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"Reden" Poly´s mehr miteinander?

*******ore 
Themenersteller8 Beiträge
Mann
*******ore Themenersteller8 Beiträge Mann

"Reden" Poly´s mehr miteinander?
Hallo liebe Forum Leser,

nun lese ich hier schon seit einiger Zeit diverse Beiträge, über alle möglichen Vorfälle, Szenarien oder Probleme allgemeiner Natur. Deswegen bin ich ja hier *lach*

Mich reizt diese Art der Beziehung, es gibt ein komisch-wunderbares-schönes Gefühl bei dieser Vorstellung, jedoch frage ich mich immer noch - warum ist das so? Ich habe nie "Poly" gelebt!

Kommunikation war für mich immer sehr wichtig, sprich - das Reden über Probleme, Sorgen usw.
Leieder war ich in meiner Beziehung mit dieser Ansicht alleine......aber das nur am Rande.

Ich will euch auch nicht lange nerven damit, also hier meine Frage:

Glaubt ihr, das Menschen die eine Poly Beziehung führen, von Natur aus mehr an Kommunikation (Partnerschaftlich) interessiert sind, als mono "Menschen" *lach*

Mag das eine mit dem anderen zusammenhängen?

daß nur, weil ich immer wieder lese:
• ich habe gesprochen mit ihr/ihm
• wir haben zusammen gesprochen
• wir haben viel geredet über das Thema
• wir haben immer wieder gesprochen darüber

Also Dinge auch wirklich ausdiskutieren, das heißt - der Partner bietet die Bereitschaft weiterhin zu reden, obwohl das Thema für "ihn" eigentlich fertig ist, aber er merkt, das Klärungsbedarf beim anderen besteht. Ich finde das echt gut, wenn Menschen das erkennen und reagieren.

Nun ist gut *g* Wenn ihr Zeit und Lust habt, würde mich eure Meinung sehr interessieren.

LG SC
****ow 
151 Beiträge
Mann
****ow 151 Beiträge Mann

Mal so rein rechnerisch:
Ich lebe mehrere Beziehungen, und rede deshalb zwangsläufig mehr. Schon allein damit alle auf dem neuesten Stand sind. Wobei Reden hier auch Zuhören meint.

Und davon Abgesehen bin ich ein Fetischist der menthalen Interaktion. Gespräche, für mich wirklicher authentischer Kontakt, sind mein Schlüssel zum Miteinander, zur Nähe, zum Verstehen. Und damit zur gefühlten Anbindung und Verbindung.

Für mich sind bei gemeinsamen Themen/Prozessen/Problemen die letzten Worte erst gesagt, wenn die letzten Worte gesagt sind.

PS:
Gedacht ist nicht gesagt
gesagt heist nicht gehört
gehört heist nicht verstanden
und verstanden heist nicht einverstanden...

Also sind die letzten Worte zu einem Thema auch erst "gesagt", wenn auf der anderen Seite auch ein 'einverstanden' geht.
Geht dies nicht, bedeutet das für mich ein Stück Trennung/Distanz/Abstand.

Letzteres umschreibe ich mit dem Rabattmarkenmodell.
Jedes mal wenn ich etwas das in mir ist, und das mir etwas bedeutet, jedesmal wenn ich das nicht mitteile, klebe ich eine Rabattmarke in's Heftchen (resp Treuepunkte von heute).

Irgendwann ist eine Seite voll, es gibt z.b. die erste Krise.
Ist das Heftchen voll, läuft das Fass über und z.b. die Trennung ist da.
Alles nichtgesagte trennt für mich. Für mich!

Das miteinander sprechen, sich mitteilen, hat aus dieser Sicht die zentralste Bedeutung in Beziehungen. Für mich!

Disskutieren geht für mich nur so lange, wie der Hauptgrund dafür auf beiden Seiten das einander Verstehen wollen ist. Ansonsten ist Diskutieren für mich ein rotes Tuch und eher vorn Arsch, gut für Basisdemokratie, aber einander Verstehen geht anders.
*******ore 
Themenersteller8 Beiträge
Mann
*******ore Themenersteller8 Beiträge Mann

*puuh* :-)
Disskutieren geht für mich nur so lange, wie der Hauptgrund dafür auf beiden Seiten das einander Verstehen ist. Ansonsten ist Disskutieren für mich ein rotes Tuch, Verstehen geht eingentlich anders.

gut, es ist erst 15:30 .... aber diesen Satz verstehe ich jetz nicht "soooo gut". Das eine beinhaltet das andere, aber irgendwie doch nicht?

