Von Schmetterlingen und Verhaltensweisen

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Themenersteller
16. Juni 2014
Von Schmetterlingen und Verhaltensweisen

Vielleicht kennt ihr die Situation: Euer Partner nähert sich einem neuen Menschen an, es entsteht Anziehung, das Bedürfnis nach Nähe wächst und damit der Wunsch, das auszuleben, was durch dieses Kennenlernen in den beiden Menschen zu wirken beginnt; zwei Seelen beginnen, Gefallen aneinander zu finden.

Auf der anderen Seite steht der Liebes- und Lebenspartner, in unserem Fall ich, welcher sich den "neuen" wirkenden Energien nicht entziehen kann, weil er/sie selber in sehr intensiver Beziehung und grosser Nähe (sowohl im übertragenen Sinne wie auch räumlich und bedingt durch unser gemeinsames Arbeiten) und noch grösserer Liebe zum Partner steht, der "ausfliegt". Und obwohl wir zwei diese Veränderung in unserem Leben thematisieren, versuchen, Raum für unsere individuellen Bedürfnisse zu schaffen und sie abzugleichen, obwohl oder gerade weil wir unsere Liebe, unser Leben in Fülle zelebrieren, fällt es mir nicht in jedem Moment leicht, diese kitzelnden "Schmetterlingsenergien" aufzufangen, anzunehmen.

Ich ertappe mich häufig, dass ich diesen Energien ratlos gegenüberstehe und vielleicht gibt es ihn nicht, den verbindlichen, allgemein gültigen Ratschlag, aber: wie verhaltet ihr euch in dieser Situation, wenn es noch keine verbindlichen Antworten gibt und es noch zu früh für einen offenen Umgang untereinander ist? Wie drückt ihr eure Achtung dafür, was in eurem Liebespartner vorgeht, aus? Durch Diskretion, durch Wegschauen, durch ein mildes Lächeln? Wie definiert ihr Rücksichtsnahme? Verspürt ihr ebenso Verantwortung für das, was zwischen den beiden entstehen oder nicht entstehen kann – meine, versucht ihr beispielsweise aktiv mitzuhelfen, um Raum für Begegnungen zu schaffen? Wie weit lasst ihr eine so junge Geschichte mit ungewisser Entwicklung euer persönliches Leben beeinflussen? Wie geht ihr mit schwierigen Momenten, wenn ihr euch zum Beispiel alleine fühlt oder unbegründete Ängste unter die Haut kriechen, um?

Vielleicht würde ich beim Durchgehen aller Threads meine Antworten finden. Aber vielleicht ist dieses Thema auch ein neuer Thread wert. Ja?

Laraley
 
Gruppen-Mod
16. Juni 2014
ein sehr schönes Thema

und vor allem ja für viele hier aktuell, so auch für mich.
Danke, dass Du das so feinfühlig ansprichst.

Dazu habe ich ja auch schön öfters was gepostet und mag das im Einzelnen hier nicht wiederholen.

Ich erlebe, wie mein Mann mich einfach lässt, lächelnd und respektvoll meinem Tun gegenüber, ohne Angst, denn er weiß ja, dass ich nicht weg will und ihn tief und innig liebe.
Ich sage ihm immer, dass es jemanden gibt und auch wann und wo ich ihn treffe oder ihm begegne.
Ich frage auch, ob es für ihn okay ist. Wenn er gerade mit meinem Ausfliegen Probleme hätte, würde ich es nicht tun. Das kam aber nicht nie vor.

Auch meinem neuen Kontakt gegenüber bin ich vorsichtig, was seine Partnerin anbelangt. Geht es ihr gerade nicht gut und fühlt sie so wie die TEin, dann halte ich mich zurück, bis es passt. Geduld !!!

Grundsätzlich schwärme ich hier nicht von meinen Schmetterlingsgefühlen, sondern berichte, mehr sachlich, wie gut es mir geht und wie gut mir das alles tut. Meinem Mann gegenüber bin ich zudem besonders aufmerksam und liebevoll, vielleicht sogar noch etwas mehr als sonst schon.
 
16. Juni 2014
sehr schön @Allegra

als auch weise, dein Umgang damit....

