Abkehr von der Polyamorie

 
Themenersteller
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19. Nov 17

Abkehr von der Polyamorie
Hallo Ihr,

jetzt ist es mal Zeit, dass ich auch mal einen Thread in der Poly-Gruppe poste. *zwinker*

Seit meine letzte Partnerin und ich uns Anfang September getrennt haben, bin ich nun "Poly-Single".
Wobei ich mich frage: Bin ich das wirklich? Denn...

momentan habe ich keine Lust auf Beziehungen und genieße mein Allein-sein. Okay, zu gelegentlich auftretenden sexuellen Begegnungen sage ich nicht nein *zwinker*, aber ich habe keine Lust mich zu binden.
Ich lasse es zur Zeit sehr viel mehr fließen und schaue, was kommt. Insofern liebe ich frei - ich bin frei, die Liebe dort fließen zu lassen, wo sie fließen möchte.

Und da kommt bei mir die Frage auf: Bin ich überhaupt noch polyamor? Wende ich mich vielleicht ganz der freien Liebe zu (ohne die Absicht, mit mehreren Personen in eine verbindliche Beziehung zu gehen)? Oder finde ich irgendwann mal eine Partnerin, mit der ich so tief gehen möchte, dass ich mich wieder (mehr oder weniger!) einem monogamen Leben zuwende - oder zumindest eine offene Beziehung leben möchte?
Ich bin auf jeden Fall offen, für das was kommt und bin selbst gespannt wo es hingeht.

Aber nun meine Frage(n) an Euch:
Kennt Ihr solche Gedanken? Kennt Ihr ehemals intensiv polyamor lebende Menschen, die sich von diesem Beziehungsmodell abgewendet haben und etwas anderes leben?

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen! *g*

Alles Liebe

Klaus
 
 
19. Nov 17

Meine ganz persönliche Meinung
Für mich ist polyamor eine Lebenseinstellung. Unabhängig davon, ob ich gerade eine Beziehung führe oder nicht, bin ich stets polyamor.

Ich kann es mir für mich auch gar nicht aussuchen. Es ist wie homo, hetero oder bi sein etwas, dass sich entscheidend auf mein Beziehungsleben auswirkt. Ich erkenne es an und lebe es aus.

Von Polytreffen weiß ich, es gibt auch Menschen, die Monophasen und Polyphasen in ihrem Leben haben. Es scheint also unterschiedlich zu sein von Mensch zu Mensch.
 
 
19. Nov 17

lieber klaus,

ich bin selbst ein "ehemals intensiv polyamor l(i)ebender mensch" (seit ich 20 bin), der phasenweise (während meiner zweiten ehe) etwas anderes gelebt hat, allerdings habe ich mich niemals von der polyamorie "abgewandt", da ich meine polyamorie - genauso wie kjaereste - als einen teil meiner persönlichkeit empfinde. ich kann sie nicht ein- oder ausschalten, auch nicht in zeiten, in denen ich anders lebe (monogam oder solitär); stets BIN ich polyamor, genauso wie ich auch dann bisexuell bin, wenn ich gerade nicht sexuell aktiv bin.

wenn du dich fragst, ob du dich jetzt der freien liebe zuwenden sollst, klingt das für mich ein wenig nach "lieben nach konzept" - etwas, das ich in der monoamorie auch nicht verstehe.
nämlich: ich nehme mir vor, so-und-so zu fühlen und darum so-und-so zu leben.
als monoamorer mensch: nur eine/n einzigen zu lieben und mit dieser person in der regel die klassische beziehungs-rolltreppe zu fahren: verliebt, verlobt, verheiratet, kinder, haus, baum...
als frei liebender mensch: mich nicht zu sehr zu verlieben und keine gefühlsbindung zur einengenden verbindlichen beziehung werden zu lassen...
in beiden obigen liebes-konzepten fehlt mir die lebendige freiheit, jeder begegnung die möglichkeit einzuräumen, sich zu genau dem zu entwickeln, was beiden (und den eventuell vorhandenen mit-liebenden) gut tut.

