Abkehr von der Polyamorie

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Themenersteller
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19. Nov

Abkehr von der Polyamorie
Hallo Ihr,

jetzt ist es mal Zeit, dass ich auch mal einen Thread in der Poly-Gruppe poste. *zwinker*

Seit meine letzte Partnerin und ich uns Anfang September getrennt haben, bin ich nun "Poly-Single".
Wobei ich mich frage: Bin ich das wirklich? Denn...

momentan habe ich keine Lust auf Beziehungen und genieße mein Allein-sein. Okay, zu gelegentlich auftretenden sexuellen Begegnungen sage ich nicht nein *zwinker*, aber ich habe keine Lust mich zu binden.
Ich lasse es zur Zeit sehr viel mehr fließen und schaue, was kommt. Insofern liebe ich frei - ich bin frei, die Liebe dort fließen zu lassen, wo sie fließen möchte.

Und da kommt bei mir die Frage auf: Bin ich überhaupt noch polyamor? Wende ich mich vielleicht ganz der freien Liebe zu (ohne die Absicht, mit mehreren Personen in eine verbindliche Beziehung zu gehen)? Oder finde ich irgendwann mal eine Partnerin, mit der ich so tief gehen möchte, dass ich mich wieder (mehr oder weniger!) einem monogamen Leben zuwende - oder zumindest eine offene Beziehung leben möchte?
Ich bin auf jeden Fall offen, für das was kommt und bin selbst gespannt wo es hingeht.

Aber nun meine Frage(n) an Euch:
Kennt Ihr solche Gedanken? Kennt Ihr ehemals intensiv polyamor lebende Menschen, die sich von diesem Beziehungsmodell abgewendet haben und etwas anderes leben?

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen! *g*

Alles Liebe

Klaus
 
 
19. Nov

Meine ganz persönliche Meinung
Für mich ist polyamor eine Lebenseinstellung. Unabhängig davon, ob ich gerade eine Beziehung führe oder nicht, bin ich stets polyamor.

Ich kann es mir für mich auch gar nicht aussuchen. Es ist wie homo, hetero oder bi sein etwas, dass sich entscheidend auf mein Beziehungsleben auswirkt. Ich erkenne es an und lebe es aus.

Von Polytreffen weiß ich, es gibt auch Menschen, die Monophasen und Polyphasen in ihrem Leben haben. Es scheint also unterschiedlich zu sein von Mensch zu Mensch.
Danke14x
 
 
19. Nov

lieber klaus,

ich bin selbst ein "ehemals intensiv polyamor l(i)ebender mensch" (seit ich 20 bin), der phasenweise (während meiner zweiten ehe) etwas anderes gelebt hat, allerdings habe ich mich niemals von der polyamorie "abgewandt", da ich meine polyamorie - genauso wie kjaereste - als einen teil meiner persönlichkeit empfinde. ich kann sie nicht ein- oder ausschalten, auch nicht in zeiten, in denen ich anders lebe (monogam oder solitär); stets BIN ich polyamor, genauso wie ich auch dann bisexuell bin, wenn ich gerade nicht sexuell aktiv bin.

wenn du dich fragst, ob du dich jetzt der freien liebe zuwenden sollst, klingt das für mich ein wenig nach "lieben nach konzept" - etwas, das ich in der monoamorie auch nicht verstehe.
nämlich: ich nehme mir vor, so-und-so zu fühlen und darum so-und-so zu leben.
als monoamorer mensch: nur eine/n einzigen zu lieben und mit dieser person in der regel die klassische beziehungs-rolltreppe zu fahren: verliebt, verlobt, verheiratet, kinder, haus, baum...
als frei liebender mensch: mich nicht zu sehr zu verlieben und keine gefühlsbindung zur einengenden verbindlichen beziehung werden zu lassen...
in beiden obigen liebes-konzepten fehlt mir die lebendige freiheit, jeder begegnung die möglichkeit einzuräumen, sich zu genau dem zu entwickeln, was beiden (und den eventuell vorhandenen mit-liebenden) gut tut.