Ich denke mir, dass gerade wenn dieses Flattergefühl entsteht, man zu gerne in das Neue einsteigen möchte, es ganz schnell auch sein kann, dass man den bisherigen Partner weniger wahrnimmt, man öfter abwesend erscheint, nicht richtig zuhört, schneller genervt ist usw. usw.........man ist mehr offen dem Neuen, dem Unbekannten gegenüber.
Das spürt natürlich mein Gegenüber und fühlt sich vielleicht ausgegrenzt oder zur Seite geschoben.

Finde es auch schön so rücksichtsvoll sein zu können, mal eben nicht unbedingt etwas an Treffen durchziehen zu müssen, weil man ja ach so verliebt ist, sondern weil man denjenigen schätzt, mit dem man bisher die Zeit verbracht hat.

Klar, es ist eine Gratwanderung die man da macht.......und wenn mein Gegenüber nur noch maulig ist oder immer öfter zu verstehen gibt, dass er etwas dagegen hat, dann muss es thematisiert werden und nach Lösungsoptionen gesucht werden.

Warum auch immer Eifersucht auftaucht oder Unbehagen, es gibt einen GRund dafür und es hat seine Berechtigung. Geht man darüber hinweg, verleugnet man sich selbst, und das kann heftige Probleme hervorrufen......
Kommunikation ist das Zauberwort.......wie so oft.

LG
von Lalita
 
18. Juni 2014

Ich weiß, schon wieder keinen wirklich guten Rat. Ich war bisher immer eher der Schmetterling der losflog als der, der zuhause saß und überlegte.

Respektvoll finde ich, dass der Partner, der neue Beziehungsenergie in eine bestehende, stabile Beziehung bringt, damit verantwortungsvoll und überlegt umgeht. Sich von sich aus zurück nimmt und sich in der Verantwortung nicht die komplette Energie, dem "ersten" Partner vor die Füße zu schütten. Es wird zu einem Austausch kommen, zwangsläufig, die Frage ist muss das unbedingt forciert werden? Ich persönlich finde nicht.

Für mich gibt es Grenzen in dem Anspruch "mein Partner/meine Partner sollen ALLES für mich sein".

Ich trage solche Energien dann lieber zu Freundinnen und Freunden als sie meinen vorhandenen Partner über die Schwelle zu tragen.


Die Aufträge, die sie selbst mit dem Thema Eifersucht, Besitzansprüche usw.. haben sind ihre und ihre allein zu lösen. Ich löse meine Aufträge auch alleine auf. Oft in dem ich wieder und wieder die gleiche Lektion lerne, bis ich sie verinnerlicht habe. Aber es ist an mir selbst dies zu tun. Nicht an einem anderen Menschen das zu forcieren oder zu hemmen.

Was genau dein Auftrag in dieser Situation ist, kann ich dir leider auch nicht sagen. Weil es an dir ist das heraus zu finden.

Aber es ist meines Erachtens auch nicht der Auftrag deines Mannes /Freundes dir seine neue Beziehungsenergie über die Schwelle zu drücken. Er muss seine Lektionen selbst herausfinden.
 
Themenersteller
18. Juni 2014
Gut oder nicht gut...

auch das gilt es wohl herauszufinden. In mir regt sich jedoch Widerspruch, respektive das bestätigende Gefühl, dass man halt trotz Dreierkonstellation oder was das auch immer sein soll, doch sehr alleine ist mit sich, dass man eigentlich wirklich und wahrhaftig für sich einen Weg finden muss, dass man zwar in Kontakt gehen kann, letztendlich halt trotzdem für sich alleine entscheiden muss…es ist ein Gefühl, alleine durch zu müssen…was sich bei uns sehr krass ausnimmt, da wir viel und innige Nähe leben.

Ich weiss auch nicht genau, ob ich dich mit dem letzten Satz verstehe. Natürlich muss mein Partner sich nicht rechtfertigen und natürlich weiss ich, dass vieles in ihm wirkt, dass er selber sehr gefordert ist von dieser neuen Situation…

Wahrscheinlich ist es so, wie du es sagst…im Moment heisst es abwarten, es lässt sich nicht zerreden, was sich verändert, lässt sich nicht wegdiskutieren, aber vielleicht auch noch nicht wirklich hereinbitten, deshalb versuche ich loszulassen im Sinne von "es ohne grosses Zutun von meiner Seite geschehen lassen"...
 
