Vergleiche sind doch blöd! ...oder?

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Themenersteller
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9. Feb

Vergleiche sind doch blöd! ...oder?
Hallo liebe Polys!

Kennt jemand das Problem, dass man seine verschiedenen Liebsten vergleicht, obwohl man das rational/bewusst gar nicht möchte?
Es ist mir wirklich peinlich, dass ich solche Gedanken habe ("X küsst besser als Y, aber Y..." -> so in der art) -zum Teil sogar während des Sex *augenzu*- , aber ich finde keinen aus-Schalter für diese Gedanken, die so automatisch kommen *schaem*
Kennt jemand dieses Problem? Kann mir jemand erzählen, wie er_sie damit umgeht? Dankeschön!
 
 
9. Feb

X küsst anders als B. Das liegt häufig in der Natur der Sache. Nur weil Dinge unterschiedlich sind, heißt es noch nicht, dass sie unterschiedlich gut sind. Sie sind halt erst mal anders. Was den Unterschied macht, ist die eigene Einstellung zu den Unterschieden. Somit küssen nicht X oder Y besser, sondern mir gefällt der Kuss von X oder Y besser und das ist doch legitim.
 
 
9. Feb

sind vergleiche blöd?
seh ich nicht so...

wir sind nun mal alle unterschiedlich. wären wir alle gleich, brauchten wir nun wirklich kein poly

und die unterschiede wahrnehmen, ist erstmal das selbstverständlichste von der welt.

schwierig wird es erst, wenn du die bewertung reinbringst, was sicher mal erst ein reflex sein kann, weil wir heute ständig alles mit jedem in eine rangordnung bringen.

poly wird sicher erst zu einem genuss, wenn du die vielfalt geniessen kannst. und keinen wettbewerb drauss machst. das wäre der richtige nährboden für eifersucht. also entspannen, wenn du unterschiede feststellst und dich auf die highlights jeden partners besinnen.

ich würde mich jedenfalls kaputtlachen, wenn meine lieblingsmenschen immer ein siegertreppchen unterm arm hätten.

btw... ich geb übrigens die tollsten kommentare *rotfl**kissenschlacht*
Danke13x
 
 
9. Feb

Oh ja
irgendwie triggert mich dieser Thread.

Das Suchen nach der Eierlegendenwollmilchsau??
Und wie geht man dann damit um, sowas den anderen (auch noch) zu berichten, ohja ganz krasse Situation.

Und im Ernst:
Wenn ich voll und ganz in dem MOMENT bin, dann bin ich bei dem Menschen, mit dem ich in Begegnung bin und denke nicht an andere. Dann ist es egal, denn nur dieser Mensch ist anwesend, bei mir und das alles was ist darf angenommen werden. Alles andere ist Gedankenbullshit (Brad Blanton) und der hat in der Begegnung nichts zu suchen.

Falls es ganz krass werden sollte, empfehle ich Circling:
Ich bemerke, ...
Was macht das mit Dir, ...
Ich stelle mir vor, ...

Der Vergleich, mir gefällt xxx besser ist für mich schon nicht ganz ok. Ich möchte in dem MOMENT nicht bewerten. Ich mag dann lieber diese Pofalte hervorheben der andersmenschlich nicht so besonders ausgeprägt ist. Und, es muss ehrlich bleiben!!!!
 
 
9. Feb

wenn ich gen Italien ----
ziehe, sollte ich Italienisch verstehen und italienische Küche mögen. Bin ich in Spanien, möchte ich die original Paella und sollte ein bisschen Spanisch sprechen. Und in München esse ich "an Schwainsbrodn mit Knödeln" und freue mich über die bayrische Mundart. Wo es mir AM BESTEN besten gefällt ? Nun ja, das wechselt ----- Der Schweinsbraten ist in München eindeutig BESSER als in Sizilien. Das geht mir vielleicht durch den Kopf - schlägt mir aber bestimmt nicht auf den Magen.
 
