Zwiespalt....

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Themenersteller
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4. Mai

Zwiespalt....
Hallo zusammen,

Ich beschäftige mich seit rund zwei Jahren mit dem Thema Polyamorie. vor einem Jahr hatte ich das erste mal eine Polyamore Beziehung.

Seitdem bin ich im zweispalt immer wenn ich jemanden interssant genug finde um ihn näher kennezulernen. Ist derjenige Mono, tendiere ich zu einer monogamen Beziehung ist er Poly dann tendiere ich auch zu Poly. Und wenn sich gerade nichts zeigt dann tendiere ich auch eher zu Poly. Ich verstehe diesen Wandel an mir nicht wirklich. im grunde möchte ich ein freier Mensch sein. Bei einer Monogamen Beziehung hab ich eigentlich viel zu viel Angst eingeschränkt zu werden.

Bei einer Polybeziehung hab ich Angst ich könnte doch ein bisschen eifersüchtig werden und probleme bekommen.

Trotzdem ordne ich mich eher der polyseite zu als der mono.

Vielleicht gehts ja noch mehreren so ähnlich wie mir oder ging es mal. Wäre schön wenn ich ein bisschen input bekommen würde.

Herzliche Grüße Sunela
 
 
4. Mai

Mal so mal so?
Hallo vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig wie das Ding nun heißt. Manchmal macht es eben Spaß mono zu leben. Ob du das dann längerfristig so Leben willst wird sich dann schon zeigen. Wichtig finde ich dann nur dass man das immer offen kommuniziert. Wer weiß wie es deinem gegenüber geht. Reden reden reden wie's dir gerade geht. Das label ist doch nicht wichtig. Die innere Haltung zur Freiheit deiner Partner ist es. Und Poly heißt leider nicht jetzt wird alles einfacher. Schön wär's.
Grüße
 
Themenersteller
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4. Mai

Dass es nicht einfacher wird ist mir schon länger klar. Im gegenteil man sich vielmehr sowohl mit sich selbst als auch mit dem gegenüber auseinanderzusetzen.

Ich denke ich bin vielleicht einfach zu offen um mich auf irgendetwas festlegen zu wollen.
 
 
4. Mai

hallo Sunela,
finde heraus, was du willst, wäge ab, ob du damit jemand anderem damit weh tust und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann TUE es!

Ob du polyamourös oder monoamourös lebst, richtet sich nach deinem Willen, es ist deine Entscheidung. Allerdings empfiehlt es sich dringend, für einen polyamourösen Lebensstil denselben nur mit anderen Spielkamerad/Innen zu veranstalten, die ebenfalls polyamourös organisiert sind, denn Monos werden diesen Lebensstil ständig hinterfragen und das Konstrukt an seine Belastungsgrenzen und darüber hinaus führen.

Und wenn du monoamourös leben willst, wirst du dich wohl von den Polies fernhalten müssen, weil die sonst über kurz oder lang dein Weltbild in Frage stellen.

Schon verwirrend, wenn Menschen tun dürfen, was sie wollen.
 
Themenersteller
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5. Mai

@smartkönig
Danke dir für deinen Beitrag

Grundsätzlich wiederstrebt mir Gedanke mich in meiner Liebesfähigkeit einschränken zu lassen.

Kommt mit sicherheit Davon dass ich in meiner Ehe allgemein sehr eingeschränkt wurde und ich möchte mich im grunde Uberhaupt nicht mehr einschränken lassen. Egal in welchem Bereich.

Es sind auch immer wieder nur kurze momente die mich zurück in die sehnsucht nach der guten alten Monogamie versetzen. Kaum hab ich diese zu ende gedacht, kommt der aspekt des frei sein wollens wieder voll zum tragen.

Im prinzip ist mir die Polyamorie noch ein zu eng geschnürtes Konzept. Vermutlich bin ich eher in der Kategorie Beziehungsanarchie zuhause.

Mir ist klar dass das mit monogamen Menschen so nicht funktioniert. Bewege mich aus diesem Grund auch schon sehr im polyamoren umfeld bzw. Im Umfeld von allgemein sehr offenen Menschen.

Da kommt bei mir im übrigen eine neue Frage auf. Es gibt viele Männer die kein Problem haben eine Frau zu teilen solange eine unverbindliche Beziehung vereinbart ist. Sobald jedoch das Wort Beziehung ins spiel kommt können sie sich das nicht mehr vorstelle. Woher kommt es dass wir unsere empfindungen von einem Beziehungskonzept abhängig machen.

Ich glaube dauerhaft kann ich mich nicht mehr in einer Monogamen Beziehung wohlfühlen, weil ich damit den wesentlichsten Wert unterdrücken würde....nämlich ein freier Mensch sein zu wollen der mit dem Fluß des Lebens fließen möchte.
 
 
5. Mai

Zu: "ich möchte mich im grunde Uberhaupt nicht mehr einschränken lassen. Egal in welchem Bereich."