Danke für Deine o.s. Antwort.
****ow 
151 Beiträge
Mann
****ow 151 Beiträge Mann

Das mit dem diskutieren ist ne persönliche Macke, oder auch mein persönliches Vergnügen.
Ich verstehe darunter Standpunkte vertreten, und das mit Argumenten.
Das Wort Diskusion verbinde ich mit Druck.
Argumente sind für mich z.b. für die Momente, wo ich nicht verstanden werde. Und ich kann mir nicht vorstellen, auf der Herzebene mit Argumenten erreichbar zu sein.
Mit Argumenten verbinde ich auch weniger das Herz und viel mehr den Kopf.

Wenn ich mich mit einer Liebsten in ner Diskusionsebene wiederfinde, dann ist das für mich ein Alarmsignal, das irgendwo zwischen uns was faul ist. Weil sonst würde ich das gehörte ja nicht anzweifeln, sondern verstehen wollen.
(Diese innere Haltung ist der Schlüssel. Und Unterschied, um den es mir geht)

Ausserdem kann ich mir Argumente nicht wertfrei vorstellen, da gibt es immer eine besser/schlechter -Abwägung. Für mich hat das zu viel von Selbstzweck, auf der Ebene zu versuchen eine Übereinstimmung zu finden.


Und da es ja keine 100% Gültigkeiten gibt:

In einem kleinen Konflikt vor ein paar Tagen war es ein kleines Argument, das mir vor Augen hielt das meine Sichtweise so nicht stimmt. Da hatte ich einen Aspekt vergessen, der die Situation komplett veränderte, und den Konflikt auflöste.
Es geht also doch, ist aber so überhaupt nicht mein Geschmack.
********M100 
38 Beiträge
Frau
********M100 38 Beiträge Frau

Wortmüll
Ich bin absolut sicher, dass es auch ein "Zuviel" gibt. Und ich bin manchmal wirklich zutiefst dankbar, wenn mir das Reden erspart bleibt. Dinge über die geredet werden, erhalten eine Eigendynamik. Ich denke oft an den biblischen Satz aus Jesaja: "ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" Daher überlege ich mir sehr gut, was ich beim Namen rufe. Ich rufe es damit in meine Beziehungen und ich gebe den Dingen ein Gesicht.
Also gebe ich mir Mühe zu bewerten, was es wert ist durch verbale Kommunikation eine Platz in meinen Beziehungen zu bekommen, was ich einer wie auch immer gearteten Diskussion aussetzen möchte. Und manchmal ziehe ich das Schweigen vor.
********pica 
45 Beiträge
Frau
********pica 45 Beiträge Frau

Klären aber nicht diskutieren
Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Diskussionen oft fruchtlos blieben und nur wertvolle Lebenskraft raubten. Seit ich bei Meinungsverschiedenheiten akzeptiere, dass der andere seine eigene Sichtweise haben darf und sie neben meiner stehen lassen kann, geht vieles leichter. Ich muss niemanden von "meiner Wahrheit" überzeugen. Mit der Frage: " Hast du schon daran gedacht/ bedacht...?" lasse ich dem anderen Raum ohne sofortige Erklärungsnot darüber nachzudenken, denn er/sie kann ja auch erst einmal nur mit ja oder nein antworten.
Wichtig ist mir, immer sofort und offen anzusprechen, "wo der Schuh drückt", damit sich nicht Unausgesprochenes anstaut und an unpassender Stelle entlädt.
Reden ist in jeder Beziehung wichtig, jedoch die Offenheit, die für das polyamore Leben so wichtig ist, fordert gerade dazu heraus mehr miteinander zu reden.
**********ucher 
1.633 Beiträge
Mann
**********ucher 1.633 Beiträge Mann

Ich glaube nicht, ...
... dass grundsätzlich in Poly-Beziehungen mehr miteinander über die Beziehung gesprochen wird, als in Mono-Beziehungen.

Ich denke eher, es ist typabhängig. Ich selbst zum Beispiel rede in meiner Mono-Beziehung viel mit meiner Frau über unsere Beziehung und versuche, sie zu gestalten und mit Leben und Liebe zu füllen, wo ich kann. Genauso halte ich es mit meiner Poly-Liebe. Auch mit ihr rede ich viel über unsere Beziehung und Beziehungen im Allgemeinen, wie es ist und wie es sein könnte, Träume werden ausgemalt und Schäume gemeinsam beklagt ...lächel.