Gruppen-Mod
18. Juni 2014

*top
 
18. Juni 2014

deshalb versuche ich loszulassen im Sinne von "es ohne grosses Zutun von meiner Seite geschehen lassen"...

Betonung auf das "versuche" *lach*
Das ist der Verstand und der ist anscheinend Grundlage um mit der Zeit die Erfahrung machen zu können, dass Loslassen ein Gewinn ist, es öffnen sich neue Räume.
Vor dem loslassen steht die Angst vor dem Neuen, dem noch nicht Erfahrenen, der Ungewissheit.
Du wirst geliebt und eventuell sind Vorstellungen zur Bedingungen geworden, da spricht die Angst und nicht das Geschenk von lieben und geliebt werden.

Ich finde es schön durch solche "Krisen" immer wieder in das Gefühl der Dankbarkeit über dieses schöne Geschenk der Liebe zu kommen und wertschätzen zu können was ich als Geschenk empfinde. Selbstverständlich ist nichts.

lg
Animee
 
18. Juni 2014

Ich weiss auch nicht genau, ob ich dich mit dem letzten Satz verstehe. Natürlich muss mein Partner sich nicht rechtfertigen und natürlich weiss ich, dass vieles in ihm wirkt, dass er selber sehr gefordert ist von dieser neuen Situation…

Um Rechtfertigung ging es mir nicht. Sondern um das was du vor diesem Abschnitt beschrieben hast. Dinge wie "ich fühle mich alleine". Oder "ich fühle mich im Stich gelassen". Dass könnten mögliche Erkenntisse sein. Und erstmal nur das. Die Ruhe und die Zeit wird dir eine Lösung bringen.

Einen Rat, der hoffentlich nicht zum Schlag wird, habe ich doch für dich: Abgrenzung!. In Polykonstellationen braucht es m.E. deutlich mehr Abgrenzung als in monogamen Konstellationen die lt. Hollywood-Romantik-Regel ja an sich schon der Verschmelzung zweier Menschen dienen soll. Strebt man solche Verschmelzungen in Polykonstellationen an, hat man gerne mal Flohtango im Kopf. Klare Gedanken werden dann Glücksache.

Das ist auch eine ganz große Chance in Polybeziehungen. Sich selbst kennen zu lernen. Auf sich geworfen zu sein und für sich Veranwortung zu übernehmen und nicht mehr alles vom Partner einzufordern. Zu lernen, dass man für sein Glück selbst verantwortlich ist, und nicht der Partner es mit viel Zuneigung und Nähe "beschaffen" muss.

Man kann auch gut sehen wieviel gesunde Selbstliebe man in sich hat (das war und ist z.B. für mich immer wieder eine harte Lektion...). Liebe ich mich selbst genug um MEINEN Weg zu gehen und auf mich selbst gut Acht zu geben dabei. Oder liebe ich es nur geliebt zu werden und passe mich dabei bis zur Unkenntlichkeit an und verliere den Kontakt zu mir auf dem Weg.

Dazu gehört dann auch die klare Frage - möchte ICH in dieser Konstellation SO leben, weil ich davon profitiere oder bin ich bereit zu suchen, wo mein Gewinn liegen könnte (mehr Freiraum, selbst offen zu sein für neue Energien in welcher Form auch immer, mehr Leben im Leben...) oder passe ich mich an und mache mich klein mit meinen Bedürfnissen nur um weiterhin vom Partner bestätigt zu werden...

Das sind harte Nüsse und man darf sich m.E. auch eine langsam nach der anderen knacken und sich Zeit lassen und darüber nachdenken.

Im Fluss der Entwicklungen wird man klarer sehen, wenn man bereit ist bei sich zu bleiben und auf sich zu schauen...das dauert m.E. lange, das Bild wird sich täglich ändern, und das ist so auch richtig.

Lass dir Zeit, aber bleib bei dir. Hör auf dich, hör auf deine Gefühle und Empfindungen bei der Sache. ER muss nichts rechtfertigen, aber DU musst auch nichts für ihn rechtfertigen.
 