...ohne dir zu nahe treten zu wollen: Beziehungen jeder Art bedeuten Einschränkungen. Überall, wo es ein Wir gibt (oder gar mehrere "Wir"s!), ist die individuumszentrierte Entfaltung eingeschränkt. Demgegenüber ergeben sich in Beziehungen neue Entfaltungsmöglichkeiten, die für nichtgebundene Menschen nicht erreichbar sind. Aber "jeder macht mal so, wie er/sie meint, dann läuft's schon" - das geht nicht lange gut.

Poly, wenn's denn halten soll, heißt nicht: Anything goes. Es heißt nicht: Ich zuerst. Es heißt - zumindest in den funktionierenden Konstrukten, die mir bekannt sind - vor allem: Denk zuerst an die anderen, dann an dich selbst.

Drum würde ich sagen: Schau eher gut, daß du keine einschränkungsbezogenen Altlasten in die nächsten Partnerschaften mitschleppst, sowie darauf, mit wem du Beziehungen eingehst, als auf das Label der Beziehung/en.
Besitzt dein Gegenüber die Fähigkeit, für deine Interessen ebenso zu kämpfen wie für seine eigenen, und kannst du das auch leisten, selbst wenn's ein Kämpfen für vermeintliche Einschränkungen bedeuten kann, dann wird alles Mögliche gut funktionieren - auch poly vielleicht.
 
Themenersteller
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5. Mai

Da hast du etwas missverstanden aber man kann ja auch nicht in Einparkhilfe Sätzen darlegen wie man das ganz genau meint. Möchte darauf auch gar nicht weiter eingehen. Es ist nicht so dass ich nicht fähig bin mich einzulassen. Es geht um Kontrolle. Und niemals mehr in meinem Leben werde ich mich von jemandem kontrollieren lassen. Das meinte ich mit beschränkung. Ich glaube das tut keiner wie auch immer gearteten Beziehungskonstellation gut.
 
 
6. Mai

Mir geht's auch so: Ob poly, ob mono, mir ist's schnuppe - Hauptsache poly! *g*

Ich muss nicht mehrere Liebesbeziehungen haben. Ich hätte nichtmal Zeit und Aufmerksamkeit dafür. Aber ich könnte , rein emotional.

Doch im Herzen liebe ich ohnehin mehrere. Das ist für mich das eigentlich Polyamore. So kann ich mono leben, und dabei gleichzeitig poly lieben. Ob auch Polysex dabei sein kann, ist für mich eine Frage der Vereinbarung der Monopartner. Mir ist beides recht.

Ich muss mich darauf genauso wenig festlegen wie Bisexuelle auf ein Lieblingsgeschlecht. Bin halt sowohl-als-auch-amor. *nixweiss*
 
 
7. Mai

Danke für den Thread! Ich erlebe selbst, dass es mir nicht auf poly/mono ankommt, sondern auf Menschen. Mono ist oft eine Besitzidee mit engen Grenzen in Bezug auf Andere. Besitz macht Verlust erst möglich. Verlustangst ist eine Folge von Besitz.

Poly ist unter Umständen dynamisch, und die Dynamik der vielen Teilnehmer in den komplexen Polyverknüpfungen enthält potentiell mehr Zündstoff für Ausgrenzungen und Zurückweisungen.

Beides nicht ideal. Doch Polyamorie bietet mehr Fundament. Unglückliche in einer Monobeziehung hängen einsam darin fest, Unglückliche in Polybeziehungen haben potentiell eine heile und heilende Beziehung zwischen den verletzenden.
 
 
7. Mai

wir passen uns an
würd ich in diesem Fall dir sagen.
Im NLP sagt man dazu paging. Wenn man sich einem anderen öffnet ist das nur normal und trotzdem bist du ein freier Mensch.
Die Angst, von der du schreibst ist noch mal eine andere Sache.
Die ist durch ein Bewusstsein von Verletzung entstanden.
Ist die Angst zu viel, hemmt sie dich in deiner Freiheit- dann ist diese zu bearbeiten, sofern du dich eingeschränkt und unwohl fühlst.
Alles Liebe für deine Zukunft
 
 
7. Mai

Danke @ Trigon
Mono ist oft eine Besitzidee mit engen Grenzen in Bezug auf Andere. Besitz macht Verlust erst möglich. Verlustangst ist eine Folge von Besitz.

Ich habe früher immer so gelebt, aber es ist schön, wenn man sich weiterentwickelt und neue Erkenntnisse hat - heute kann ich Deinen Satz voll und ganz unterschreiben *g*
 
 
7. Mai

@Sunela:

Ich lese, dass die Beweggründe für deine Gefühle Ängste sind; egal, in welche Richtung die Gefühle ausschlagen. Du hast Angst, in einer Monobeziehung eingeschränkt zu sein, und deine Freiheit zu verlieren. Du hast gleichzeitig Angst, mittels Eifersucht und anderer Ängste in einer Polybeziehung einzuschränken.