Aber ich kenne auch Menschen, die reden nicht oder selten miteinander über ihre Beziehung. Ok, ich geb zu, die leben alle in Mono-Beziehungen ... lach. Als poly liebender Mensch ist es vielleicht eher schwierig zu schweigen. Naja, aber denkbar doch ... im Sinne von Schweigen und Genießen. Klar, dann fehlt die allgemein in Poly-Kreisen zu Recht gepriesene Offenheit gegenüber allen Beteiligten. Spricht wiederum dafür, dass Polys doch eher mehr miteinander reden (müssen). *zwinker*

Was hab ich jetzt eigentlich gesagt? Ja, nein und doch. Alles ist möglich. Die Tendenz wird wohl eher zu mehr Reden bei den Polys gehen.
****ow 
151 Beiträge
Mann
****ow 151 Beiträge Mann

@Sisyphe
Hey dein Beitrag gefällt mir:
-Nein?
-Doch!
-Oh!?

So wie du's schreibst, so ist das Leben dann real *zwinker*
****ora 
38 Beiträge
Frau
****ora 38 Beiträge Frau

Also ich würde sagen, ich persönlich rede seit ich poly lebe mehr mit meinen Herzmenschen, insbesondere über Beziehung, Gefühle und Bedürfnisse und auch wenn ich mich mit irgendetwas unwohl fühle spreche ich das sehr schnell an und wir suchen den Umgang damit. Diskutiert wird tatsächich bei uns auch viel, ohne dass ich das Gefühl habe, dass sich da was negatives einschleicht. Man sollte halt nich diskutieren, wer "schuld ist"...
Ich glaube ich würde inzwischen auch in einer mono Beziehung ähnlich mit den Menschen reden. Mein Gefühl ist aber, dass es im Polykontext relativ viele Dinge gibt, die nicht so "offensichtlich" geregelt sind. Für Monobeziehungen hat jeder so einen "Bauplan" an der Hand, von dem man dann ausgeht, dass der beim Gegenüber ähnlich ist. Zumindest stoße ich da teilweise in Gesprächen auch mal auf Dinge, die beide Teile des Paars anders sehen. Das mit der treue geht ja von "wehe du schaust wem anders hinterher" bis "erst wenn Dinge ineinander gesteckt werden wars wirklich Sex".
Genauso ist irgendwie immer noch verbreitet, dass sich gegenseitig alle Wünsche von den Augen ablesen absolute Liebe ist. Wenn man eine Schieflage da lange genug aushält kann das etwas schwierig werden... Auch fände ich es total nervig, wenn ich meinem Gegenüber "was gutes tue" und irgendwann rauskommt, dass das eher als "sie macht das so gerne, aber... " angenommen wird.

Generell würde ich sagen, das "Redeverhalten" von Polys ist durch mehr Übung etwas Zielorientierter und es fällt auch einfacher neue Strategien zu erlernen und auszuprobieren. Zumindest in meinem Polyumfeld wird da viel drüber geredet....
*********lebee 
413 Beiträge
Mann
*********lebee 413 Beiträge Mann

Polyamorie ist Kommunikationstraining pur . . .
. . . Spass beiseite . . . aber ja, ich bin überzeugt, dass Poly per se die Herausforderung nach . . . mehr . . . guter . . . Kommunikation . . . darstellt.

Damit stellt diese Beziehungsform z.B. für natural-born-introverts ISTPs oder ISFPs (nach MBTI Myer-Briggs-Type-Indicator) ein ungeheures Entwicklungspotential dar . . . *zwinker*
*******mcat 
1.410 Beiträge
Mann
*******mcat 1.410 Beiträge Mann

als Poli .........
..... muss man sich sozusagen nen "Wolf reden". So aus der Sicht des Mannes gesprochen.

*zwinker*
*********uelle 
2.254 Beiträge
Mann
*********uelle 2.254 Beiträge Mann

wer sich selber (inklusive Stärken, Bedürfnisse & Schattenseiten) und seine Gefühle gut kennt, Selbstliebe und Selbstwert besitzt. Diese auch passend kommunizieren kann, dessen Chancen erfüllende gute Beziehung(en) zu führen dürften deutlich steigen.
****on 
10.742 Beiträge
Mann
****on 10.742 Beiträge Mann

Reden Polys mehr als Monos? Vielleicht pro Partner weniger, sonst wird der Mund am Ende ganz fusselig *g* .

Ich selbst bin bei frischer Verliebtheit geneigt, vor Überschwang zuviel zu erzählen. Merke das oft gar nicht sofort. Dann aber versuche ich, der Stille und dem Zuhören mehr Raum zu geben. Klappt manchmal *ja* .

