"Reden" Poly´s mehr miteinander?

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Themenersteller
31. Mai 2017
"Reden" Poly´s mehr miteinander?

Hallo liebe Forum Leser,

nun lese ich hier schon seit einiger Zeit diverse Beiträge, über alle möglichen Vorfälle, Szenarien oder Probleme allgemeiner Natur. Deswegen bin ich ja hier *lach*

Mich reizt diese Art der Beziehung, es gibt ein komisch-wunderbares-schönes Gefühl bei dieser Vorstellung, jedoch frage ich mich immer noch - warum ist das so? Ich habe nie "Poly" gelebt!

Kommunikation war für mich immer sehr wichtig, sprich - das Reden über Probleme, Sorgen usw.
Leieder war ich in meiner Beziehung mit dieser Ansicht alleine......aber das nur am Rande.

Ich will euch auch nicht lange nerven damit, also hier meine Frage:

Glaubt ihr, das Menschen die eine Poly Beziehung führen, von Natur aus mehr an Kommunikation (Partnerschaftlich) interessiert sind, als mono "Menschen" *lach*

Mag das eine mit dem anderen zusammenhängen?

daß nur, weil ich immer wieder lese:
• ich habe gesprochen mit ihr/ihm
• wir haben zusammen gesprochen
• wir haben viel geredet über das Thema
• wir haben immer wieder gesprochen darüber

Also Dinge auch wirklich ausdiskutieren, das heißt - der Partner bietet die Bereitschaft weiterhin zu reden, obwohl das Thema für "ihn" eigentlich fertig ist, aber er merkt, das Klärungsbedarf beim anderen besteht. Ich finde das echt gut, wenn Menschen das erkennen und reagieren.

Nun ist gut *g* Wenn ihr Zeit und Lust habt, würde mich eure Meinung sehr interessieren.

LG SC
 
31. Mai 2017

Mal so rein rechnerisch:
Ich lebe mehrere Beziehungen, und rede deshalb zwangsläufig mehr. Schon allein damit alle auf dem neuesten Stand sind. Wobei Reden hier auch Zuhören meint.

Und davon Abgesehen bin ich ein Fetischist der menthalen Interaktion. Gespräche, für mich wirklicher authentischer Kontakt, sind mein Schlüssel zum Miteinander, zur Nähe, zum Verstehen. Und damit zur gefühlten Anbindung und Verbindung.

Für mich sind bei gemeinsamen Themen/Prozessen/Problemen die letzten Worte erst gesagt, wenn die letzten Worte gesagt sind.

PS:
Gedacht ist nicht gesagt
gesagt heist nicht gehört
gehört heist nicht verstanden
und verstanden heist nicht einverstanden...

Also sind die letzten Worte zu einem Thema auch erst "gesagt", wenn auf der anderen Seite auch ein 'einverstanden' geht.
Geht dies nicht, bedeutet das für mich ein Stück Trennung/Distanz/Abstand.

Letzteres umschreibe ich mit dem Rabattmarkenmodell.
Jedes mal wenn ich etwas das in mir ist, und das mir etwas bedeutet, jedesmal wenn ich das nicht mitteile, klebe ich eine Rabattmarke in's Heftchen (resp Treuepunkte von heute).

Irgendwann ist eine Seite voll, es gibt z.b. die erste Krise.
Ist das Heftchen voll, läuft das Fass über und z.b. die Trennung ist da.
Alles nichtgesagte trennt für mich. Für mich!

Das miteinander sprechen, sich mitteilen, hat aus dieser Sicht die zentralste Bedeutung in Beziehungen. Für mich!

Disskutieren geht für mich nur so lange, wie der Hauptgrund dafür auf beiden Seiten das einander Verstehen wollen ist. Ansonsten ist Diskutieren für mich ein rotes Tuch und eher vorn Arsch, gut für Basisdemokratie, aber einander Verstehen geht anders.
Danke12x
 
Themenersteller
31. Mai 2017
*puuh* :-)

Disskutieren geht für mich nur so lange, wie der Hauptgrund dafür auf beiden Seiten das einander Verstehen ist. Ansonsten ist Disskutieren für mich ein rotes Tuch, Verstehen geht eingentlich anders.

gut, es ist erst 15:30 .... aber diesen Satz verstehe ich jetz nicht "soooo gut". Das eine beinhaltet das andere, aber irgendwie doch nicht?