18. Juni 2014
Sich lieben bedeutet.....

.... eins zu werden und doch zwei zu bleiben. 2 Dinge, die im Widerspruch miteinander stehen werden durch die Liebe vereint. Jeder Mensch kann immer nur für sich stehen, kein Mensch kann mir mein Leben abnehmen und es für mich leben oder mir irgendetwas geben, dass ich nicht letztendlich doch einsam bin. Denkt man an seinen eigenen Tod, wird klar, dass man niemals ganz mit anderen verbunden sein wird, denn alles was man erlebt, und im Gedanken an den Tod wird es besonders deutlich muss man letztendlich alleine erleben.
Aber die Liebe hat die starke Macht uns miteinander zu verbinden, sie hat die Kraft, uns den anderen Menschen durch seine Augen sehen zu lassen und zu verstehen. Sie gibt uns das Gefühl von Verbindung und in manchen Momenten das Gefühl von Verschmelzung, dass wir zusammen in eins aufgehen.
Das ist natürlich schön, aber wir dürfen nicht vergessen, dass zu einer lebendigen Liebe beides gehört, die Trennung und das Getrennt sein und auch das Zusammensein und das Verschmelzen. Das eine geht nicht ohne das andere, bzw. wenn man nur das eine oder das andere lebt, dann tötet das die Liebe. Beim einen ist man nicht mit dem anderen verbunden, jeder lebt sein Leben und läßt den anderen im Stich, beim anderen ist man so sehr mit dem anderen verbunden, dass man übergriffig wird auf sein Leben und ihm z.B. anfangt, Vorschriften zu machen.
Wir leben Liebe in diesem Spannungsfeld und es ist manchmal nicht einfach, aber wenn man Lebendigkeit will, geht es nur so.
 
Themenersteller
19. Juni 2014
@Cassis

Ein ebenso schön formulierten wie wahrhaftiger Beitrag - danke dir. Ein Beitrag, der mich ganz besonders anspricht, habe ich doch "von Haus aus" - also seit immer - die Tendenz, die Sehnsucht nach der Symbiose (wurde mir als Kind antrainiert;-) . Deshalb werde ich mir deine Worte ganz fest zu Herzen nehmen…danke dir dafür.
 
19. Juni 2014
Es freut mich

.... wenn mein Beitrag dir helfen konnte. Wir müssen sehr darauf achten, dass das was wir uns wünschen nicht in den anderen projizieren und das diesem zur Last wird. Liebe ist eine Fähigkeit, eine schöne, aber man muss sich jeden Tag in ihr üben. Aber es macht Freude und gibt einem sehr viel - das Leben wird intensiver, weniger oberflächlich. Ich wünsche dir viel Kraft dazu.
 
21. Juni 2014
ein wunderbares und so wichtiges Thema ...

Hallo alle zusammen *huhu*

zunächst möchte ich GANZUNDGAR zu dieser wirklich äußerst gelungenen Anmoderation dieses Threads beglückwünschen:
so, liebe- und gefühlvoll, einfühlsam, diskret und nachsichtig und dabei ebenso präziese, wie konkret, gegenwärtig und vor allem ehrlich *top2*

Allein an der unglaublich inhaltsschweren, gegenseitig rückrichtnehmenden, respektvollen und vor allem "liebestrotzenden" Resonanz, glaube ich einen echten Volltreffer ausmachen zu dürfen ...

Wir durchleben derzeit "genau dieses Thema" und zur Zeit in einer Art "Extremform":
Ich habe parallel zu der tiefliebevollen Beziehung mit meiner Frau, drei in ebenso tiefer ehrlicher Liebe gelebte und ebenso erfüllende Freundschaften zu Frauen aufgebaut. Ich liebe meine Frau aber deshalb keinen Deut weniger ... eher im Gegenteil *love4*

Meine Frau hat inzwischen zwei sehr vielversprechende Versuche mit Männern unternommen. Leider wurde sie vom ersten sehr enttäuscht (wollte kein Kondom benutzen - so ein Volldepp ... er hätte alles von ihr haben können *kopfschüttel*) und vom zweiten "im Stich gelassen" (plötzlich seit Wochen keine Reaktion mehr - scheint ja hier im Joy ein besonders fieses Hobby geworden zu sein?). Beide Kerle hätte auch ich anfänglich als tolle (Pfunds)Kerle eingeschätzt - beide haben ihr aber richtig schlimmen Liebeskummer bereitet ... wie ich auch, pflegt sie sich entweder richtig aufrichtig und ehrlich zu verlieben oder einfach gar nicht.
Obwohl ich da nicht anders bin, erlebe ich mich mit dem Unterschied, dass ich grundsätzlich ohne Erwartungen in neue Beziehungen gehe, während meiner Frau diese Fähigkeit halt leider (noch) nicht zugänglich ist.

