Zweitpartner/ in den "normalen" Freunden/ Bekannten zeigen?

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Themenersteller
11. Juli 2017
Zweitpartner/ in den "normalen" Freunden/ Bekannten zeigen?

Hallo in die Runde,
Mein Mann zu ich haben beide seid ein paar Monaten jeder eine zweite Beziehung. Wir haben das bisher nur allerengsten Freunden erzählt - die uns teilweise für ein bisschen verrückt halten, aber das ist uns egal- sie mögen uns trotzdem weiterhin. Jetzt haben wir aber natürlich auch andere Umgebung also Kindergarten/ Schule der Kinder, Segel-Kameraden usw. Da scheuen wir uns etwas zu sagen. Zumal auf der einen Seite es uns eigentlich wurscht ist was andere über uns denken-wiederum aber gar nicht egal ist, wie unsere beiden Kinder dadurch " behandelt" werden. Den Kindern gegenüber haben wir bisher nichts gesagt oder erklärt. Sie lieben beide unsere Zweitpartner und haben bisher keine Fragen gestellt. Wir küssen unsere Zweitpartner aber auch nicht vor ihnen damit sie sich keine Sorgen um unsere Beziehung machen.Unsere Eltern wissen auch nichts von unserem " neuen " Leben. Meine Frage also: wie geht Ihr damit um? " outet"ihr euch als Polyarmor? Und wenn ja mit welcher Formulierung? Wäre dankbar über eure Erfahrungen und Tipps.
Liebe Grüße Verena
 
11. Juli 2017

Hey Verena,
wir handhaben es genau so. Dein Text könnte also von mir stammen *g* nur, dass ich es gar nicht anders möchte. Möchtet ihr denn gerne eure Zweitpartner etablieren? Ich bin ja eher der Typ, der es eben allen um die Ohren haut. Aber seit ich Mutter bin, stelle ich sein Wohl über unser Outing. Wenn er älter ist, reden wir bestimmt mit ihm aber Kinder und die "Mütter-Mafia" können grausam sein! Meine Meinung...
Alles Gute 🍀
 
11. Juli 2017
ich komme aus einer Familie,

wo mit schrägen Beziehungs-Konstrukten immer offen umgegangen wurde. So kam mein Cousin, "ein bekennender Bigamist" (seine Worte) immer mit der einen oder anderen Frau zu unseren Familienfeiern und alle wussten von seinem sündigen Leben. Meine Patentante hat für entsetzt hochgezogene Augenbrauen und bei mir für einen Muskelkater vom vielen Lachen gesorgt, als sie sich (man konnte sich im Familienkreis nicht rechtzeitig einigen) ganz pragmatisch dafür entschieden hat, im Grabe der Geliebten ihres Mannes beerdigt zu werden.

Was ich sagen will: je selbstverständlicher man damit umgeht, desto weniger Wellen. Bei uns (also meiner Frau und mir) sind Zweitpartner (soweit es sich terminlich ergibt) ganz selbstverständlicher Bestandteil von Familienfeiern, Grillfesten oder was grad ansteht.
 
11. Juli 2017
Ich fände..

..es klug eure Kinder einzubeziehen, aus mehreren Gründen.

Wenn ihr ihnen es erklärt & ihnen verständlich macht das eure Polyamorie kein Grund zur Angst oder Sorge ist, sondern ganz im Gegenteil: etwas wunderbares, wachsen sie auch mit genau so einem Selbstverständnis auf. Mit dem Selbstverständnis, das die polyamore Lebensweise durchaus "anders" ist, aber nichts schlimmes.
Und genau das wird deren "Schild" sein, falls was von außen an sie rangetragen werden sollte.
Sie müssen das ja nicht für sich adaptieren, nur wissen, das es auch etwas anderes gibt als die herkömmliche monogamen Lebensweise...und das es OK ist so zu leben.

Zum anderen haltet euch bitte vor Augen, was ihr euren Kindern derzeit ( oder wenn ihr es weiter verheimlicht) vorlebt!

Nämlich das das Gegenteil richtig ist: das man Polyamorie verbergen muss.

Ausserdem entfällt bei Einbeziehung eurer Kinder die blöde Heimlichtuerei.