wenn es viele schöne freie (auch sexuelle) begegnungen für dich gibt - gut.
wenn sich aus begegnungen beziehungen entwickeln - auch gut.
und wenn es (erstmal?) nur eine einzige beziehung ist - ebenfalls gut.

allerdings habe ich persönlich für mich die entscheidung getroffen, auch in solitären phasen meine möglichen ("festen") partnerInnen vorzuwarnen: meine polyamorie wird sich möglicherweise irgendwann wieder durchsetzen (mit dem wunsch nach intensiver nähe auch außerhalb einer haupt-beziehung) - und soll dies auch dürfen! ich persönlich werde nie wieder versprechen, zu versuchen(!) "treu" zu sein.
und selbst innerhalb einer (oder mehrerer) beziehung/en brauche ich ab und zu längere zeiten zum alleine-sein-können, um mir wieder selbst treu werden zu können.

alles gute dir
sanne
 
 
19. Nov 17

Hi
Bin in der gleichen Situation, ohne vorher in einer Poly Beziehung gelebt zu haben, was ich aber jetzt schon sicher weiß, das die Monogamie keine Option mehr ist.
Glaube aber das Poly Beziehungen auch so ihre" Tücken" haben , sodass ich glaube,das man nicht alles definieren muss, wie man lebt und was einem in egal welcher Lebensphase gefällt.
 
 
19. Nov 17

Ich bin auf jeden Fall offen, für das was kommt und bin selbst gespannt wo es hingeht.

Bleib doch dabei. Alles andere weißt du eh nicht, und dann brauchst du auch keine Schubladen.
 
 
19. Nov 17

Er schreibt...
Die ersten beiden Antworten passen sehr gut zu meiner Sicht der Dinge.

Ich befinde mich gerade in einer Mono-Phase und das kann ich sehr gut zulassen. Wir leben aber dennoch aktuell hier unsere sexuelle Offenheit aus.

Freie Liebe, Monogamie, Polyamorie - braucht es da überhaupt so viele Worte zu? Gehört das nicht alles irgendwie in den selben Topf?

Oder mal konkreter gefragt, wo siehst du da den direkten Zusammenhang zur Polyamorie?
Mir scheint es, du genießt es einfach nur grade Single zu sein. Ich denke doch mal, dass es auch polyamore Singles geben darf. Auch wenn es vermutlich nicht so oft vorkommt, vermute ich mal.
 
 
19. Nov 17

@te
solche gedanken kenne ich....
mein weg führte mich dann eher in richtung beziehungsanarchie. wobei das auch wieder eine schublade ist. momentan l(i)ebe ich, was es ist. ohne begriffliche schubladen. die arbeit überlasse ich anderen.
dennoch bin ich dem gedanken der polyamorie verbunden. lebe das auch, aber nicht exklusiv - auf die philosophie bezogen.

über allem steht nur eines: ehrliche, offene, dh vollständige kommunikation mit allen beteiligten.
 
 
19. Nov 17

Lieber Klaus,

für mich ist Polyamorie auch ein Grundgefühl. Mit dem ich aber auch - wenn es passt!!!- eine monogame und exklusive Beziehung führen kann. (Mein Partner übrigens kann leben, wie er will, ich brauch da kein "pari"!)

Meine letzten drei Beziehungen (die drei wesentlichen nach dem Ende meiner Ehe) sind gescheitert, weil:

ein Mann unverbindlicher poly leben wollte, als ich

ein Mann mich gerne mono wollte, was ich vom Kopf her nicht mehr kann

ein Mann mit einigem unzufrieden war, nur mit meinem Polysein nicht

merke also: als Poly ist es verdammt schwer, gerade für jemanden richtig (im Sinne von "zu ihm passend") zu sein, jemanden zu treffen, der für mich richtig ist....

Ich lasse es fließen und bin aktuell mit einem Mann in Beziehung, der 750 km entfernt ist und den ich ca. alle 8-12 Wochen sehe. Es fehlt einiges, aber das, was da ist, fühlt sich auf beiden Seiten total richtig an!
 
