Wenn die/der Primary verreist...

98311
 
Themenersteller
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11. Mär

Wenn die/der Primary verreist...
Habe heute morgen meine Frau verabschiedet. Sie ist nun mit ihrem Freund im Urlaub.
Ich darf nächste Woche arbeiten und bleibe daher brav zuhause, naja, mehr oder weniger *zwinker*.

Habe nun in den letzten drei Stunden den Balkon frühlingsfein gemacht, die alten Schlösser an einem 100-jährigen Schrank repariert und schiele nun schon auf eine Stelle des Parketts, die ausgebessert werden möchte. Heute Abend wäre dann noch ausreichend Zeit für ein/zwei Stunden Sport...

Wie wirkt diese Zeit auf euch? Natürlich auf jeden anders, daher frage ich genauer: Welche schönen Seiten könnt ihr diesem euch-selbst-überlassen-sein abgewinnen?
 
 
11. Mär

endlich
Zeit für dich und zwar NUR für dich - Glückwunsch.
der Abstand fördert zudem die Sehnsucht
 
Gruppen-Mod
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11. Mär

Gut ! sehr gut!
Abstand ist wichtig - Alleinsein auch - das ist sehr erholsam für Körper, Geist und Seele.

Wenn es gut läuft, dann kommst Du so richtig passend bei DIR an.
Genieße das und entdecke, was es mit Dir macht.

Ich bin selbst immer wieder gern allein, auch allein unterwegs.
Das verändert sehr positiv meinen Blick und mein Fühlen.
Es tut mir gut, allein zu entscheiden, was ich möchte und was nicht.
Diese Zeit ist wirklich meist frei von Zwängen.

Ich hatte das gerade und war halb beruflich, halb privat allein im Süden der Republik.
Und wenn ich hier zu Hause allein bin, dann kommt eben auch diese erste Phase der Betriebsamkeit.
Aber wenn die rum ist, folgt eine sensationelle Leere.
Die fülle ich in ganz kleinen Schritten für mich passend....auch mal mit Garnichtstun!!!
*spitze* wunderbar.
 
 
11. Mär

... ist es für mich schwer.
Hallo Trilby,
meine Frau ist seit 1,5 Jahren mit einem weiteren Mann in einer Beziehung.
Vor etwa einem Jahr sind die beiden das erstemal verreist und jetzt wurde mir die zweite Reise angekündigt.
Für mich ist es schwer, da ich traurig bin. Sie verreist das zweite mal mit ihm und wir haben es nicht hinbekommen eine gemeinsame Reise zu organisieren. Seit sie mit ihm auch Sex hat, läuft zwischen uns auch da nichts mehr.
Deswegen werden bei mir da ganz schnell Ängste getriggert und ich frage mich, ob ich überhaupt in einer Polyamorenbeziehung bin oder meine Frau zwei Monogamebeziehungen hat. Eine für Liebe, Sexualität und Freude und eine für Geborgenheit, Fürsorge und Sicherheit.
Das Thema alleine sein ist dabei nicht mein Thema, ich habe immer genug Dinge zu tun. Das Gefühl, dass sich die Beziehung verändert macht mir Sorge und das ich neue Strategien für meine Bedürfnisse Intimität, Zärtlichkeit und Sexualität brauche, ist meine Herausforderung.
Besten Gruß,
Empathieschenke(r)
Danke11x
 
 
12. Mär

Poly - zu welchem Preis?
Du beschreibst mit wirklich schönen Adjektiven deinen Zustand, - dahinter steht für mich eine emotionale Situation, die man Abstand nenne kann, oder auch Notstand.

Ich kann nicht vorformulieren, wie andere sich fühlen, das wären lediglich Unterstellungen, wenn ich jedoch mein eigenes Herz in aller Ehrlichkeit befrage, halte ich diese Form der Polyamorie- und nicht nur diese für ziemlich egoistisch. Man will Sex mit mehreren und dazu als Bonusmärkchen auch so etwas, was sich irgendwie wie Liebe anfühlt.

Ich habe in Polymer-Beziehungen gelebt und halte alle Vorteile für Rationalisierungen: Klar habe ich so die Chance, an meinem Thema der Eifersucht und der Verlustangst zu arbeiten, aber ich kann es auch auf sanftere und weniger schmerzliche Art tun. DAs Them aLiebe ist schon so schwer, mot Poly wird es noch "schwerer". Aber wie Erich Fried sagt:
Es ist Schmerz, es ist Angst, aber die Liebe sagt: es ist, was es ist.