 
9. Feb

Kein Ei wie das andere....
Nein, es geht mir nicht so. Meine 2 bzw. 3 Männer sind definitiv alle komplett anders und ja, einer fickt besser von hinten, der andere hält länger durch und den dritten kenne ich einfach schon 13 Jahre in und auswendig. Aber ich liebe jeden auf seine Art und für jede seiner anderen Facetten. Das macht es so interessant und so ist es auch nie langweilig............
 
 
9. Feb

@biluna
ich weiß nicht ob es ein Patentrezept gibt, um eigene Gedanken zu überdenken und zu ändern.

Ich halte einfach einen Moment inne und reflektiere, dann ändere ich den Gedanken so um wie ich es für richtig halte. z.B. statt y küsst besser in y küsst wundervoll.

Vielleicht hilft dir das ein wenig, habe auf alle Fälle Geduld mit dir selbst. Veränderungen brauen ihre Zeit.

Liebe Grüße
Guinan
 
 
9. Feb

Hallo,

Zu vergleichen ist völlig normal und in Ordnung.

Nur was danach in einem passiert, was man mit der Information anfängt, kann zu Konflikten führen.

Ein Beispiel aus unserem Beziehungserleben: mein Mann steht auf sehr viel jüngere Frauen, die nicht unbedingt beziehungsfähig sind. Wenn ich seine jetzige Nebenbeziehung mit mir vergleiche, stelle ich alle möglichen Unterschiede fest.

Sie ist jünger als ich. Ich fast 50, sie fast Mitte 30. Wenn ich das bewerten will, komme ich vielleicht zu der Annahme, dass mein Mann mich sexuell nicht für attraktiv genug befindet. Damit erzeuge ich erst einen Konflikt in mir selbst. Zweifel, ob er mich wirklich begehrt. Ob er mich austauschen wird erzeugt Ängste. Da weiter zu denken führt direkt in die Hölle.

Sie stresst mit ihm in einem auffälligen zeitlichen Rhythmus herum. Wenn ich das bewerte, könnte ich mir einbilden, dass ich viel besser als sie bin. Schon weiter und reifer. Damit erzeuge ich in mir Hochmut und Selbstgefälligkeit. Führt mich auch in die eigene Hölle. Ich beginne mich vielleicht zu fragen, was er von ihr will und bin mürrisch und unzufrieden, weil er sich mit einer so anstrengenden Person überhaupt abgibt.

Beides lenkt nur ab dort hinzusehen, wo ich selbst meine Baustellen habe. Und führt mich weg von mir selbst.

Wenn ich merke, dass ich aus Vergleichen heraus bewerte, kann ich sagen: Stopp. Was ist da los? Warum ist da gerade mein Bedürfnis, mich auf- oder abzuwerten und wo kommt das her?

Manchmal endet das bei mir in der Erkenntnis laut lachen zu müssen, weil ich in mir gerade großen Unfug anstelle.

Das Thema Altersunterschied hat mich meinen Mann natürlich (es machte mir damals Verlustangst) fragen lassen, warum er noch bei mir bleibt, wenn so junge Dinger ihn sexuell reizen. Dann reden wir darüber. Und kümmern uns umeinander. Schauen woher Ängste und Bedürfnisse kommen. Ich finde, dass diese relativ schonungslose Aufrichtigkeit viele Unsicherheiten nimmt und stärkt. Wir verstehen aneinander, was uns an unseren weiteren Partnern kickt, herausfordert, wo Unvereinbarkeit besteht, besser dadurch.

Dann werden Bewertungen immer bedeutungsloser. Sie machen weniger Unruhe.

Anstatt zu bewerten und daraus Entscheidungen formulieren zu wollen wundere ich mich, bin erstaunt und interessiert, teile Ansichten oder merke, etwas wäre nicht meins.

Und dann ist es plötzlich völlig in Ordnung, wenn Mann eins anders küsst als Mann zwei. Und ja, es darf sogar sein, dass ich die Küsse mit dem einen Mann mehr mag als die mit Mann zwei. Ich brauche, das stelle ich für mich immer wieder fest, keine künstliche Gleichwertigkeit zwischen verschiedenen Partnern herzustellen.

Ich weiß nicht ob das hilfreich ist. Jeder hat seinen eigenen Weg.