Nach meinem Empfinden stehen Redemenge oder -intensität und Polyamorie in keinem Zusammenhang.
**07 
10 Beiträge
Mann
**07 10 Beiträge Mann

pfft .... i denk fei scho'
Ja liegt das nicht in der Natur der Sachem daß Polys mehre reden? Nach den interessanten Beiträgen oben möcht eich das mal auf eine praktische Ebene runterbrechen.

Mehrere - also mehr als zwei - Menschen sind sich auf eine wie auch immer geartete Weise sehr nahe, wollen also Emotionen / Leben / schlicht und einfach Zeit miteinander verbringen. Man muß das sclhicht und einfach organisieren. Bei uns vieren ist das mitunter schon schwer genug, das ganze zeitlich zu organisieren, wer wann mit wem wieviel Zeit verbringt, weil wir nur selten mehr als zwei auf einmal sind.

Erschwerend kommt die komplexe Beziehungsebene dazu:
• Es gibt Ängste, weil jemenand neues in ein Beziehungsgeflecht eindringt
• zwei ändern ihr verhältnis, werden näher. Ist das eine Gefahr für die anderen?
• zwei distanzieren sich etwas. Ist das eine Gefahr für die anderen?
• durch räumliche Trennung entfällt nonverbale Kommunikation - nicht zu unterschätzen, das erfordert mehr Sprache oder noch mehr schreiben!
• es kann leicht ein (gefühlter) unbekannter Faktor aufgrund von Fehlinterpretationen z.B. in der Kommunikation entstehen, die einen nicht betrifft, die man aber mitbekommt.

Also - Ja! Meiner Überzeugung nach reden Polys nicht nur mehr, sondern gesteigerte Kommunikation und somit auch Reden ein existenzieller Bestandteil, damit einem das ganze Konstrukt nicht um die Ohren fliegt.
*******_511 
4 Beiträge
Mann
*******_511 4 Beiträge Mann

Also ich rede....
Eigentlich jetzt weniger mit meiner Frau . Das liegt aber auch daran das sie jetzt eine eigene Wohnung hat und in dieser auch der zweitpartner übernachtet. Wenn wir reden, meist über ihn , unsere Kinder / Familien oder was wir für unsere Zukunft planen
****bke 
507 Beiträge
Frau
****bke 507 Beiträge Frau

Poly ist eben poly, Ehrlichkeit = das Wichtigste
JedeR erlebt es anders. Jedes Gefühl, auch innerhalb Poly ist immer individuell.

Reden ist immer gut. Ehrlichkeit noch besser. Ich denke in einer Gesellschaft in der die monogame Beziehung immer noch als einzig "etabliert" gilt ist Reden immer angesagt, auch z.B. mit Kindern, die mit Poly-Eltern leben.

Grundsätzlich lebe ich in meinem Poly-Leben Offenheit, auch nach außen und bin zu Gesprächen bereit. Ich muss das aber nicht erklären müssen und auch und im Besonderen nicht rechtfertigen müssen. Auf Fragen wird geantwortet, aber auch nicht mehr.

Innerhalb der Beziehungen mag es unterschiedlichen Gesprächsbedarf geben. Aber auch da gilt Ehrlichkeit und Offenheit.

Das mag sich zu Anfang schwierig gestalten, es gibt Unsicherheiten, auch Schinanz das Poly zu erklären und zu beschreiben. Ich lebe seit vielen Jahren mehr oder weniger offen Poly, meine Kinder wissen es seit Langem und das war für sie nie ein echtes Problem, sie sind mittlerweile 26, 28 und 30 Jahre alt. Sie haben immer mit der Ehrlichkeit gelebt und durften auch immer alles sagen. Das ist mittlerweile ein starkes Lebensmotto in unserer Familie.

Was ich sagen möchte: nicht innerhalb der Poly-Beziehungen wird oder sollte mehr geredet werden, oder wird vielleicht mehr geredet. Auch die Menschen, die diese Poly-Beziehungen als nahe Menschen begleiten haben Gesprächsbedarf. Aber das ist sicher, wie auch Alles Andere individuell und wird in diesem individuellen Raum geklärt werden müssen.

Patentrezepte wird es nicht geben *nein*
Zum Glück, sonst würden wir Menschen auch noch mit einem Barcode ausgezeichnet werden um in eine Kategorie zu passen und abgespeichert zu werden *oh2* *ballaballa* *steinwerf* oder dann eventuell ausgegerenzt *aetsch* *umfall* werden.