 
20. Nov 17

Moin Klaus,

musst du dich denn entscheiden???

Wenn es eine langjährige Beziehung war emrfinde ich es normal, das da erstmal keine Lust ist sich auf irgendwas einzulassen, aber halt auch nicht auf alles zu verzichten. Körperkontakt ist essentiell wie essen usw...
Ob das polyamor ist? (mir wäre das wurst), wenn Mensch nach Wikipedia geht, dann eher nicht. Aber Polyamorie ist für mich das was die Menschen leben die sich so einsortieren. Und da geht es um das was Tom sagt, das alle im Bilde über deine Motivationen sind, am besten vorher. Und ich kann mir nicht vorstellen, das jemand der das einmal gelebt hat, das wieder sausen lassen kann. Ich könnte das nicht, ist einfach zu schön so.
Mir wäre deine Frage auf mich bezogen in gleicher Situation total egal. Obendrein kann ich mir ein Monoleben nicht mehr vorstellen, warum auf die Bereicherungen verzichten, die Vielfalt, die Schmetterlinge im Haar...

Andererseits würde ich dann auch darüber philosophieren, ob das jetzt noch Poly ist, Beziehungsanarchie, mono, oder ob das jemals wieder was wird. Aber nicht weil ich es bräuchte um mich klarer zu fühlen, sondern einfach nur so.
Du bist ein Mensch mit verschiedenen Varianten des seins, das ist jeder, wir sind nicht durchgehend gleich drauf, in einem Monat fühlt sich sowieso wieder alles anders an. Die Sichtweisen variieren... ...ich würde versuchen das alles von oben wertfrei beobachtend wie beim Meditieren sehen zu können, was da so in mir abgeht. Das ist Heilung. Und das geht auch vom Sonnendeck aus *zwinker*

Ich habe einige Menschen erlebt, die sich von der Polyamorie abgewand haben. Aber für sie war es kein Abwenden von der Polyamorie, sie haben sich ehr für etwas entschieden, nämlich mit "einem" Menschen zu sein, also "für" etwas. Ich hab länger einen Stammtisch gemacht und dadurch viele Menschen und Geschichten und Träume und Schicksale miterlebt, und Freunde gefunden. Ich kann gerade nicht schätzen in wie vieler Menschen Leben ich intime Einblicke hatte und habe, das waren/sind viele, das war für mich eine großartige Schule fürs Polyleben.

Das sich jemand vom eingefleischten Poly weg, oder zum Mono hin entschieden hatte, kam im Jahr sehhhr selten vor, vielleicht so 1mal irgendwo.
 
 
20. Nov 17

Polyamorie ist auch für uns zur Lebenseinstellung geworden.
Selbst wenn wir es aktuell nicht leben wissen wir es doch, das wir es sind, kein Problem.

Wenn es sich ergibt erfüllen wir es wieder mit Leben, auch kein Problem.

Unsere Einstellung hat nichts mit dem aktuellen Stand zu tun.

Im Moment "genügen" (<-- schlimmes Wort?!) wir uns einfach auch so.

Auch als Poly kann & darf (& will) man auch gern mal für sich sein.

Findet,
G.
 
 
20. Nov 17

Andere Fragestellung
Hallo!
Ohne dem TE zu nahe treten zu wollen, stellt sich für mich die Frage so:
Warst Du wirklich Polyamor? Oder hattest Du möglicherweise nur mehrere sexuelle Beziehungen Parallel?
Mir stellt sich die Frage so, weil ich glaube, dass Polyamorie eine gefühlsbsierte Lebenseinstellung ist, die man hat oder nicht. Die kann ich nicht ein- oder ausschalten. Das ist völlig unabhängig von meiner momentanen Lebenssituation. Ich kann mich ja auch nicht entscheiden plötzlich Homosexuell oder Asexuell zu sein.
Ob ich es bin oder nicht, weiß ich erst, wenn ich es erkannt habe. Aber ich war vorher schon so und werde es bleiben.
Fazit: Wenn Du Polyamor bist, bist Du Polyamor! Ob Du es lebst, oder Deine Lebensumstände es zulassen, steht auf einem anderen Blatt.
Micha
 