Was alles andere angeht: im Beruf & Geschäft geht das niemanden was an.
Eltern & Verwandte ersten Grades sind aufgeklärt worden & haben sehr viel cooler reagiert, als ich das vermutet hätte *zwinker*

Ansonsten hab ich auch nichts zu verstecken: wenn sich da jemand offen, vorurteilsfrei & neugierig für interessiert berichte ich gern *g*
Allerdings wäge ich schon von Fall zu Fall neu ab...und schon gar nicht belehre oder bekehre ich jemanden . Das wird gern mal mißinterpretiert, wenn ich etwas begeistert davon erzähle wie toll so ein Leben eigentlich ist *zwinker*
Ein wenig Fingerspitzengefühl...^^

LG,
G.
Danke15x
 
11. Juli 2017
kurzer Aufreger

Ich sag nichts, aber wenn jemand fragt, ist es mir auch egal.
Dann tratschen alle bißchen und nach einer Woche gibt es den nächsten Aufreger.
Für die Kinder war es bisher auch nicht problematisch.
 
11. Juli 2017
TE... weiter so

Wir handeln genau so, auch mit den Kids 11+14) wenn sie uns ansprechen werden wir mit ihnen offen darüber reden. Vorher nicht. Denn so lange sie kein Problem damit haben , muss man ihnen nicht irgendein Kopfkino verursachen. Wir handhaben das seit 2 1/2 jahren so und ich denke in 1-2 Jahren wird das ihnen bewusser werden.

Solange man in der Gesellschaft Nachteile für unsere Kinder erwarten muss, werden wir uns zu Poly nicht outen.

Weiterhin ein glückliches Zusammenleben
 
12. Juli 2017

Warum muß man denn immer etwas erklären?

In der Zeit, als ich in einer Partnerschaft gelebt habe, die auch für andere offen war, haben wir niemandem etwas erklärt und uns auch keineswegs versteckt. Wir hatten den Eindruck, daß, je normaler wir mit unseren Partnern, auch im Nahmilieu, umgingen, desto weniger haben die anderen überhaupt etwas mitbekommen...und ja, geküßt wurde viel *g*

Trixy
 
12. Juli 2017
@ Trixy

Hast Du damals schon in Berlin gelebt???

Ich wohne auf dem Dorf (in dem, in dem auch die Ex- Bundespräsidentenfamilie lebt..., konservative Hochburg, fein traditionell. Im Nachbarort, wo wir vorher lebten und ich meinen Aufbruch in die bunte Polywelt startete war es nicht anders, dort lebte Philip Rösler und es war noch feiner ......) und obwohl ich ganz selbstverständlich einfach nur lebe, gibt es Ausgrenzung.

Ich habe für mich entscheiden, das "homogene Outing" zu praktizieren (ich finde kein besseres Wort, es trifft es nicht ganz) : wenn die Situation es ergibt, gebe ich Antworten, sonst nicht!

Also: langsamer ist besser!

Spannend: ich habe eine Lebensgemeinschaft gegründet und wir suchen ein gemeinsames Domizil. Sobald ich davon erzähle, gibt es unglaublich positive Resonanz, aber beim Thema "alternative Beziehungskultur" blocken viele sofort ab. Der Grund wird Angst sein. Angst, sich mit seinen versteckten eigenen Themen auseinanderzusetzen.

Und: ich kann nur allerwärmstens empfehlen, sich ein Netzwerk zu schaffen (Stammtisch, unbedingt Polytreffen, private Kontakte): dort darf ich mich "normal" fühlen und das ist für mich ganz wichtig, mich im Alltag entspannt zu zeigen. Mein eigenes Selbstverständnis hat offensichtlich großen Einfluss darauf, wie die Resonanz ist!
Danke12x
 
12. Juli 2017
@ themisabeth

Deinen letzten Satz unterschreib ich!

Reich mir mal nen Stift an, bitte *zwinker*

G.
 
12. Juli 2017

Ich auch! *g*
 
12. Juli 2017

Och: einen Stift kann ich Euch reichen! Dafür könnt Ihr mir ja das Wasser reichen *haumichwech*
 
12. Juli 2017

Das kann ich auch unterschreiben. Je selbstverständlicher mit dem eigenen so-sein umgegangen wird, desto weniger schrill reagiert das Umfeld.