Ich selbst kann nicht Poly leben, wünsche aber allen Ponys viel Kraft, Stärke und tiefe Erkenntnisse.
 
Gruppen-Mod
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12. Mär

Lady_Maitea:
Man will Sex mit mehreren und dazu als Bonusmärkchen auch so etwas, was sich irgendwie wie Liebe anfühlt.

Dieses Erleben kann ich null und gar nicht bestätigen.
Aber selbst wenn es so wäre, dass man Sex mit mehreren mag und dabei auch gerne etwas Zuneigung und Liebe nimmt und gibt, kann ich daran nichts Schlimmes oder egoistisches erkennen.


Zum Thema:
Auch ich mag Zeit für mich. Unabhängig davon, in welcher Beziehungsform ich aktuell lebe oder wer da gerade mit wem warum weg ist.
Ich kann auch die Zeit mit mir allein genießen, wenn mein Mann auf Männerurlaub ist.
Bei uns ist allerdings zurzeit eher so, dass der, der zu Hause bleibt, die A-Karte hat, der hat nämlich dann logischerweise auch Kinderdienst, also nix mit allein und für sich *gg*
 
Gruppen-Mod
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12. Mär

Verständnis
... habe ich schon für Lady_Maiteas Darstellung. Verzeihung für *offtopic*
Mir gefällt, dass sie ehrlich versucht, die gewissen Deckmäntelchen abzunehmen.
( klar bin ich Poly, war ich schon immer, Teilen ist kein Problem, alles ganz offen ....)
Ja, ich habe es auch erlebt, dass Sex gewollt wurde und das bestenfalls mit Sympathie und Empathie- mehr oder weniger offen und ehrlich.
Stimmt, Tinchen, das ist nicht schlimm. Aber für mich nicht polyamor, weil mir z.B die Komponente längerandauernd fehlt.
Ja, wenn der Partner unterwegs ist, dann begegne ich möglicher Weise einigen Schattenthemen: Eifersucht, Verlustangst ...
Ist es nicht so, dass in wahrhaftig polyamoren Beziehungen das dann kommuniziert und bestenfalls aufgefangen wird?
Bei mir war es so, dass sich genau da die Spreu vom Weizen getrennt hat.
Vertrauen ist da mein Fundament.
 
Gruppen-Mod
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12. Mär

Ein alter DDR-Song von Reinhard Lakomy bringt es ganz gut auf den Punkt



Heute ist es für uns auch mal Auszeit voneinander, wenn der Partner mit der Zweitliebe zusammen ist. Sicher, das war auch ein Lern- und Erfahrungsprozess, mit der Sicherheit und Erfahrung, dass der Partner freudestrahlend nach paar schönen Stunden/Tagen zurück kommt und sich nichts an unserer langjährigen Primärbeziehung ändert bzw. diese beflügelt, können wir diese Auszeit ohne zermürbende Gedanken, worin ist die/der Andere besser, auch als „Zeit für mich“ genießen.
 
 
13. Mär

Einkehr, Luxus, Herausforderung
Servus Trilby und vielen Dank für die Einblicke in Deine Gefühle!
Ich kann Deine „Betriebsamkeit“ gut nachvollziehen. Vor allem, wenn Du eine enge Beziehung zu Deiner Frau hast, ist es zumindest „eigenartig“, wenn sie plötzlich fehlt. Du schreibst nichts von Eifersucht, was mich sehr freut, denn das lässt mich vermuten, dass Du keine Angst um Eure Beziehung hast/haben musst.
Mir geht es ähnlich, egal ob es nur eine Nacht oder eine Woche ist. Ich bin mit mir allein. Spätestens wenn ich das Buch aus der Hand lege, vom Konzert heimkomme, den Fernseher ausmache etc. Und es ist immer ein spannender Moment, was dann in mir vorgeht. Meistens genieße ich es, denn ich kann gut allein sein, genau genommen brauche ich hin und wieder Zeit für mich. Es gibt aber auch Tage, an denen Gefühle in den Vordergrund drängen, die ich sonst zwar auch habe, aber nicht so deutlich wahrnehme, weil ich so im Operativen drin bin. Sich diesen Gefühlen dann zu widmen oder sich ihnen zu stellen, ist für mich eine Chance, die ich (fast immer) gerne nutze.
Nicht zuletzt ist die „sturmfreie“ Zeit auch eine Gelegenheit, sich dem einen oder anderen Egotrip hinzugeben und Dinge zu tun, die die Partnerin nerven würden (z.B. ganz banal Top Gear bzw. Grand Tour zu kiffen *rotwerd* ).
 
