wenn Angst in mir ist, ist da keine Liebe, allenfalls Begehren.

Was hat das mit meinem Gegenüber zu tun?
Auch zur Angst kann ich nur in Resonanz gehen, wenn ich dafür in mir einen Resonanzkörper trage. Rhetorische Frage: Ist mein Gegenüber oder etwas Außen wirklich dafür ursächlich oder gar verantwortlich dafür, wie ich einen Reiz wahrnehme und mit ihm umgehe?

Also hat die Verlustangst, ebenso wie die Liebe, in letzter Konsequenz nur etwas mit mir zu tun. Meine Liebe, wenn ich sie als meinen inneren Prozess verstehe, kann ich nicht verlieren, wenn ich meine Umwelt und jede Situationen akzeptiere, wie sie ist; das ist imho der "beste" Weg, der Angst zu begegnen.
Bei einer Trennung mag ich das Gelebte, den Reiz verlieren, der meine Liebe nährt und weiter klingen lässt, auch die weitere Entwicklung mit einem bestimmten Menschen, aber nicht das, was mit ihm war. Mag sein, dass meine Liebe dann nur noch aus Erinnerungen genährt wird, aber ich kann sie jederzeit im Jetzt fühlen, wenn ich das möchte.

Für mich bleibt das ein bereicherndes Geschenk, das immer noch auf mein Sein wirkt, und für das ich dankbar sein kann.
Egal wie ich damit umgehe: Liebe lässt frei, Angst fesselt.

Mir ist bewusst, dass ich von einem Ideal spreche, von einem Weg, den ich gehen möchte. Das ist ein lebenslanger Prozess, und kein Ziel.

Herzlich
Tom
 
 
16. Nov 15

Ehrlich währt am längsten
Im gleichen Zusammenhang sind mir die Beiträge aufgefallen, in denen Schnuff eine "ich ich ich" Haltung vorgeworfen wird und dass es ihm in erster Linie um ihn selbst und nicht um seine Frau ginge. ..... Wenn ich liebe, dann ist hat das doch verdammt wenig mit Altruismus zu tun. Es geht mir doch um MEIN Wohlbefinden .... Das ist doch per se egoistisch und ich sehe überhaupt keinen Anlass für einen Vorwurf

Es ist ja das Eine, dass jemand eigene Wünsche hat und versucht, diese zu realisieren. Von mir aus darf das dann auch gerne egoistisch genannt werden. Bin ich selbst auch manchmal. Dann sage ich das aber auch!

Banales Beispiel: seine Wohnung ist ein Saustall. Mag ich nicht. Deshalb greife ich manchmal selbst zum Lappen. Wenn er sich dann artig *zwinker* bedankt, sage ich gerade heraus: "das tue ich nicht für Dich, sondern für MICH!" Und gebe ihm damit eine Motivationshilfe, künftig selber für Sauberkeit zu sorgen. Davon profitieren wir beide. Wofür ich dann artig "Dankeschön" sage. *g*

Aber etwas ganz Anderes ist es, dass ich im hiesigen Beispiel einfach das Gefühl habe, der Partnerin soll die "Entwicklung" (ich kann das Wort bald wirklich nicht mehr hören!) primär in IHREM eigenen Interesse schmackhaft gemacht werden. Dass ER davon deutlich mehr profitiert, wird elegant unter den Tisch fallen gelassen.

Und gerade fällt mir noch ein anderes Beispiel dazu ein: erinnert mich irgendwie an einen kleinen Jungen, der seiner Mutter ein tolles Taschenmesser zum Geburtstag schenkt. Weil ER es gerne hätte! *zwinker*
 
 
17. Nov 15

Titel: Lene
Autor : Herdis Møllehave

Verlag: Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, (1983)

ISBN-10: 3499150867
ISBN-13: 978-3499150869

 
 
30. Nov 15

Ich erzähle einfach mal von mir...

Monogam habe ich noch nie gefühlt und es auch nie verstanden. Als ich meine (später langjährige) Partnerin traf und wir beide den Wunsch hatten, zu heiraten, sah ich keine Alternativen, deutete aber (zu!) vorsichtig an, daß ich dazu eigentlich nicht tauge.

Ein paar Jahre ging es gut, gut, naja...dann mußte ich aber wieder Luft unter den Flügeln spüren - zuerst heimlich, hatte ja nicht wirklich eine Ahnung, was mir fehlte, dann mit Wissen und sogar Unterstützung meiner Partnerin.
Sie begann selber wieder sich auch über unsere Beziehung hinaus zu öffnen, aber leider ohne wirklich das zu finden, was zu ihr gepaßt hätte - bei mir war es ja kaum anders, aber ich bin anders gestrickt.
Nach ein paar Jahren fühlte sie, daß ihr unsere Beziehung zu offen sei. Ich wollte aber mit Bestimmtheit nicht zurück in die anfängliche Enge.
Daraus entwickelte sich, daß wir heute nicht mehr miteinander leben, aber gut befreundet sind - zeitweise empfinde ich mehr Nähe als in den Zeiten der "richtigen" Ehe.

Ich bin dann noch einen Schritt weitergegangen und habe mich entschlossen, mein Mannsein, mit dem ich mich nie wohlgefühlt habe, an den Nagel zu hängen.
Das ist für meine Partnerin ein herber Verlust. Wir wissen nicht, wie sie auf Dauer damit umgehen kann. Im Augenblick möchte sie mich "so" nicht erleben. Als TV ging das über jahre ohne Problem - aber da kehrte ich ja auch in meine Rolle als Mann zurück.
Liebe ist nach wie vor da und ich bin froh, über die Gelassenheit, mit der wir miteinander umgehen können.

Aber wir haben uns beide mit den Jahren verändert und entwickelt, nicht im Gleichschritt und nicht in der selben Richtung...und ich möchte keinen Tag missen!

Trixy


Was hat das mit dem Thema zu tun?
Ich wollte zeigen, daß man manchmal loslassen muß und auch einen Schritt ins Ungewisse riskieren, damit etwas neues und gutes Platz haben kann.
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