Und nun "greift" unsere Liebe und Fürsorge füreinander:
Ich trage sie nun so gut es irgend geht durch ihre wirklich schwere Zeit, höre ihr zu, mache Mut und zeige ihr mit allem was mir gegeben ist, wie sehr ich sie liebe ...
Erst in solchen Zeiten erleben wir unmittelbar und "anfassbar", wie gut unser gewähltes "Lebens-/Liebeskonzept" tatsächlich trägt - eben nicht nur theoretisch ... einfach wunderbar *top2*

Grundsätzlich funzt unsere inzwischen seit drei Jahren polyamor gelebte Beziehung/Ehe wundervoll, was u.E. vor allem an unserem ständig per ehrlicher, spontaner Kommunikation angestrebten, ausgelebten/umgesetzten Verständigungsbedürfnis liegt
Lalita_Erato:
Kommunikation ist das Zauberwort.......wie so oft.

Dazu noch eine Empfehlung:
Unsere Kommunikation ist ausschließlich "geleitet" von ICH-Botschaften ... wir erleben uns in wesentlich entspannterer Atmosphäre, weil jedwedes Gefühl des Angegriffenwerdens schlicht ausgeschlossen/verunmöglicht ist und so auch schwierige Themen von haus aus zuverlässig deeskaliert werden ...

Und Alllegra hat es schön auf den Punkt gebracht - in unserem Fall würde ich nur "mein Mann" gegen "meine geliebte Karin" austauschen wollen *zwinker*:
Alllegra:
Ich erlebe, wie mein Mann mich einfach lässt, lächelnd und respektvoll meinem Tun gegenüber, ohne Angst, denn er weiß ja, dass ich nicht weg will und ihn tief und innig liebe.
Ich sage ihm immer, dass es jemanden gibt und auch wann und wo ich ihn treffe oder ihm begegne.
Ich frage auch, ob es für ihn okay ist. Wenn er gerade mit meinem Ausfliegen Probleme hätte, würde ich es nicht tun. Das kam aber nicht nie vor.

Auch meinem neuen Kontakt gegenüber bin ich vorsichtig, was seine Partnerin anbelangt. Geht es ihr gerade nicht gut und fühlt sie so wie die TEin, dann halte ich mich zurück, bis es passt. Geduld !!!

Ja ... und ergänzend dazu wollte ich noch erwähnt wissen, dass Polyamorie grundsätzlich einer ganz besonderen Aufmerksamkeit füreinander bedarf, die natürlich viiiel Geduld, eines "sich-zurücknehmen-könnens" und vor allem wirklichen Zuhörens bedarf - bei uns hat sich das als einzig funktionierendes "Rezept" bewährt *herz2*