Es gibt gewisse Dinge, die sich ausschliessen. So wird es nie maximale Freiheit in Beziehungen gepaart mit maximaler Sicherheit geben. Ich betrachte diese Bandbreite wie eine Art Schieberegler, der individuell austariert sein will.

Interessanter ist sicher die Frage: Wo kommen diese Ängste her? Oft ist ein Kindheitserlebnis / Kindheitstrauma der Auslöser. Verlassenheitsangst / Verlustangst ist eine Urangst, und durchaus überlebenswichtig in unserer Evolution gewesen. Es gibt viele Lösungsansätze zur Überwindung; näheres dazu gerne per PN.

Ängste trennen dich von deinen Gefühlen ab, solange du Vermeidung betreibst. So kannst du weder dich noch deine Gefühle "Live und in Farbe" erleben; und auch nicht lernen, sie zu genießen. Gefühle zu spüren ist dabei wichtiger, als sie gedanklich zuordnen zu können. Gefühle annehmen ist der Schlüssel, sie liebevoll loslassen zu lernen. Ein Freiheitsgedanke dazu: Emotionale Planlosigkeit ist lebendiger als kopfgedrosselte Emotionalität...
 
 
8. Mai

KKMK:
Es gibt gewisse Dinge, die sich ausschliessen. So wird es nie maximale Freiheit in Beziehungen gepaart mit maximaler Sicherheit geben. Ich betrachte diese Bandbreite wie eine Art Schieberegler, der individuell austariert sein will.

Das klingt für mich erstmal schlüssig. Aber dann frage ich mich, ob ich nicht einfach nur glaube, dass Freiheit und Sicherheit einander ausschließen.

Denn warum bringt Freiheit Gefahr, also verkleinert die Sicherheit? Wir hatten woanders das Bild des Vogelkäfigs mit der offenen Tür. Die Freiheit des Vogels birgt die Gefahr, dass er nicht wieder zurückkommt, unbestritten. Und eine verriegelte Tür hindert ihn am Verschwinden. Aber die verriegelte Tür weckt vermutlich erst seinen Wunsch, überhaupt verschwinden zu wollen.

Warum verlassen Menschen Zweierbeziehungen? Weil sie nicht mehr im Exklusiv-Setting zumindest mit diesem Menschen sein wollen. Ohne Exklusivitätsvereinbarung fällt der Verlass-Wunsch fort. Eine offene Käfigtür verwandelt das ungeliebte Gefängnis in ein einladendes Nest.

Ich kann mir vorstellen, dass mehr Freiheit auch mehr Sicherheit erzeugt. Eine auf Grundlage von Vertrauen statt auf Käfigstäbe.
 
 
8. Mai

Die logische Achsen- Paarung der Polaritäten, so, wie ich sie kenne ist

Bindung ( Beziehung) - Autonomie (auch Freiheit, Unabhängigkeit)

und

Sicherheit und Spannung

Also schließen sich Freiheit und Sicherheit in Beziehung nicht so dramatisch aus.

Ich habe dazu das Bild zweier kugelgelagerter Achsen und die "Enden" Freiheit und Sicherheit liegen nicht auf einer Achse, können also beide zu einer Seite kippen.

Allerdings ist das alles eine sehr fragile Entwicklung, die von Partner zu Partner, von Tag zu Tag, von Erfahrung zu Erfahrung in Bewegung ist- so nehme ich es wahr.

Nichts ist so beständig, wie der Wandel!
 
 
8. Mai

Meine Sichtweise...
Liebe TE,

ich hab nicht alle Beiträge gelesen, gebe dir hiermit also nur meine Erfahrungen mit auf den Weg.

Wenn ich jemanden kennengelernt habe, bei dem ich mich wohlfühle, wo alles passt, etc. Und der Monogam lebt/leben will.. Dann hab ich eine Weile lang, dem auch nachgegeben.
Frei nach dem Motto: Kannst es ja probieren, vielleicht ist er der Richtige und du brauchst keinen Anderen mehr.

Trotzdem habe ich von vornherein klargemacht, dass ich mehr als eine Person lieben kann und dass Treue bei mir nichts mit sexueller Exklusivität zu tun hat.

Früher oder später habe ich mich aber immer weiterverliebt.
Immer.

Und es hat alles reden nichts genützt. Ich musste bei all meinem Glück zusehen, wie mein erster Partner versuchte für mich poly zu sein (bzw. Er mir beim mono bleiben) und schlussendlich sind die Beziehungen alle daran zerbrochen.

Weil keiner in Beziehung zum anderen frei und sich selbst treu sein konnte.

Mittlerweile gehe ich keine Beziehung ein, wenn sich auch nur ein bisschen abzeichnet, dass die Person wieder so einen "aus Liebe zu dir" mono/poly Zirkus hervorrufen könnte.

Btw. Habe ich ja schon mehr als eine Beziehung.. Also muss eine neue Person ins Netz aufgenommen werden, was bei monos eh nicht klappt...

Vielen Dank fürs Lesen.
Und viel Erfolg beim Grübeln und Glücklich sein!!
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