 
20. Nov 17

*guterbeitrag*
 
 
20. Nov 17

Ich kann die kritische Fragestellung von Micha nachvollziehen, habe aber keine Zweifel. Ich kennen den TE und kann- abgesehen davon, dass er das auch für sich selber sagen kann- nur für mich sagen, dass ich mir diese Fragen auch manchmal stelle.
Sobald Du als Poly mal eine etwas exklusivere Phase hast, machst Du Dich in Polykreisen als Polyfake verdächtig *zwinker*
Und ich will das nicht mehr angezweifelt bekommen, in Frage gestellt bekommen! ICH weiß, wie ich ticke und es wäre eigentlich schön, wenn NIEMAND zweifeln müsste. nicht am anderen und schon gar nicht an sich selbst!

Einfach sein und leben. Frei.
 
 
20. Nov 17

Solo-Poly
In ihrem Buch "More than two" stellen Eve Rickert und Franklin Veaux verschiedene polyamore Lebensphilosophien vor.
Eine davon ist der/die/das "Solopoly" - eine sehr autarke und unabhängige Persönlichkeit.
Dieses Wesen lebt allein (!), sorgt komplett selbst für sich - und geht trotzdem, wenn er/sie/es will, in Beziehung.
Eine unserer Partner*innen ist eine solche starke Solopoly-Persönlichkeit, die durchaus einige Lieblingsmenschen hat - und zu denen in mehr oder weniger naher Beziehung steht.
Ein Solopoly kann über weite Zeiten ihrer/seiner Existenz auch Polysingle sein.
Der ausschlaggebende Faktor ist aber das nicht-leben eines Nähemodells, wie es viele Live-in-Partnerschaften oder geschlossene Polyküle oftmals halten.
Ist ein Solopoly ein "frei Liebender"?
Wir würden sagen "Nein", weil er/sie/es dennoch die polyamoren Werte von voller Transparenz und Ehrlichkeit, Verbindlichkeit und auch potentieller Langfristigkeit der Beziehungen im Blick hat.
Unsere Partner*in informiert uns so z.B. über ihr weiteres Beziehungsleben und dort uns betreffende Aktivitäten/Entscheidungen, Hinzukommen von weiteren Verbindungen - und sie arbeitet mit uns (egal ob fernmündlich oder per Message) an der Qualität der Beziehung [umgekehrt halten wir es natürlich ebenso mit ihr].
Wenn Du also grundsätzlich die Inhalte der Beziehungsphilosophie "Polyamorie" schätzt - genauso wie Deine Unabhängigkeit und gelegentliche "splendid isolation"...
...vielleicht bist Du dann ein Solopoly!
 
 
20. Nov 17

@Glen_Ilme
Schön beschrieben und ein besonders verbreitetes Phänomen nach längerer Nähebeziehung mit z.T. auch abhängigen (= bedingungshaltig, mit psychisch eher instabilen Menschen, bereits länger kränkelnden) Beziehungskomponenten......

Nähe und Distanz, sowie Bindung und Autonomie sind jeweils gegensätzliche Pole einer Achse und nach Schwankungen in die eine Polnähe zieht es mensch gerne wieder in die andere Polnähe. Solange, bis wir auf der Achse eine längeren für uns stimmigen Balancepunkt gefunden haben.......
 