Wenn ich hier nun Cassis70 komplett zitiere, dann deshalb, weil ihre Worte unsere "Mechanismen" aber sowas von präziese und vollumfänglich beschreibt, dass ich sie hiermit ganz öffentlich zu einer meiner besonderen "persönlichen Heldinnen" erhebe *anbet*
Ich/wir hätten es wohl schlicht nicht besser zu sagen gewußt ... und ja! genau so funktioniert's - bei uns wenigstens:
Cassis70 :
Sich lieben bedeutet.....
.... eins zu werden und doch zwei zu bleiben. 2 Dinge, die im Widerspruch miteinander stehen werden durch die Liebe vereint. Jeder Mensch kann immer nur für sich stehen, kein Mensch kann mir mein Leben abnehmen und es für mich leben oder mir irgendetwas geben, dass ich nicht letztendlich doch einsam bin. Denkt man an seinen eigenen Tod, wird klar, dass man niemals ganz mit anderen verbunden sein wird, denn alles was man erlebt, und im Gedanken an den Tod wird es besonders deutlich muss man letztendlich alleine erleben.
Aber die Liebe hat die starke Macht uns miteinander zu verbinden, sie hat die Kraft, uns den anderen Menschen durch seine Augen sehen zu lassen und zu verstehen. Sie gibt uns das Gefühl von Verbindung und in manchen Momenten das Gefühl von Verschmelzung, dass wir zusammen in eins aufgehen.
Das ist natürlich schön, aber wir dürfen nicht vergessen, dass zu einer lebendigen Liebe beides gehört, die Trennung und das Getrennt sein und auch das Zusammensein und das Verschmelzen. Das eine geht nicht ohne das andere, bzw. wenn man nur das eine oder das andere lebt, dann tötet das die Liebe. Beim einen ist man nicht mit dem anderen verbunden, jeder lebt sein Leben und läßt den anderen im Stich, beim anderen ist man so sehr mit dem anderen verbunden, dass man übergriffig wird auf sein Leben und ihm z.B. anfangt, Vorschriften zu machen.
Wir leben Liebe in diesem Spannungsfeld und es ist manchmal nicht einfach, aber wenn man Lebendigkeit will, geht es nur so.
und ...
Wir müssen sehr darauf achten, dass das was wir uns wünschen nicht in den anderen projizieren und das diesem zur Last wird. Liebe ist eine Fähigkeit, eine schöne, aber man muss sich jeden Tag in ihr üben. Aber es macht Freude und gibt einem sehr viel - das Leben wird intensiver, weniger oberflächlich. Ich wünsche dir viel Kraft dazu.

Dazu noch ein wunderbares Bild, das mir "das Prinzip Liebe als Beziehungskleber" perfekt erklärte, mich bis huete danach leben läßt:
Irgendwo habe ich ein Bild gesehen, dass einen Engel darstellt.
Bei näherem Hinsehen, entdeckte ich, dass der oberflächlich gesehen eine Körper , tatsächlich aus zwei engumschlungenen Menschen besteht, die je nur mit einem Flügel ausgestattet, hier nun zu einem ganzen, vollkommenen zweiflügligen Körper verschmelzen.
Dieses "Engumschlungenverschmelzen" habe ich nun für mich als "das Prinzip Liebe" interpretiert. Ich sehe das seither so:
Alle liebesfähigen Wesen, Seelen, Menschen auf unserem Planeten sind sozusagen "halbe Engel" ... zwar grundsätzlich in allem, was Liebe gestaltet und erlebbar macht vollkommen - aber eben mit nur jeweils einem Flügel, auf der Suche nach einem Pendant ...
Haben sich zwei gefunden und verlieben sich ineinander, "verfangen" sie sich in gegenseitig gewollter tiefer Umarmung, erleben diesen "Kleber" - die schiere Liebe zueinander.
Dieser läßt sie schließlich einander so vertrauen, dass eine Einheit entsteht (in besagtem Engel-Bild mit diesem "Engumschlungensein" dargestellt) ... das ermöglicht nun ein gemeinsames Fliegen ... das (Ent)Schweben in kosmische Sphären, die so nur zu zweit erlebbar sind ...
Bis heute richte ich all meine Aufmerksamkeit und Praxis auf ein Erleben dieses in dem Bild entdeckten Prinzips - und erst dabei habe ich meine Fähigkeit zu in wahrer Liebe lebbarer Polyamorie entdeckt:
*herz*Die verlustfreie, ja gewinnbringende Teilbarkeit aufrichtiger, tiefer Liebe*herz*
... das macht mich bis heute sehr glücklich ... und es funktioniert, passt überall, ja inspiriert und gestaltet jede meiner Handlungen, Worte und Sätze ...

Fazit:
@ GANZUNDGAR:
Du kannst hier schon jetzt auf einen Fundus unglaublich verdichteter Lebenserfahrung(en) so sehr verschiedener Menschen/Paare zugreifen, die dir zumindest bestätigen, wie "richtig" du eigentlich bereits schon jetzt "unterwegs" bist *lach*
Uns ist es zumindest noch in keinem einzigen Thread je so ergangen, dass wir einfach nur noch "ja, ja, ja, ja" rufen möchen ...