wenn es viele schöne freie (auch sexuelle) begegnungen für dich gibt - gut.
wenn sich aus begegnungen beziehungen entwickeln - auch gut.
und wenn es (erstmal?) nur eine einzige beziehung ist - ebenfalls gut.

allerdings habe ich persönlich für mich die entscheidung getroffen, auch in solitären phasen meine möglichen ("festen") partnerInnen vorzuwarnen: meine polyamorie wird sich möglicherweise irgendwann wieder durchsetzen (mit dem wunsch nach intensiver nähe auch außerhalb einer haupt-beziehung) - und soll dies auch dürfen! ich persönlich werde nie wieder versprechen, zu versuchen(!) "treu" zu sein.
und selbst innerhalb einer (oder mehrerer) beziehung/en brauche ich ab und zu längere zeiten zum alleine-sein-können, um mir wieder selbst treu werden zu können.

alles gute dir
sanne
Danke13x
 
 
19. Nov

Hi
Bin in der gleichen Situation, ohne vorher in einer Poly Beziehung gelebt zu haben, was ich aber jetzt schon sicher weiß, das die Monogamie keine Option mehr ist.
Glaube aber das Poly Beziehungen auch so ihre" Tücken" haben , sodass ich glaube,das man nicht alles definieren muss, wie man lebt und was einem in egal welcher Lebensphase gefällt.
 
 
19. Nov

Ich bin auf jeden Fall offen, für das was kommt und bin selbst gespannt wo es hingeht.

Bleib doch dabei. Alles andere weißt du eh nicht, und dann brauchst du auch keine Schubladen.
 
 
19. Nov

Er schreibt...
Die ersten beiden Antworten passen sehr gut zu meiner Sicht der Dinge.

Ich befinde mich gerade in einer Mono-Phase und das kann ich sehr gut zulassen. Wir leben aber dennoch aktuell hier unsere sexuelle Offenheit aus.

Freie Liebe, Monogamie, Polyamorie - braucht es da überhaupt so viele Worte zu? Gehört das nicht alles irgendwie in den selben Topf?

Oder mal konkreter gefragt, wo siehst du da den direkten Zusammenhang zur Polyamorie?
Mir scheint es, du genießt es einfach nur grade Single zu sein. Ich denke doch mal, dass es auch polyamore Singles geben darf. Auch wenn es vermutlich nicht so oft vorkommt, vermute ich mal.
 
 
19. Nov

@te
solche gedanken kenne ich....
mein weg führte mich dann eher in richtung beziehungsanarchie. wobei das auch wieder eine schublade ist. momentan l(i)ebe ich, was es ist. ohne begriffliche schubladen. die arbeit überlasse ich anderen.
dennoch bin ich dem gedanken der polyamorie verbunden. lebe das auch, aber nicht exklusiv - auf die philosophie bezogen.

über allem steht nur eines: ehrliche, offene, dh vollständige kommunikation mit allen beteiligten.
 
 
19. Nov

Lieber Klaus,

für mich ist Polyamorie auch ein Grundgefühl. Mit dem ich aber auch - wenn es passt!!!- eine monogame und exklusive Beziehung führen kann. (Mein Partner übrigens kann leben, wie er will, ich brauch da kein "pari"!)

Meine letzten drei Beziehungen (die drei wesentlichen nach dem Ende meiner Ehe) sind gescheitert, weil:

ein Mann unverbindlicher poly leben wollte, als ich

ein Mann mich gerne mono wollte, was ich vom Kopf her nicht mehr kann

ein Mann mit einigem unzufrieden war, nur mit meinem Polysein nicht

merke also: als Poly ist es verdammt schwer, gerade für jemanden richtig (im Sinne von "zu ihm passend") zu sein, jemanden zu treffen, der für mich richtig ist....