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Danke13x
 
 
9. Feb

Ja, ist blöd
Hallo Biluna,

Wir reden über die Sorte Vergleiche, wo Menschen miteinander verglichen werden, oder?

Wenn ja, dann sprichst Du da was an, was mir auch schon länger im Kopf rumgeht.

Ich glaube, dass wir hirnmäßig erst mal alle so veranlagt sind, dass wir recht selbstverständlich immer wieder Vergleiche formulieren ("besser als", schneller als", der/sie das Beste" usw ....)

Jedenfalls erwisch ich mich immer wieder dabei, dass ich das tu. Wenn ich merke dass ich es tu, dann korrigiere ich mich und nehme mich zurück - und zwar deswegen, weil ich es blöd finde.

Ich finde es blöd, weil ein solcher Vergleich immer nicht nur eine Sache auszeichnet/erhöht sondern gleichzeitig die andere Seite erniedrigt/runterdrückt. Also so, als würde ich mich beim Schwimmen aus dem Wasser recken, indem ich mich auf der neben mir schwimmenden Person aufstütze.

Wenn ich etwas gut (oder toll oder oder ...) finde, dann versuche ich zu sagen: "Das ist gut". Und nicht: "Das ist besser als." Weil ich es im Zusammenhang mit Menschen für nicht gut (und auch völlig unnötig finde), das eine auf Kosten des anderen auszuzeichnen.

Es gibt noch nen anderen Aspekt dabei: Superlative sind unglaubwürdig. Wenn ich also jemandem vermittel möchte, dass ich was toll finde, dann ist es besser, wenn ich sage: "Das ist toll!", als wenn ich sage: "Das ist perfekt/das Beste/das Beste aller Zeiten". Denn letzteres klingt unglaubwürdiger - die Botschaft bring ich mit dem ersten besser rüber.

Und als letzter Grund: In vielen amerikanischen Filmen sagt jemand: "Er ist der Beste!" Und diese Filme find ich doof *g*

Mag sein, dass ich da übersensibel bin - aber - so fühlt es sich an für mich.

Grüße

Michael
 
 
9. Feb

Ich will meine Gedanken nicht ... :)
Ich habe da Gedanken in meinem Kopf, die will ich nicht...
Also kämpfe ich dagegen ...
und gebe Ihnen so noch mehr Kraft über mich.

So funktioniert das nicht. Nimm Dich an und sei lieb zu Dir ... und zwar insbesondere mit den Anteilen, die Du eigentlich lieber anders hättest. Nur dann können sie sich auch verändern.

Wie schon mehrfach vorher geschrieben: Jeder Mensch vergleicht, jeder Mensch wertet auch. Das passiert automatisch, so funktioniert das Gehirn nun mal. Aber nur wenn Du Dich annimmst (Ja, ich vergleiche. Ja, ich werde. Das ist die Realtität dieses Augenblicks) kannst Du verhindern, dass du dich deswegen auch noch schlecht fühlst. Und dann kann im Laufe der Zeit das Werten weniger werden...

Beim Anderen sein, kann man meines Erachtens nur, wenn man zunächst erst einmal ganz bei sich ist - und sich annimmt.

Wie blöd ist das denn: Man springt mit einem Liebsten ins Bett und hat schon Angst vor den Gedanken die da kommen könnten. Dann kommen sie doch ganz sicher. Lass sie kommen, habe keine Angst vor Ihnen... Dann dürfen sie irgendwann auch gehen.

*my2cents*
 
Themenersteller
 Themenersteller
9. Feb

Danke für die vielen Antworten!
Ich weiß nicht ob das hilfreich ist. Jeder hat seinen eigenen Weg.
Ja danke, dein Beitrag war sehr hilfreich für mich! *g*

Jedenfalls erwisch ich mich immer wieder dabei, dass ich das tu. Wenn ich merke dass ich es tu, dann korrigiere ich mich und nehme mich zurück - und zwar deswegen, weil ich es blöd finde.
Ja, das mache ich auch (es blöd finden und mich korrigieren). Meine Frage lautete daher auch nicht so sehr "Was kann ich in dem Moment tun?", sondern "Kann ich mir das entweder abgewöhnen ODER lernen/annehmen, dass es okay ist und ich das darf (wenn ich verantwortungsvoll damit umgehe)?"