Schließen möchte ich noch mit einem Rat aus unserem Erfahrungsfundus:
Wir üben derzeit, unsere Beziehung ohne Erwartungen zu leben, weil wir die Erfahrung gemacht haben, das aus Erwartungshaltungen Ängste, Unterdruckgesetztfühlen entwickelt werden, was schließlich zuverlässig zu "Selbstvergleichen mit anderen" eskaliert ...
Die tragischen Folgen sind zunächst Verlustängste und schließlich Eifersüchteleien, die zum Klammern veranlassen ...
Eine mehr als ungute Entwicklung, weil das schließlich beginnt, den Partner einzuengen und das dadurch erfahrene Gefühl des Fremdbestimmtseins veranlasst schlußendlich zwangsläufig zu "gesunden Befreiungsversuchen" ... die Beziehung wackelt erheblich und ein Zerbrechen ist dann nur noch schwerlich vermeidbar ... eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.

Hey ihr seid'salle echt voll der Hammer *herz*
*danke*
Alles Liebe *liebhab*
LG
Goetz (nur ich!)
 
Gruppen-Mod
21. Juni 2014
Das ...

...mit den Erwartungen ist auch gerade mein Trainingsfeld, sowohl mit meinem Mann als auch mit einer möglichen Zweitliebe.
Ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen Wünschen und Erwartungen.
Ich finde es für mich gerade sehr spannend, mit allen Empfindungen geduldig, offen und erwartungsfrei zu bleiben.
Ich spüre, dass mir das sehr guttut nach einer Zeit der Gier nach Erlebnissen, nach heftigen Enttäuschungen und ein paar sehr komischen Erlebnissen *hae* *vogel* .
Dieses erwartungsfreie Miteinander ist beflügelnd, friedlich und freundlich.
 
22. Juni 2014
Wünsche und Erwartungen ...

Alllegra:
Ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen Wünschen und Erwartungen.
Ich finde es für mich gerade sehr spannend, mit allen Empfindungen geduldig, offen und erwartungsfrei zu bleiben.

Schön, dass du das "so" ansprichst *danke*

Damit ich nicht mißverstanden werde, hier noch (m)eine Differenzierung:
Auch für mich gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Wünschen und Erwartungen ...
*herz* Wünsche kommen m.E. vom Herzen und zweifellos aus Liebe - ohne "Hintergründiges" oder "egostreichelnde Ambitionen", während
*floet* Erwartungen "kopfgestrickt" sind und irgendwelche Strategien verfolgt ... regelmäßig egogesteuert daherkommen *schiefguck*
Genau Letztere versuchen wir immer erfolgreicher auszuschließen ... nicht nur im Miteinander, sondern zunehmend auch erfolgreich gegenüber unseren Mitmenschen - unbesehen einer tiferen Beziehung .. ein ganz neues Gesellschaftsspiel *zwinker*
*lach*
LG *herz2*
Goetz (nur ich!)
 
22. Juni 2014
Liebe Logginger, liebe Allegra

.... auch ihr sprecht mir mit euren Beiträgen ja sowas von aus der Seele! Danke nochmal auch für eure Beiträge. Den Unterscheid zwischen Wünschen und Erwartungen würde ich genauso beschreiben! Ich denke, Wünsche entspringen aus Bedürfnissen, die wir haben und unsere Bedürfnisse sollten wir nicht wegleugnen, denn durch Verzicht entsteht der Wunsch nur noch viel mehr. Aber wir müssen eben aufpassen, dass wir auf uns selber gut achten, unsere Wünsche von unseren Erwartungen trennen. Wünsche gehören zu uns, und ich finde es wichtig, dass ich meine äußern darf und danach streben darf, sie zu erfüllen, denn sie entspringen meinen Bedürfnissen. Ich muss nur aufpassen, dass ich niemanden dazu "missbrauche" meine Wünsche zu erfüllen und ihn sozusagen dadurch instrumentalisiere. Denn Erwartungen an jemanden oder etwas sind nichts als Wünsche, die ich einem anderen gebe mit dem Befehl: du musst mir den jetzt erfüllen. Und damit werde ich schon wieder übergriffig auf einen anderen Menschen, der sich meist emotional in einer Zwickmühle befindet. Ich sollte immer ganz bei mir bleiben und mich eher fragen: wie kann ich mir meine Wünsche erfüllen? Wege finden sich immer, nur sind andere Menschen nicht meine Wunscherfüller.
Und danke nochmal dass mein Beitrag hier so hoch gelobt zu werden scheint, da werde ich vor Verlegenheit ganz *rotwerd*
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