Ich lasse es fließen und bin aktuell mit einem Mann in Beziehung, der 750 km entfernt ist und den ich ca. alle 8-12 Wochen sehe. Es fehlt einiges, aber das, was da ist, fühlt sich auf beiden Seiten total richtig an!
 
 
20. Nov

Moin Klaus,

musst du dich denn entscheiden???

Wenn es eine langjährige Beziehung war emrfinde ich es normal, das da erstmal keine Lust ist sich auf irgendwas einzulassen, aber halt auch nicht auf alles zu verzichten. Körperkontakt ist essentiell wie essen usw...
Ob das polyamor ist? (mir wäre das wurst), wenn Mensch nach Wikipedia geht, dann eher nicht. Aber Polyamorie ist für mich das was die Menschen leben die sich so einsortieren. Und da geht es um das was Tom sagt, das alle im Bilde über deine Motivationen sind, am besten vorher. Und ich kann mir nicht vorstellen, das jemand der das einmal gelebt hat, das wieder sausen lassen kann. Ich könnte das nicht, ist einfach zu schön so.
Mir wäre deine Frage auf mich bezogen in gleicher Situation total egal. Obendrein kann ich mir ein Monoleben nicht mehr vorstellen, warum auf die Bereicherungen verzichten, die Vielfalt, die Schmetterlinge im Haar...

Andererseits würde ich dann auch darüber philosophieren, ob das jetzt noch Poly ist, Beziehungsanarchie, mono, oder ob das jemals wieder was wird. Aber nicht weil ich es bräuchte um mich klarer zu fühlen, sondern einfach nur so.
Du bist ein Mensch mit verschiedenen Varianten des seins, das ist jeder, wir sind nicht durchgehend gleich drauf, in einem Monat fühlt sich sowieso wieder alles anders an. Die Sichtweisen variieren... ...ich würde versuchen das alles von oben wertfrei beobachtend wie beim Meditieren sehen zu können, was da so in mir abgeht. Das ist Heilung. Und das geht auch vom Sonnendeck aus *zwinker*

Ich habe einige Menschen erlebt, die sich von der Polyamorie abgewand haben. Aber für sie war es kein Abwenden von der Polyamorie, sie haben sich ehr für etwas entschieden, nämlich mit "einem" Menschen zu sein, also "für" etwas. Ich hab länger einen Stammtisch gemacht und dadurch viele Menschen und Geschichten und Träume und Schicksale miterlebt, und Freunde gefunden. Ich kann gerade nicht schätzen in wie vieler Menschen Leben ich intime Einblicke hatte und habe, das waren/sind viele, das war für mich eine großartige Schule fürs Polyleben.

Das sich jemand vom eingefleischten Poly weg, oder zum Mono hin entschieden hatte, kam im Jahr sehhhr selten vor, vielleicht so 1mal irgendwo.
 
 
20. Nov

Polyamorie ist auch für uns zur Lebenseinstellung geworden.
Selbst wenn wir es aktuell nicht leben wissen wir es doch, das wir es sind, kein Problem.

Wenn es sich ergibt erfüllen wir es wieder mit Leben, auch kein Problem.

Unsere Einstellung hat nichts mit dem aktuellen Stand zu tun.

Im Moment "genügen" (<-- schlimmes Wort?!) wir uns einfach auch so.

Auch als Poly kann & darf (& will) man auch gern mal für sich sein.

Findet,
G.
 