 
21. Nov 17

@.themisabeth
Mein Ziel ist es nicht gewesen den TE oder irgendjemanden Anderen zu verunglimpfen oder gar der Unwahrheit zu bezichtigen. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich nicht glaube, dass jemand der Poly ist, jemals wirklich wieder "verlernt" sich in mehrere gleichzeitig verlieben zu können. Auch wenn er eventuell phasenweise etwas anderes lebt.
Natürlich sind wir als vernunftbegabte Wesen auch in der Lage unsere Beziehungsstrucktur willentlich zu steuern. Aber wer einmal Poly ist, wird, so glaube ich, nicht wirklich zur strengen Monogamie zurück finden können.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und glaube, dass eigentlich alle Menschen, die sich in einen Verlieben auch noch einen Zweiten oder Dritten Menschen lieben und Begehren können und somit eigentlich polyamor veranlagt sind. Nur die Moral und der fehlende Erkenntnisprozess stehen der Polyamorie im Wege. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Wenn ich also irgendjemanden mit meinen Überlegungen verletzt haben sollte, bitte ich um Entschuldigung.

Micha
 
 
21. Nov 17

Micha, nein, hast Du nicht. Du hast es erklärt und ich verstehe den Unterschied zwischen "Poly im Innen" und "Poly im Außen" sein als wichtige Erkenntnis für mich.
Im Innen habe ich wie Du das Gefühl sind sehr viele poly, auch die, die es nicht wahrhaben, "äußern" wollen. Im Außen gibt es wichtige Phasen im Leben eines jeden Menschen, die sich bei Polys einfach vielleicht deutlicher zeigen?!
 
Gruppen-Mod
 Gruppen-Mod
21. Nov 17

Dass ich polyamor fühlen kann, habe ich erst sehr spät durch eine zufällige Begegnung, zu Beginn freundschaftlich, im Weiteren meinerseits durch tiefe Liebe geprägt, erfahren, ohne dass die Liebe zu meiner Frau, mit der ich nun über 30 Jahre verheiratet bin, weniger wurde, im Gegenteil.

Diese Erfahrung hat unser/mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt, jetzt wieder auf den Füßen stehend, wissen wir beide, dass man mehr als Einen lieben kann und leben es sehr glücklich mit jeweils einem weiteren Liebespartner. Sollte diese Liebesbeziehungen irgendwann enden, würden wir nicht krampfhaft nach einer neuen weiteren Liebe suchen uns aber auch nicht dem polyamoren Leben verschließen, was nichts mit unserem Alter zu tun hat. Wie schon hier geschrieben, kann man das nicht einfach abschalten.

Aus der Freiheit heraus, so wie wir jetzt leben, können wir aber ohne schlechtes Gewissen anderen Menschen begegnen, letztlich haben wir auf diesem Weg auch unsere zweiten Liebespartner getroffen. Insofern bin ich ziemlich sicher, dass es dann wieder Begegnungen gibt, aus denen mehr entstehen kann, ohne dass wir bewusst danach suchen würden. Im unserem jetzigen kleinen Beziehungsgeflecht, in denen wir alle in langjährigen festen Hauptbeziehungen leben, ist für uns aber auch schon eine Grenze erreicht, weil zwar die Liebe aber nicht die Zeit unbegrenzt ist und polyamor zu leben ja auch etwas mit Verbindlichkeit zu tun haben sollte.

Wir wissen, dass wir polyamor fühlen und leben KÖNNEN aber nicht müssen und dabei bleibt es.
 
Themenersteller
 Themenersteller
21. Nov 17

Vielen Dank an alle...
... für Eure vielen Beiträge!
Wow - was für ein Rücklauf! *g*
Ich möchte mal auf das antworten, was mich bei Euren Beiträgen am meisten bewegt hat. Erst einmal eine Antwort an ...

@Seehund-Micha *zwinker*
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob einmal poly immer poly heißt. Und zu Deiner ersten "Frage": Ich hatte zeitweise drei Beziehungen, habe diese verbindlich gelebt und habe mich zu dieser Verbindlichkeit hingezogen gefühlt. Momentan bin ich aber in einer Phase (oder in einem Änderungsprozess?) wo mir (gerade zur Zeit!) nicht nach verbindlichen Beziehung ist. Ich weiß nicht, wo es hingeht, aber kann ziemlich sicher ausschließen, dass ich irgendwann monogam fühlen werde (wenn ich mich auch vielleicht für ein ziemlich monogames Leben entscheiden könnte!)