Danke für Deine o.s. Antwort.
 
31. Mai 2017

Das mit dem diskutieren ist ne persönliche Macke, oder auch mein persönliches Vergnügen.
Ich verstehe darunter Standpunkte vertreten, und das mit Argumenten.
Das Wort Diskusion verbinde ich mit Druck.
Argumente sind für mich z.b. für die Momente, wo ich nicht verstanden werde. Und ich kann mir nicht vorstellen, auf der Herzebene mit Argumenten erreichbar zu sein.
Mit Argumenten verbinde ich auch weniger das Herz und viel mehr den Kopf.

Wenn ich mich mit einer Liebsten in ner Diskusionsebene wiederfinde, dann ist das für mich ein Alarmsignal, das irgendwo zwischen uns was faul ist. Weil sonst würde ich das gehörte ja nicht anzweifeln, sondern verstehen wollen.
(Diese innere Haltung ist der Schlüssel. Und Unterschied, um den es mir geht)

Ausserdem kann ich mir Argumente nicht wertfrei vorstellen, da gibt es immer eine besser/schlechter -Abwägung. Für mich hat das zu viel von Selbstzweck, auf der Ebene zu versuchen eine Übereinstimmung zu finden.


Und da es ja keine 100% Gültigkeiten gibt:

In einem kleinen Konflikt vor ein paar Tagen war es ein kleines Argument, das mir vor Augen hielt das meine Sichtweise so nicht stimmt. Da hatte ich einen Aspekt vergessen, der die Situation komplett veränderte, und den Konflikt auflöste.
Es geht also doch, ist aber so überhaupt nicht mein Geschmack.
 
31. Mai 2017
Wortmüll

Ich bin absolut sicher, dass es auch ein "Zuviel" gibt. Und ich bin manchmal wirklich zutiefst dankbar, wenn mir das Reden erspart bleibt. Dinge über die geredet werden, erhalten eine Eigendynamik. Ich denke oft an den biblischen Satz aus Jesaja: "ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" Daher überlege ich mir sehr gut, was ich beim Namen rufe. Ich rufe es damit in meine Beziehungen und ich gebe den Dingen ein Gesicht.
Also gebe ich mir Mühe zu bewerten, was es wert ist durch verbale Kommunikation eine Platz in meinen Beziehungen zu bekommen, was ich einer wie auch immer gearteten Diskussion aussetzen möchte. Und manchmal ziehe ich das Schweigen vor.
 
31. Mai 2017
Klären aber nicht diskutieren

Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Diskussionen oft fruchtlos blieben und nur wertvolle Lebenskraft raubten. Seit ich bei Meinungsverschiedenheiten akzeptiere, dass der andere seine eigene Sichtweise haben darf und sie neben meiner stehen lassen kann, geht vieles leichter. Ich muss niemanden von "meiner Wahrheit" überzeugen. Mit der Frage: " Hast du schon daran gedacht/ bedacht...?" lasse ich dem anderen Raum ohne sofortige Erklärungsnot darüber nachzudenken, denn er/sie kann ja auch erst einmal nur mit ja oder nein antworten.
Wichtig ist mir, immer sofort und offen anzusprechen, "wo der Schuh drückt", damit sich nicht Unausgesprochenes anstaut und an unpassender Stelle entlädt.
Reden ist in jeder Beziehung wichtig, jedoch die Offenheit, die für das polyamore Leben so wichtig ist, fordert gerade dazu heraus mehr miteinander zu reden.
 
31. Mai 2017
Ich glaube nicht, ...

... dass grundsätzlich in Poly-Beziehungen mehr miteinander über die Beziehung gesprochen wird, als in Mono-Beziehungen.