 
20. Nov

Andere Fragestellung
Hallo!
Ohne dem TE zu nahe treten zu wollen, stellt sich für mich die Frage so:
Warst Du wirklich Polyamor? Oder hattest Du möglicherweise nur mehrere sexuelle Beziehungen Parallel?
Mir stellt sich die Frage so, weil ich glaube, dass Polyamorie eine gefühlsbsierte Lebenseinstellung ist, die man hat oder nicht. Die kann ich nicht ein- oder ausschalten. Das ist völlig unabhängig von meiner momentanen Lebenssituation. Ich kann mich ja auch nicht entscheiden plötzlich Homosexuell oder Asexuell zu sein.
Ob ich es bin oder nicht, weiß ich erst, wenn ich es erkannt habe. Aber ich war vorher schon so und werde es bleiben.
Fazit: Wenn Du Polyamor bist, bist Du Polyamor! Ob Du es lebst, oder Deine Lebensumstände es zulassen, steht auf einem anderen Blatt.
Micha
 
 
20. Nov

*guterbeitrag*
 
 
20. Nov

Ich kann die kritische Fragestellung von Micha nachvollziehen, habe aber keine Zweifel. Ich kennen den TE und kann- abgesehen davon, dass er das auch für sich selber sagen kann- nur für mich sagen, dass ich mir diese Fragen auch manchmal stelle.
Sobald Du als Poly mal eine etwas exklusivere Phase hast, machst Du Dich in Polykreisen als Polyfake verdächtig *zwinker*
Und ich will das nicht mehr angezweifelt bekommen, in Frage gestellt bekommen! ICH weiß, wie ich ticke und es wäre eigentlich schön, wenn NIEMAND zweifeln müsste. nicht am anderen und schon gar nicht an sich selbst!

Einfach sein und leben. Frei.
 
 
20. Nov

Solo-Poly
In ihrem Buch "More than two" stellen Eve Rickert und Franklin Veaux verschiedene polyamore Lebensphilosophien vor.
Eine davon ist der/die/das "Solopoly" - eine sehr autarke und unabhängige Persönlichkeit.
Dieses Wesen lebt allein (!), sorgt komplett selbst für sich - und geht trotzdem, wenn er/sie/es will, in Beziehung.
Eine unserer Partner*innen ist eine solche starke Solopoly-Persönlichkeit, die durchaus einige Lieblingsmenschen hat - und zu denen in mehr oder weniger naher Beziehung steht.
Ein Solopoly kann über weite Zeiten ihrer/seiner Existenz auch Polysingle sein.
Der ausschlaggebende Faktor ist aber das nicht-leben eines Nähemodells, wie es viele Live-in-Partnerschaften oder geschlossene Polyküle oftmals halten.
Ist ein Solopoly ein "frei Liebender"?
Wir würden sagen "Nein", weil er/sie/es dennoch die polyamoren Werte von voller Transparenz und Ehrlichkeit, Verbindlichkeit und auch potentieller Langfristigkeit der Beziehungen im Blick hat.
Unsere Partner*in informiert uns so z.B. über ihr weiteres Beziehungsleben und dort uns betreffende Aktivitäten/Entscheidungen, Hinzukommen von weiteren Verbindungen - und sie arbeitet mit uns (egal ob fernmündlich oder per Message) an der Qualität der Beziehung [umgekehrt halten wir es natürlich ebenso mit ihr].
Wenn Du also grundsätzlich die Inhalte der Beziehungsphilosophie "Polyamorie" schätzt - genauso wie Deine Unabhängigkeit und gelegentliche "splendid isolation"...
...vielleicht bist Du dann ein Solopoly!
 
 
20. Nov

@Glen_Ilme
Schön beschrieben und ein besonders verbreitetes Phänomen nach längerer Nähebeziehung mit z.T. auch abhängigen (= bedingungshaltig, mit psychisch eher instabilen Menschen, bereits länger kränkelnden) Beziehungskomponenten......

Nähe und Distanz, sowie Bindung und Autonomie sind jeweils gegensätzliche Pole einer Achse und nach Schwankungen in die eine Polnähe zieht es mensch gerne wieder in die andere Polnähe. Solange, bis wir auf der Achse eine längeren für uns stimmigen Balancepunkt gefunden haben.......
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