Zur Definition von freier Liebe: Auf meinem ersten PAN-Treffen gab es eine Diskussionrunde zwischen Polys und einem alten Frei-Liebenden. Seine Definition hat mich sehr bewegt: Er definierte freie Liebe als dass seine Liebe dorthin frei fließen kann, wo sich fließen möchte. Dies habe ich für mich übernommen und mitgenommen.

Ansonsten bin ich mit einigen der Vorredner*innen d'accord: Ich habe immer weniger Lust, mein Liebeskonstrukt, das Fließen meiner Gefühle irgendwie zu definieren. Ein Satz, der für mich schon lange gilt, wird für mich immer wichtiger und bedeutsamer: Ich lebe Beziehungen im Hier und Jetzt. Noch stimmiger ist inzwischen: Ich liebe im Hier und Jetzt und definiere keine Beziehung(skonstellation). Ich möchte einfach fließen und offen sein, was sich daraus entwickelt - ob unverbindliche Liebesbeziehungen, eine verbindliche Beziehung oder mehrere verbindliche Beziehungen.

Aber jetzt wird's wieder ziemlich kopflastig! *zwinker*
Ich lasse Euch wieder den Vortritt! *genau* *tipp*

Klaus
 
 
22. Nov 17

ich glaube nicht,
dass man nur deshalb, weil man einige Zeit eine Beziehungspause macht oder vielleicht (temporär) monogam lebt, den polyamoren Lebensentwurf aufgibt. Man macht einfach nur keinen Gebrauch von einer prinzipiellen Möglichkeit, das ist alles.
 
 
8. Jan

Burmishiva...

Du hattest in deinem Postings geschrieben du hast dich von einen deiner letzten Partnerin getrennt und lebst nun alleine. Daher fragst du dich, da du dich nicht gleich neu festlegen möchtest, ob du noch Polyamor bist?

Ich persönlich sehe es so wie einige andere. Man fühlt es innerlich was man glaubt leben zu wollen. Das ist bei vielen eine Lebenseinstellung, die allerdings nichts darüber aussagt, wie aktiv, oder inaktiv gerade diese Phase ist. Es ist doch generell so, dass man sich wenn man sich trennt, erst einmal zurück lehnt, neu ordnet und man dann auch keine rechte Lust gleich auf neue Verbindlichkeiten hat. Geht das nicht fast allen so? Es wäre doch eher ein Glücksgriff in dieser Zeit, gleich jemanden passenden neu kennen zu lernen. So was brauch doch auch Zeit? Man muss doch sich und anderen nichts beweisen?

Polyamore Beziehung machen auch Arbeit, brauchen Zeit sich zu reflektieren.. sich zu hinterfragen etc. Wie es dann bei dir aussieht, kannst nur du selbst in Zukunft wissen. Wenn du dich nun erst einmal ausleben möchtest, weil du auf niemanden Rücksicht nehmen musst, ist es doch gut frei darin zu sein?

Du schreibst ja selbst du bist nun offen, was dann kommen werde. Das heißt ja auch, du lebst nun bewusst so frei .. aber schaust auch ob du wieder irgendwo hängen bleibst. Bei den einen kommt das eher wieder als man denkt. Manche leben es einige Zeit gar nicht. Aber wenn es eine Lebenseinstellung ist, dann kommt sie meist irgendwann wieder zu Tage. So sehe ich das.

Dich an dem Punkt zu fragen, was du noch bist. Fisch oder Fleisch wird dir keiner, selbst du nicht beantworten können. Wenn es dein momentaner Wunsch ist das so zu leben. Dann ist es eben so.

Ich kenne das eine oder andere Polyamore Paar, welches auch zwischenzeitlich eine Ruhephase hatte. Sogar einige die dann Jahrelang nur eine Partnerin hatten, irgendwann fing es wieder an, in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, mit einem neuen Partner. *zwinker*

Nur meine Meinung dazu.
Tamara
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