Somit küssen nicht X oder Y besser, sondern mir gefällt der Kuss von X oder Y besser und das ist doch legitim.
Dieser Ansatz gefällt mir *g*

und die unterschiede wahrnehmen, ist erstmal das selbstverständlichste von der welt. schwierig wird es erst, wenn du die bewertung reinbringst, was sicher mal erst ein reflex sein kann
...der auch...

habe auf alle Fälle Geduld mit dir selbst. Veränderungen brauen ihre Zeit.
...und der natürlich ^^

@poppveli: Deinen Beitrag fand ich ehrlich gesagt schwierig. Vor allem der Absatz mit dem "Gedankenbullshit" - so möchte ich eigentlich nicht von dir verurteilt werden. Und das "Wenn ich voll und ganz in dem MOMENT bin, dann bin ich bei dem Menschen, mit dem ich in Begegnung bin und denke nicht an andere. Dann ist es egal, denn nur dieser Mensch ist anwesend" ist bei mir halt anders. Und das empfinde ich auch als "normal", dass meine anderen Liebsten nicht völlig aus meinem Kopf verschwinden. Zumal ich gestern die Situation hatte, dass ich mit A über B gesprochen hab und als A und ich dann anfingen uns zu küssen, war B halt noch sehr präsent. Und durfte es auch sein.

Danke euch allen!
(und speziell dir, BlueVelvet, dass du so persönliches mitgeteilt hast!)
 
 
9. Feb

Ich finde es blöd, weil ein solcher Vergleich immer nicht nur eine Sache auszeichnet/erhöht sondern gleichzeitig die andere Seite erniedrigt/runterdrückt. Also so, als würde ich mich beim Schwimmen aus dem Wasser recken, indem ich mich auf der neben mir schwimmenden Person aufstütze.

Warum lässt du es dann nicht sein, "automatisch die andere Seite abgewertet zu verstehen"?

Aus meinem Beispiel wäre es die Wertung und dann daraus zu implizieren: ist die andere Frau jung, bin ich alt, also bin ich unattraktiver usw.

Ich impliziere in meinem Kopf. Es passiert eben nicht automatisch, dass es so immer ist.

Wenn ich zu meinem Mann sage, dass der andere Mann ganz toll streichelt, bedeutet es nicht automatisch, mein Mann streichelt schlecht und soll das lieber lassen.

Nur weil unsere Beziehung ohne On-Off-Drama läuft, bedeutet es nicht implizit, dass ihm mit mir dieses Drama fehlt.

Wenn jemand einen Wettbewerb gewinnt, ist er der Beste. Wer impliziert, macht daraus "Alle anderen Menschen sind Verlierer". Wer nicht impliziert, weiß, dass es ganz normal ist, dass es einen gibt, der am schnellsten gelaufen ist, die beste Prüfungsnote geschrieben hat und so weiter. Schließlich gehen großartigen Bewertungen großartige Leistungen voraus. Das muss ich nicht entwerten, damit bloß wieder alle gleich gemacht werden können und sich bloß niemand (am Ende geht es doch um einen selbst? ) weniger wertvoll ist.

Bevor so ein Umkehrschluss gemacht wird, einmal kurz innehalten und schauen, woher das Bedürfnis danach kommt. Was die Kränkung ausmacht, wenn der andere Partner besser küsst, gebildeter ist, mehr Geld verdient, mehr Zeit hat, schon viele Medaillen gewonnen hat.

Denke ich zurück als ich Mitte 30 war, mein Körper straffer, ich hatte mehr Kraft, noch viel mehr Lebensjahre vor mir, da könnte mich schon der Neid überkommen, die Uhr nicht zurück stellen zu können. Es könnte mich traurig machen und wütend und frustriert. Ich könnte Missgunst entwickeln.

Aber will ich das?