 
16. Mär

In einer ähnlichen Situation...
In einer ähnlichen Situation war ich auch schon. Mein Beziehungsmensch ist bisher zweimal mit dem anderen verreist, einmal für zwei Wochen, einmal für eine. Ich habe die Zeit gut für mich genutzt. Ich mochte das Alleinsein mit mir, habe da auch mittlerweile nicht mehr viele Schwierigkeiten damit: Das war früher anders, da überwogen Verlustangst und Gefühle von Leere. Ich genieße es, dass ich diese 'alten Gefühle' bearbeiten und hinter mir lassen konnte. Klar, ich fühle mich ab und an im Alleinsein immer noch minimal verlustängstlich oder leer (es ist aber eher sowas wie Langeweile), aber das hat keine (lebens-)bedrohliche Komponente mehr. Die Verlustangst heiße ich willkommen, sollte sie mal temporär auftreten, ggf. melde ich mich dann einfach bei meinem Bezeihungsmenschen und artikuliere, dass ich gerade mal ein 'Lebenszeichen' benötige (z.B. in Form eines Fotos aus dem Urlaub, einer Statusmeldung, wie es ihr_m geht oder sowas, oder einfach die Ansage, dass sie_r noch 'da' ist). Das hat bisher gut funktioniert.

Ansonsten nutze ich die Zeit für mich. Es ist nicht so, dass ich mich rund-um-die Uhr beschäftigt halten muss, aber ich tue dann einfach Dinge für mich: gehe Hobbies nach, für die ich sonst nicht so viel Zeit habe, kümmere mich um meine Arbeit, mache es mir zu Hause schick, und treffe mich mit meinen Freund_innen. Durch das Alleinsein kann ich nach einer gewissen Zeit auch gut mit mir selbst 'connecten'. Will heißen: Ich spüre dann sehr deutlich, was bei mir emotional los ist, mein Tagebuch hilft mir dabei. Ich spüre dann auch sehr deutlich die Zuneigung für die andere Person, merke Vermissen/Sehnsucht, bin dankbar, dass sie in meinem Leben ist. Und wenn wir uns dann wiedersehen, ist es meist wunderschön. Also ich find diese Zeiten alleine echt sehr schön, erholsam für mich und erholsam für die Beziehung. Und hinterher freue ich mich einfach auf all die Geschichten, die mir aus dem Urlaub erzählt werden.
 
Themenersteller
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16. Mär

Kleines Update...
Danke für die Vielzahl und Vielschichtigkeit eurer Beiträge.
Morgen kommt sie wieder - und ich habe die Zeit dermaßen gut genutzt, daß ich mich hier nicht weiter kümmern konnte. Ein Konzert, drei Einheiten Sport, eine Party, zwei schöne Dates, reichlich Möglichkeiten, bestehende Kontakte zu pflegen, neue aufzunehmen und sogar ein paar Stunden allein in der Nacht, wartend auf den Pannendienst (aber das ist eine andere Geschichte).

Ich frage mich gerade, wer wohl mehr zu erzählen hat. Bitte nicht falsch verstehen:
Ich sehe uns nicht in Konkurrenz - bin nur wirklich gespannt auf unser Wiedersehen.

@remipoly: Nein, keine Sorgen. Keine Eifersucht. Alles schön hier.
@Tinchenbinchen: Keine Kinder, keine A-Karte. Aber seltsam, daß viele Eltern genau diese Wortwahl in solchen Situationen benutzen... *zwinker*
@Lady Maiteia:
Beide Dates liefen ohne Sex und waren ganz wundervoll.
@Viele andere: Immer dieses Abrutschen in Offtopics... jaja, im Netz nicht zu verhindern.
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