Ich denke eher, es ist typabhängig. Ich selbst zum Beispiel rede in meiner Mono-Beziehung viel mit meiner Frau über unsere Beziehung und versuche, sie zu gestalten und mit Leben und Liebe zu füllen, wo ich kann. Genauso halte ich es mit meiner Poly-Liebe. Auch mit ihr rede ich viel über unsere Beziehung und Beziehungen im Allgemeinen, wie es ist und wie es sein könnte, Träume werden ausgemalt und Schäume gemeinsam beklagt ...lächel.

Aber ich kenne auch Menschen, die reden nicht oder selten miteinander über ihre Beziehung. Ok, ich geb zu, die leben alle in Mono-Beziehungen ... lach. Als poly liebender Mensch ist es vielleicht eher schwierig zu schweigen. Naja, aber denkbar doch ... im Sinne von Schweigen und Genießen. Klar, dann fehlt die allgemein in Poly-Kreisen zu Recht gepriesene Offenheit gegenüber allen Beteiligten. Spricht wiederum dafür, dass Polys doch eher mehr miteinander reden (müssen). *zwinker*

Was hab ich jetzt eigentlich gesagt? Ja, nein und doch. Alles ist möglich. Die Tendenz wird wohl eher zu mehr Reden bei den Polys gehen.
 
31. Mai 2017
@Sisyphe

Hey dein Beitrag gefällt mir:
-Nein?
-Doch!
-Oh!?

So wie du's schreibst, so ist das Leben dann real *zwinker*
 
31. Mai 2017

Also ich würde sagen, ich persönlich rede seit ich poly lebe mehr mit meinen Herzmenschen, insbesondere über Beziehung, Gefühle und Bedürfnisse und auch wenn ich mich mit irgendetwas unwohl fühle spreche ich das sehr schnell an und wir suchen den Umgang damit. Diskutiert wird tatsächich bei uns auch viel, ohne dass ich das Gefühl habe, dass sich da was negatives einschleicht. Man sollte halt nich diskutieren, wer "schuld ist"...
Ich glaube ich würde inzwischen auch in einer mono Beziehung ähnlich mit den Menschen reden. Mein Gefühl ist aber, dass es im Polykontext relativ viele Dinge gibt, die nicht so "offensichtlich" geregelt sind. Für Monobeziehungen hat jeder so einen "Bauplan" an der Hand, von dem man dann ausgeht, dass der beim Gegenüber ähnlich ist. Zumindest stoße ich da teilweise in Gesprächen auch mal auf Dinge, die beide Teile des Paars anders sehen. Das mit der treue geht ja von "wehe du schaust wem anders hinterher" bis "erst wenn Dinge ineinander gesteckt werden wars wirklich Sex".
Genauso ist irgendwie immer noch verbreitet, dass sich gegenseitig alle Wünsche von den Augen ablesen absolute Liebe ist. Wenn man eine Schieflage da lange genug aushält kann das etwas schwierig werden... Auch fände ich es total nervig, wenn ich meinem Gegenüber "was gutes tue" und irgendwann rauskommt, dass das eher als "sie macht das so gerne, aber... " angenommen wird.

Generell würde ich sagen, das "Redeverhalten" von Polys ist durch mehr Übung etwas Zielorientierter und es fällt auch einfacher neue Strategien zu erlernen und auszuprobieren. Zumindest in meinem Polyumfeld wird da viel drüber geredet....
 
01. Juni 2017
Polyamorie ist Kommunikationstraining pur . . .

. . . Spass beiseite . . . aber ja, ich bin überzeugt, dass Poly per se die Herausforderung nach . . . mehr . . . guter . . . Kommunikation . . . darstellt.

Damit stellt diese Beziehungsform z.B. für natural-born-introverts ISTPs oder ISFPs (nach MBTI Myer-Briggs-Type-Indicator) ein ungeheures Entwicklungspotential dar . . . *zwinker*
 
31. Juli 2017
als Poli .........

..... muss man sich sozusagen nen "Wolf reden". So aus der Sicht des Mannes gesprochen.

*zwinker*
 
31. Juli 2017

wer sich selber (inklusive Stärken, Bedürfnisse & Schattenseiten) und seine Gefühle gut kennt, Selbstliebe und Selbstwert besitzt. Diese auch passend kommunizieren kann, dessen Chancen erfüllende gute Beziehung(en) zu führen dürften deutlich steigen.
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