Solche Gedanken flattern auch durch mein Gedankenfach. Zulassen. Durchlassen. Oh guck mal, was ist das denn wieder für ein interessanter Gedanke. Huhu Gedanke, wer bist du denn und wo kommst du her? *ggg*

Ich schreibe gerade im Brainstorming Modus.

Jedenfalls haben Gedanken meistens einen Ursprung und eine Funktion. Viele kommen glaube ich aus unserer Erziehung. Man muss alle Menschen gleich behandeln. Zum Beispiel. Oder ich darf nicht besser sein als andere, weil andere dann gemein zu mir werden, also darf ich sie nicht neidisch machen. Oder eben die scheinbar automatische Implikation. Bin ich besser, ist der andere schlecht. Vielleicht habe ich erlebt aussortiert zu werden, weil jemand anderes besser in etwas war und will das unbedingt vermeiden.

Ich gewöhne mir an nichts wirklich zu wissen. Zu hinterfragen, sobald ein eigener Gedanke mir weh tun will. Gerade wenn sich so eine kleine Mistkrampe normal und richtig anfühlt. Dann nehme ich ihn hoch und guck ganz genau was der von mir will.

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9. Feb

BlueVelvet:
Wenn ich zu meinem Mann sage, dass der andere Mann ganz toll streichelt, bedeutet es nicht automatisch, mein Mann streichelt schlecht und soll das lieber lassen.

Genau das habe ich doch geschrieben! Wenn man es so wie im Zitat sagt, dann ist es ok weil es Deinen Mann nicht abwertet. Wenn Du aber stattdessen sagst: "Der andere streichelt besser als Du!" - dann ist es durchaus naheliegend, dass Dein Mann sich dann zurückgesetzt fühlt.

Warum lässt du es dann nicht sein, "automatisch die andere Seite abgewertet zu verstehen"?
Dabei gehts doch gar nicht darum, wie ich es "verstehe" sondern darum, wie es für den anderen rüberkommt.

Annaken:
Ich habe da Gedanken in meinem Kopf, die will ich nicht... Also kämpfe ich dagegen ... und gebe Ihnen so noch mehr Kraft über mich.
Ich glaub nicht, dass es hier um bewusste Gedanken geht. Sondern eher um schlechte Angewohnheiten. Und es scheint mir keine sehr erfolgversprechende Methode zu sein, diese "anzunehmen" *g* Wozu sollte das auch gut sein? Sich selbst auch kritisch zu sehen ist kein Zeichen davon, dass man sich nicht mag - solange man sich nicht NUR kritisch sieht *g*

Das ist mir jetzt schon öfters aufgefallen in manchen Antworten, dieses: "Man soll grundsätzlich alles annehmen". Klingt wie die Aufforderung, nichts dazuzulernen *g*
 