Wobei meine eigene Tochter die war, die entsetzt reagiert hatte. *lach*

Ich bin vollständig geoutet, auch im Job, weil es sich dadurch ergeben hatte, dass beide Männer mich abholten und es natürlich auffiel, dass ich beide gleichermaßen herzlich begrüßte. Und ich mag mich nicht verstecken, nur um einer gesellschaftlichen Norm zu entsprechen.

Kinder aufklären. Muss man das wirklich? Oder reicht es, wenn Reaktionen aus dem Umfeld kommen, darauf angemessen zu reagieren?

Ich meine, was wäre, wenn man homosexuell ist. Wie machen diese Menschen es? Sollten sie sich verstecken und heimlich werden, nur weil es Intoleranz gibt in der Welt? Anders sein oder anders leben erfordert sicherlich mehr Mut. Und manchmal mag es sogar noch in unserer Gesellschaft Bereiche geben, wo eng und intolerant gelebt wird. Dann muss ich mich fragen, ob mein Umfeld noch zu mir passt.

Ich habe zumindest mit Polyamorie wenig Probleme gehabt. Nervig sind lediglich Männer, die glauben, ich wäre leicht ins Bett zu kriegen. Und auch das habe ich mittlerweile im Griff, damit umzugehen.

Schreibt Sie von BlueVelvet
 
12. Juli 2017

Ich meine, was wäre, wenn man homosexuell ist. Wie machen diese Menschen es?

Sie bereiten im besten Falle ihre Kinder auf die möglichen Gehässigkeiten und Anfeindungen in der Gesellschaft und Schule vor.
Damit sich ihre Kinder auf die negativen Reaktionen vorbereiten können und frühzeitig lernen mit solchen Situationen selbstbewusst und souverän umzugehen.

Das ist für alle Beziehungs- Liebes- und Lebensformen sinnvoll, die nicht der Norm der Gesellschaft entsprechen.
 
12. Juli 2017

Mir fällt es schwer Verhaltens Vorschläge zu machen. Weil jede Beziehung, und jedes Umfeld, anderes ist. Großstadt/Dorf; Religionszugehörigkeit; Alter der Kinder; Art der Polybeziehung...etc.
Unsere Kinder 13&14 z.B. wissen es seit ca. einen Monat und es läuft super ( das an Herr von M *zwinker* ). Sie behalten es allerdings für sich.
"Es sich entwickeln lassen" ist unsere Rangehens Weise, im Gesamtumgang mit Polyamory.
Damit sind wir bis hierhin gut gefahren.

Natürlich unterschreibe ich auch den Satz, den man auch als Lebenseinstellung nehmen kann.

Hochachtungsvoll

Der Märchenprinz *koenig*
 
Themenersteller
12. Juli 2017
Vielen Dank....

Für euren ganzen Antworten. Ich merke, dass es also auch nicht für alle einfach ist....beruhigend.

An die die sich "outen" oder zumindest die Kinder / Verwandten 1. Grades / Bekannte einweihen : welchen Wortlaut nehmt Ihr?
"Übrigens liebe Kinder wundert euch nicht wenn Mama und Papa mal den oder die Sowiso küssen. Das ist total i.O. und Mama und Papa haben sich trotzdem lieb."
Ich hatte mal die Idee wenn mich jemand fragt einfach zu antworten : "wir haben eine offene Beziehung" . Aber ich finde das hört sich so rein sexuell / nymphoman an...." und ich hab ja bisher auch niemanden von meinen sexuellen Vorlieben erzählt....aber es ist halt eine Lebensart und nicht nur reines Sex-Spiel....
Was sagt Ihr so?
Unsere Kinder sind erst 4 und 7 Jahre alt. Die spüren bisher nur positive Schwingungen. Und wenn sie etwas fragen, würden wir auch ehrlich antworten. Wir wollen Ihnen ja auch beibringen, 1. Ehrlich zu sein ja 2. Dass Polyarmorie nichts schlimmes ist.

Liebe Grüße. ...Verena
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