 
9. Feb

Ich finde es total faszinierend, was passiert, wenn ich bei Vergleichen nicht in der Begeisterung oder Abwertung bleibe, sondern genau hinschaue, was mich da so an- oder abregt. Der Kuss ist supertoll und besser als ... und wenn ich mich dann frage, was denn den Kuss jetzt so ausmacht, dann bin ich ganz schnell bei dem Menschen selbst, der genau so küsst wie er küsst weil er irgendwie so ist oder gerade jetzt so ist oder überhaupt soundso im Leben steht oderoderoder. Dann wird das irgendwie persönlich und mit diesem Menschen verknüpft, und der Vergleich mit dem Küssen des anderen Menschen wird dann wirklich zum Vergleich, weil der nämlich auch irgendwie einzigartig ist und eben so küsst wie er küsst. Und dann mag ich beide Menschen, und dann ist der Kuss des Einen total toll, und der des Anderen nicht so total toll, aber irgendwie gehört es zu dem Menschen dazu, das er eben so küsst wie er küsst, und das ist auch gut so.
Ein Vergleich wird ja nur dann zum wertenden Wettbewerb, wenn ich einen Focus auf genau diesen einen Aspekt lege. Wenn ich zum Beispiel Fußball nehme, dann zählt am Ende das Torverhältnis, und diejenige Mannschaft gewinnt, die eben die meisten Bälle ins gegnerische Tor gebracht hat. Eben weil der Focus auf den Toren liegt, aber wenn ich zum Beispiel ganz woanders hinschaue, zum Beispiel, welche genial schönen Kombinationen die einen hinbekommen haben, dann nehme ich etwas anderes wahr, zum Beispiel das Zusammenspiel. Dann fehlte da leider jemand, der den Abschluss zum Tor hätte machen sollen - aber das Spiel war schön anzuschauen, und die Mannschaft hat begeistert.
Will sagen: das mit dem Vergleich wird nur dann blöde, wenn ich den Focus auf genau dieses oder jenes Detail lege - denn dann kann ich nur werten. Jetzt bin ich aber nicht mit einem Menschen zusammen, weil der einfach saugut küsst, sondern doch irgendwie oft gar nicht erklärbar mit dem ganzen Menschen. Naja, und der küsst halt supertoll. Glück gehabt *zwinker*
Und wenn man dann doch irgendwie unbedingt supertolle Küsse haben will und ein entsprechendes Pendant gefunden hat, dann nimmt man vielleicht auch irgendwelchen anstrengenden Stress in Kauf - wenn einem das sooo viel wert ist.
Bei mir wird es immer dann schwer, wenn es um Details geht, die in der Wertung gesellschaftlich oder sozial vorgegeben sind. Da geht es um Leistung und Unabhängigkeit, um Macht und Reichtum, um Jung und Alt. Ich falle dann schon oft mir selbst gegenüber in die Abfrage des Wertungskatalogs und finde auch, das ich da wirklich nicht mithalten kann. Oder gehe allzu schnell in solch eine Wertung meines Gegenübers, besonders zu Anfang einer Begegnung, wenn ich mich doch dabei ertappe, irgendwie mein Gegenüber einordnen oder abtasten zu wollen und dabei schnell auf die Wertungsliste zurückgreife. Schaue ich tiefer und lasse mich ein, dann wird es plötzlich ein Mensch; so individuell und vielschichtig, das ich garnicht mehr zu werten in der Lage bin.
Trotzdem kann der Eine besser küssen als der Andere *zwinker*
Danke für deine Gedanken, BlueVelvet.
Danke11x
 
 
9. Feb

NoJealousy:

Annaken:
Ich habe da Gedanken in meinem Kopf, die will ich nicht... Also kämpfe ich dagegen ... und gebe Ihnen so noch mehr Kraft über mich.
Ich glaub nicht, dass es hier um bewusste Gedanken geht. Sondern eher um schlechte Angewohnheiten. Und es scheint mir keine sehr erfolgversprechende Methode zu sein, diese "anzunehmen" *g* Wozu sollte das auch gut sein? Sich selbst auch kritisch zu sehen ist kein Zeichen davon, dass man sich nicht mag - solange man sich nicht NUR kritisch sieht *g*

Das ist mir jetzt schon öfters aufgefallen in manchen Antworten, dieses: "Man soll grundsätzlich alles annehmen". Klingt wie die Aufforderung, nichts dazuzulernen *g*

Sich selbst kritisch zu sehen und sich anzunehmen mit all den negativen Seiten die man so hat schließt sich kein bischen aus. Es bedeutet auch nicht, dass man nicht dazu lernen kann oder will. Im Gegenteil ist es der Anfang davon. Denn Veränderung von Gedankenmustern oder wie Du es nennst "schlechten Angewohnheiten" - wobei ich diese Wertung nicht mag - ist nach meiner Erfahrung nur dadurch zu erreichen, dass ich mich zunächst erst einmal annehme, will heißen, dass ich akzeptiere, wie ich bin und mich wertschätze. Sonst verstricke ich mich sehr schnell in bewussten Gedankenmustern, mich ändern zu wollen und unbewussten, dafür zu kämpfen, dass ich OK bin so wie ich bin.

Die Folge ist meines Erachtens, dass ich z.B. vergleiche und werte, obwohl ich das gar nicht will. Wenn ich es doch nicht will, warum mache ich es dann? Eben weil es für einen Teil von mir wichtig ist...
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